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© ARD Degeto Film/NDR/Servus TV/Canal+Austria/HR/Zeitgeist Filmproduktion/EPO-Film/Petro Domenigg/Composing: Leni Wesselman

Sternstunde der Mörder

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„Sternstunde der Mörder“ // Deutschland-Start: 3. April 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

März 1945: Der Zweite Weltkrieg neigt sich langsam seinem Ende zu, auch wenn das in Deutschland niemand wahrhaben will. Auch Standartenführer Meckerle (Devid Striesow), der in dem besetzten Prag stationiert ist, ist fest davon überzeugt, dass sie am Ende siegen werden. Als die deutsche Offizierswitwe, Baronin Edith von Pommeren, ermordet wird, steht für ihn fest, dass dies ein Akt des Widerstandes gegen die Nationalsozialisten ist. Und so beauftragt er den Gestapo-Beamten Kriminaloberrat Erwin Buback (Nicholas Ofzcarek) damit, die Ermittlungen von Hauptkommissar Beran (Karel Dobrý) und dessen Assistent, Kriminaladjunkt Jan Morava (Jonas Nay), genau zu überwachen und die Widerständler ausfindig zu machen. Doch es wird nicht bei dieser einen Leiche bleiben …

Krimi im historischen Setting

Dass die Deutschen Krimis lieben, ist kein Geheimnis. Quasi täglich laufen auf den öffentlich-rechtlichen Sendern irgendwelche Serien und Reihen, manchmal auch der eine oder andere für sich stehende Film. Die Zielgruppe freut sich über die mörderische Dauerbeschallung. Allerdings hat diese auch zur Folge, dass sich das alles schon sehr wiederholt und die einzelnen Titel sich zu sehr ähneln. Um aus der Masse hervorzustechen, braucht es da schon etwas, das irgendwie anders. Manche versuchen das, indem sie gesellschaftliche Themen einbauen, was jedoch beim Publikum nicht immer gut ankommt. Vor allem, wenn es irgendwie moralisch wird. Die ARD-Serie Sternstunde der Mörder wählt einen anderen Weg, um in der Masse an Genrebeiträgen zu bestehen: Man erzählt einfach eine Geschichte in einem historischen Setting. Dass solche beliebt sind, zeigen schließlich Produktionen wie Babylon Berlin oder zuletzt Ku’damm 77.

Die Idee, beide Publikumslieblinge miteinander zu verknüpfen, geht dabei jedoch nicht auf den Sender zurück. Vielmehr handelt es sich hier um die Adaption des gleichnamigen, 1997 veröffentlichten Romans des tschechisch-österreichischen Autors und Politikers Pavel Kohout. Aufgrund seiner Herkunft ist es naheliegend, dass der Schriftsteller kein gutes Haar an den Deutschen lässt. Ganz so einseitig schwarzweiß wird es dann aber doch nicht. Zum einen ist Buback vielschichtiger, akzeptiert nicht jede Monstrosität, die ihm der Führer vorgibt. Zum anderen ist die tschechische Bevölkerung nicht durchgängig gut. In Sternstunde der Mörder stellt sich irgendwann heraus, dass der Täter – Vorsicht Spoiler – wirklich ein Einheimischer ist. Und er ist nicht der einzige Tscheche, der zu Gewalt greift.

Atmosphärisch, aber nicht sehr spannend

Vom Krimi sollte man dabei nicht zu viel erwarten. Anfangs meint man zwar noch, dass das hier ein schön rätselhafter Whodunit-Krimi werden könnte, bei dem es darum geht, die Identität eines Täters herauszubekommen. Stattdessen wird diese aber vergleichsweise früh verraten. Sternstunde der Mörder will dann doch eher ein Thriller sein, der ausgiebig mit einer Film-Noir-Atmosphäre arbeitet und bei dem es darum geht, den Killer zu stoppen. Dass das hier länger dauert – die vierteilige Serie ist drei Stunden lang –, liegt auch an der überschaubaren Kompetenz der beteiligten Personen. An manchen Stellen verhalten sich die Ermittelnden derart dämlich, dass man schon beim bloßen Zusehen verzweifelt. Die Art und Weise, wie sie die Tatperson identifizieren, ist zudem fragwürdig.

Insgesamt ist die Serie, die beim Filmfest Hamburg 2025 Premiere feierte, auch zwiespältig. Gut gespielt ist sie sicherlich, selbst wenn ein gnadenlos überzogen auftretender Devid Striesow seine Figur zu einer Karikatur werden lässt. Zeitweise ist Sternstunde der Mörder zudem recht atmosphärisch geworden. Lobenswert ist zudem, dass man zumindest versuchte, immer wieder die tschechische Sprache einzubauen, auch wenn sich ein Teil des Publikums wieder beklagen wird, Untertitel lesen zu müssen. So richtig spannend ist die Serie aber nicht. Außerdem ist der Versuch, die historischen Umstände mit einem Genretitel zu verknüpfen, nicht ganz aufgegangen, die Elemente bereichern einander nicht wirklich. Aber es reicht doch für einen soliden Titel, mit dem man es sich am Abend vor dem Fernseher gemütlich machen kann.

Credits

OT: „Sternstunde der Mörder“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2025
Regie: Christopher Schier
Drehbuch: Klaus Burck
Vorlage: Pavel Kohout
Musik: Markus Kienzl
Kamera: Philip Peschlow
Besetzung: Nicholas Ofzcarek, Jonas Nay, Devid Striesow, Gerhard Liebmann, Jeanette Hain, Karel Dobrý, Diana Dulinková, Jirí Šimek, Sebastian Thiers, Jan Jakubal

Bilder

Trailer

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Sternstunde der Mörder
fazit
In der Romanadaption „Sternstunde der Mörder“ sucht die tschechische Polizei 1945 im besetzten Prag nach einem Frauenmörder. Die Serie ist stark besetzt und teilweise atmosphärisch. Die ganz große Spannung kommt aber nicht dabei heraus, bei der Balance stimmt auch einiges nicht.
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