
Der Schock war groß bei DI Alison McIntosh (Alison O’Donnell), als sie erfahren hat, dass ihre zuvor verschwundene Freundin Annie Bett tatsächlich tot ist. Seither sind sie und ihre Kollegin DI Ruth Calder (Ashley Jensen) auf der Suche nach der Wahrheit. Dabei müssen sie feststellen, dass diese komplizierter ist, als sie gedacht haben. Denn Annie hatte einige Geheimnisse, von denen auch Tosh nichts ahnte und die sie nur schwer glauben kann. Die Antwort auf ihre Fragen könnte in einer Forschungsstation zu finden sein. Zu dem Zweck müssen sie aber auch herausfinden, was mit Leuten wie dem Hedgefondsbesitzer Stefan Jakobson (Johannes Lassen) und dem Geheimdienst-Ausbilder Euan Rossi (Ian Hart) auf sich hat …
Mittelteil der Staffel
Weiter geht es mit Mord auf Shetland. Wie schon bei den letzten Staffeln der britischen Krimiserie ist auch die aktuelle von der ARD in drei rund zweistündige Filme aufgeteilt worden, die zusammen einen fortlaufenden Fall behandeln. Los ging es die Tage mit Der stumme Zeuge, wo es zunächst um einen rätselhaften Brudermord geht, bevor dann das Verschwinden von Annie in den Mittelpunkt rückt. Mit Der Spion geht es nun weiter. Dabei handelt es sich um einen typischen Mittelteil. Auch wenn es zu Beginn eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse des ersten Drittels gibt, sollte man diesen besser selbst gesehen haben. Dafür geschieht da einfach zu viel. Eine endgültige Antwort gibt es hier auch noch nicht, dafür muss man sich den dritten Teil anschauen.
Wem schon der Einstieg mit der immer größer werdenden Geschichte zu viel war, könnte hier dann richtig Schwierigkeiten bekommen. Denn die Ermittlungen ufern immer weiter aus, es kommen auch neue Figuren hinzu. Die inhaltlich neue Richtung wird teilweise schon durch den Titel vorweggenommen, Mord auf Shetland: Der Spion macht deutlich, dass es um irgendwelche Spionagetätigkeiten geht. Ein bisschen schade ist es schon, dass auf diese Weise ein Teil der Überraschung wegfällt. Allerdings ist es nicht so, dass es einen Mangel an solchen gibt. Anders als bei vielen Whodunit-Krimis, wo von Anfang an etabliert ist, worum es geht und im Anschluss immer weiter eingeengt wird, kristallisiert sich hier die Geschichte erst noch heraus.
Viel Stoff, wenig Action
Das richtet sich an ein Publikum, das gern rätselt und sich fragt, was hinter allem steckt. Konstante Hochspannung ist hingegen nicht angesagt. Wo Der stumme Zeuge noch mit einer Geiselnahme loslegte und dadurch ungewohnt gefährlich, stehen bei Mord auf Shetland: Der Spion in erster Linie reguläre Ermittlungen an. Da wird umhergereist, werden Leute befragt, immer in der Hoffnung, dass da irgendwann die entscheidende Spur herausspringt. Wobei es zum Ende hin schon etwas brenzliger werden darf, wenn jemand gerettet werden muss. Zu viel sollte man sich davon aber nicht erhoffen, es handelt sich hier dann doch wie zuvor um einen ruhigeren Genrevertreter.
Wer solche mag, schaut rein. Auch die Landschaften haben ihren Anteil daran, dass das hier einen Blick wert ist, wenn wir uns wie gewohnt auf den zwischen rau und idyllisch wechselnden Inseln bewegen. Bei den Figuren wäre vielleicht mehr drin gewesen. Mord auf Shetland: Der Spion verpasst es ein wenig, etwas Interessantes mit ihnen anzufangen, die Polizistinnen sind nur ein Mittel zum Zweck. Aber sie stören auch nicht, wie das zuweilen bei der Konkurrenz der Fall ist. Wer nach dem Anschauen wissen will, wie es weitergeht, muss sich eine Woche gedulden. Mit Die Vergeltung findet die aktuelle Staffel ihren Abschluss. Man darf also gespannt sein.
OT: „Shetland“
Land: UK
Jahr: 2024
Regie: Andrew Cumming, Ruth Paxton
Drehbuch: Paul Logue, Denise Paul
Vorlage: Ann Cleeves
Musik: John Lunn
Kamera: Alfie Biddle, David Liddell
Besetzung: Ashley Jensen, Alison O’Donnell, Steven Robertson, Lewis Howden, Angus Miller, Steven Miller, Ross Anderson, Robert Jack, Macleod Stephen, Jimmy Yuill, Vincent Regan, Ian Hart, Anne Kidd
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