Fast perfekte Frauen Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Sandra Hoever

Fast perfekte Frauen

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„Fast perfekte Frauen“ // Deutschland-Start: 3. April 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Journalistin Suse Hornegg (Silke Bodenbender) ist es gewohnt, als Journalistin Sachen auf den Grund zu gehen. Für ihre neueste Geschichte reist sie an die Nordsee und will sich eine Kur genauer anschauen, bei der erschöpfte Menschen zu neuen Kräften kommen. Eine echte Hilfe oder doch nur Geldmacherei auf Kosten der Gesellschaft? Eben das will sie herausfinden und macht undercover die verschiedensten Aktivitäten mit. Dabei lernt sie eine Reihe von Frauen kennen, denen das Leben zu viel geworden ist. Ob die Fleischereifachverkäuferin Christine Burkhard (Anne Roemeth), die geschiedene Sekretärin Doris Ohlmeier (Tanja Schleiff), die junge Mutter Jennifer Kanz (Malene Becker), Krankenschwester Leisha Ayoub (Sabrina Amali) oder die verwitwete Anneliese Brandner (Ilse Neubauer), sie alle hat es zu der Kur verschlagen, wo sie sich eine Auszeit erhoffen …

Eine Frage der Gemeinschaft

Braucht es das wirklich oder kann das weg? In den letzten Wochen und Monaten wurde ausgiebig darüber diskutiert, wie sich die kranken Sozialsysteme Deutschlands wieder zukunftsfähig gestalten lassen können. Dabei gibt es die verschiedensten Ansätze, von einer Erhöhung der Einnahmen bis zur Kürzung unnötiger Ausgaben. Eng damit verbunden ist die Frage, was Teil einer Solidargemeinschaft sein sollte und was nicht. Die ZDF-Produktion Fast perfekte Frauen kommt da eigentlich zu einer idealen Zeit. Schließlich wird auch hier geschaut, ob eine Kur wirklich gerechtfertigt ist oder Verschwendung am Rande des Betrugs. Soll die Allgemeinheit dafür bezahlen, dass ein paar Frauen am Strand liegen und nichts tun? Frauen, denen körperlich erst einmal gar nichts fehlt, sondern denen schon der Alltag zu anstrengend ist?

Daraus hätte man die verschiedensten Genres machen können, je nachdem, was man aussagen möchte. Von der Satire über ein ernstes Drama bis zu irgendwelchen Aufklärungsthrillern wäre alles denkbar gewesen. Beim ZDF entschied man sich wieder für einen dieser Filme, die so ein bisschen dazwischen liegen und niemandem wehtun sollen. Verkauft wird Fast perfekte Frauen als Tragikomödie. Das ist sicher nicht falsch, könnte aber falsche Erwartungen wecken. So ist an dem Film eigentlich nichts komisch. An manchen Stellen sollen originelle Einfälle rund um die Aktivitäten wohl für Erheiterung sorgen. Tatsächlich lustig wird es aber nie. Vielmehr gilt hier, was für ganz viele deutsche Fernsehkomödien gilt: Das plätschert alles vor sich hin, nach anderthalb Stunden ist alles vorbei, ohne dass da wirklich etwas unterhaltsam gewesen wäre.

Belanglos

Etwas besser sieht es um den ernsten Teil aus. So ist es grundsätzlich schon sympathisch, wenn hier dafür plädiert wird, dass Menschen nicht immer nur funktionieren müssen. Wenn Christine zum Schluss davon spricht, dass ihr das Leben insgesamt einfach zu viel wurde, dürfte vor den Fernsehern so manche gut nachvollziehen können, wovon sie da spricht. In Fast perfekte Frauen gibt es nicht die ganz großen Dramen, sondern Figuren, bei denen sich über die Jahre das Unglück und die Müdigkeit angesammelt haben, einfach weil nie die Zeit reichte, sich all dem zu stellen und mal etwas abzuarbeiten. Der Aufenthalt an der Nordsee soll ihnen die Möglichkeit geben, einfach mal nur zu sein und sich selbst zu fühlen.

Doch selbst wenn man das persönlich gut nachempfinden kann, macht das noch keinen interessanten Film. So geht Regisseurin und Co-Autorin Gabriela Zerhau (Ein Dorf wehrt sich) nie in die Tiefe, wenn sie die verschiedenen Themen anspricht. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Klischees. Dass beispielsweise die Lüge der Protagonistin, die andere im Unklaren lässt, warum sie wirklich da ist, kurz vorm Ende auffliegt, ist ebenso obligatorisch wie die dramatische Zuspitzung, welche die Figuren zusammenschweißen soll. Auch wenn das Setting mal was anderes ist, Fast perfekte Frauen begnügt sich am Ende damit, eine sehr austauschbare Geschichte zu erzählen. Das muss einen nicht stören, man kann die Tragikomödie gut nebenbei schauen, als Entspannungsübung. Doch so relevant das Thema an und für sich ist, so belanglos ist das daraus entstandene Werk geworden.

Credits

OT: „Fast perfekte Frauen“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Gabriela Zerhau
Drehbuch: Gabriela Zerhau, Maya Duftschmid
Musik: Andreas Weidinger, Christoph Zirngibl
Kamera: Dennis Pauls
Besetzung: Silke Bodenbender, Anne Roemeth, Ilse Neubauer, Tanja Schleiff, Malene Becker, Sabrina Amali, Ewa Patricia Klosowski, Helene Grass, Kya-Celina Barucki, Friederike Wagner

Bilder

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Fast perfekte Frauen
fazit
„Fast perfekte Frauen“ begleitet eine Journalistin auf eine Kur für erschöpfte Frauen, die sie als Geldmacherei entlarven will. Das Thema an sich ist schon aktuell und wichtig. Es wurde allerdings eine Tragikomödie daraus gemacht, die weder unterhaltsam ist noch in die Tiefe geht. Stattdessen gibt es diverse Klischees.
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