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R.L. Stine’s Pumpkinhead

„R.L. Stine’s Pumpkinhead“ // Deutschland-Start: 15. Oktober 2026 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Nach dem Tod seines Vaters ziehen der 13-jährige Sam (Bean Reid), sein 17-jähriger Bruder Finn (Seth Isaac Johnson) und ihre Mutter Cassie (Kendra Anderson) in die Kleinstadt Redhaven. Für die Familie soll dies ein Neuanfang sein, doch Sam sieht nur die Schattenseiten: Er ist weit weg von seinen Freunden in New York und dazu noch in einer Kleinstadt, zu der noch nicht einmal ein Lieferdienst kommt. Bereits kurz nach ihrer Ankunft werden sie vom Sheriff (Bob Frazer) zum alljährlichen Erntefest auf dem Bauernhof von Farmer Palmer (Kevin McNulty) eingeladen. Dank ihm und seiner wieder einmal reichen Ernte ist das wirtschaftliche Überleben Redhavens gesichert, weshalb Palmer großen Einfluss auf die Bewohner der Stadt hat.

Während sein Bruder und seine Mutter froh sind, so schnell Anschluss bei den anderen Bewohnern zu finden, kann Sam dem Fest nichts abgewinnen. Als er aus Langeweile auf Palmers Hof in einer Scheune einen scheinbar besonders wertvollen Kürbis entdeckt, beschließt er, diesen zu stehlen. Der Diebstahl fällt jedoch auf, und da sich Sam weigert, den Kürbis zurückzubringen und sich zu entschuldigen, übernimmt Finn dies für ihn.

Am nächsten Morgen ist Finn nach wie vor verschwunden, und als wäre dies nicht schon seltsam genug, scheint sich seine Mutter nicht mehr an Sams älteren Bruder zu erinnern. Durch Becka (Adeline Lo), die Tochter des Sheriffs, erfährt Sam die Wahrheit über die reiche Ernte, den Kürbis und darüber, warum sich niemand außer ihm an Finn erinnern kann. Gemeinsam mit ihr versucht er, seinen Bruder zu retten – doch dafür bleiben ihm weniger als 24 Stunden.

Eine reiche Ernte

Der Autor R.L. Stine dürfte vielen vor allem wegen Buchreihen wie Gänsehaut, Fear Street und Gruselfieber ein Begriff sein. Pumpkinhead ist eine Kurzgeschichte, die 1999 in dem Sammelband Nightmare Hour erschien und bereits 2011 im Rahmen von R.L. Stine’s The Haunting Hour adaptiert wurde. Für die neue Adaption der Geschichte, die man wohl eher als Neuinterpretation ansehen sollte, nimmt sich Drehbuchautorin und Regisseurin Jem Garrard einige Freiheiten gegenüber der Vorlage. Vor allem aber ist ihr Film wesentlich brutaler und gruseliger als Stines Geschichte, was der Autor in Interviews jedoch gutheißt. Dennoch bleibt die Frage offen, für welches Publikum R.L. Stine’s Pumpkinhead genau gemacht wurde – eine Unentschlossenheit, die sich auch in vielen anderen Punkten dieser Produktion zeigt.

Wie jeder Horrorautor spielt auch Stine gerne mit Konventionen des Genres. Er vermischt Abenteuer und Coming-of-Age mit Motiven des Folk Horror, der besonders in den letzten Jahren durch Produktionen wie The Witch und Midsommar wieder populär wurde. Dieser Mischung bleibt Garrards Film treu, besonders wenn sie der Gemeinde Redhaven gleich zu Beginn fast schon sektenhafte Züge verleiht. Während seine Mutter und sein Bruder begeistert Kürbislaternen schnitzen, beobachtet Sam mit großem Befremden, wie drei Bürger der Stadt auf dem Feld von Farmer Palmer verschiedene Erntefrüchte anbeten. Auch die Inszenierung jenes verhängnisvollen Kürbisses erinnert an eine Art Altar, was gleich verdeutlicht, dass Sams ungutes Gefühl nicht von ungefähr kommt. Garrard etabliert eine angespannte Stimmung, die mittels bekannter Motive zeigt, dass in diesem betulichen „Small-Town America“ nicht alles so idyllisch ist, wie es zunächst den Anschein macht.

Darüber hinaus fällt positiv auf, wie Stine und Garrard mit Anspielungen auf Traditionen wie Halloween oder die US-amerikanische Geschichte umgehen. Die Idee der Ernte, die das Überleben einer Gemeinde sichert, sowie die Allgegenwart des bekannten Festes sind sehr interessante, zur generellen Atmosphäre beitragende Elemente. Redhaven wirkt durch diese Referenzen irgendwie unwirklich und bisweilen sogar aus der Zeit gefallen.

Die vergessenen Kinder

Dieser Eindruck wird noch dadurch bestätigt, dass den Kindern – der jüngeren Generation also – auffällt, dass hier etwas nicht stimmt. Sam und Becka wirken wie Hänsel und Gretel, wenn sie sich dem Bösen stellen, das sich im Herzen dieser Stadt eingenistet hat und schon seit vielen Generationen sein Unwesen treibt. Die sympathische Chemie der jugendlichen Darsteller, ihre manchmal lakonischen Dialoge und das Zusammenspiel mit den Erwachsenen machen viel vom Charme von R.L. Stine’s Pumpkinhead aus. Sie kämpfen dagegen an, dass auch sie zu Opfern werden oder wie Finn vergessen werden könnten – was eine der vielen gruseligen Ideen ist, die der Film auf Lager hat. Gerade weil sie so überraschend kommt und auch im Finale des Films noch eine wichtige Rolle spielt, ist sie sehr effektiv und stellt damit einen der besten Einfälle von R.L. Stine’s Pumpkinhead dar.

An dieser Stelle fragt man sich jedoch auch, für welches Publikum der Film gemacht wurde. Die FSK-12-Freigabe macht schon deutlich, dass es sich bei R.L. Stine’s Pumpkinhead keineswegs um einen Kinderfilm handelt. Neben ein paar ziemlich gruseligen Ideen gibt es auch einige sehr blutige Szenen. Troy James’ zugegeben beachtlicher Auftritt als Antagonist ist ebenso beunruhigend wie gruselig – und für einige der besten und düstersten Szenen des Films verantwortlich.

Credits

OT: „R.L. Stine’s Pumpkinhead“
Land: Kanada
Jahr: 2025
Regie: Jem Gerrard
Drehbuch: Jem Gerrard
Vorlage: R.L. Stine
Kamera: Robert Zawistowski
Musik: Jordan Han Andrew
Besetzung: Bean Reid, Adeline Lo, Seth Isaac Johnson, Kendra Anderson, Kevin McNulty, Bob Frazer

Bilder

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R.L. Stine’s Pumpkinhead
fazit
"R.L. Stine’s Pumpkinhead" verbindet Coming-of-Age und Folk Horror zu einer durchaus atmosphärischen Geschichte über eine Kleinstadt und ihr düsteres Geheimnis. Jem Garrard findet einige wirkungsvolle Bilder und gruselige Ideen, besonders das Motiv der vergessenen Kinder überzeugt. Allerdings bleibt der Film bei der Frage nach seinem Publikum ebenso unentschlossen wie bei der Verbindung seiner verschiedenen Elemente.
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