
Die Freude war groß bei Martin Kessler (Friedrich Witte), als seine vor vier Jahren verschwundene Tochter Luna plötzlich vor ihm stand. Doch die Freude hält nicht lang, nur wenige Wochen später wird sie erschossen aufgefunden – und das auch noch im Wagen des alleinerziehenden Vaters. Aber warum sollte er sie umbringen wollen? Caspar Bergmann (Thomas Heinze) und Annabell Lorenz (Stephanie Stumph) wissen selbst nicht, was sie von dieser Geschichte halten sollen. Während sie der Sache nachgehen und das Umfeld befragen, finden sie heraus, dass die Tote Geheimnisse mit sich herumtrug. Und dass da noch andere Menschen sich verdächtig verhalten …
Rätselhafter Einstieg
Seit 2023 schon läuft die aktuelle Fassung der beliebten ZDF-Krimiserie Der Alte, bei der Thomas Heinze in die Rolle des Kommissars schlüpft. Und offensichtlich erfreut sich auch diese einer größeren Beliebtheit, schließlich produziert der Sender jährlich acht neue Folgen. Bei Der König von Maierbrunn, der letzten Episode im vergangenen Jahr, wurde das Publikum in die Abgründe des Jugendfußballs mitgenommen. Anlass war der Mord an einer Trainerin. Jetzt stehen die nächsten acht Folgen des Dauerbrenners an. Bei Wunschkind, dem Auftakt der vierten Staffel mit dem derzeitigen Protagonisten, gibt es kein vergleichbares Milieu, welches irgendwelche gesellschaftlichen Aspekte ermöglichen würde. Stattdessen bleibt man dieses Mal rein im Privaten.
Das ist erst einmal nicht schlimm. Ein Krimi muss nicht wirklich etwas zu auszusagen zu haben, um das Publikum zu unterhalten. Und zumindest anfangs gibt es hier einiges, was zum Miträtseln einlädt. So ist es schon eigenartig, dass ein Mensch jahrelang verschwunden ist, dann zurückkehrt, nur um kurze Zeit später ermordet zu werden. Ebenso mysteriös ist die Sache mit dem Auto. Klar, die naheliegendste Erklärung ist, dass es der Vater war. Aber wäre die Auflösung so einfach, gäbe es keinen Krimi. Also dürfen die Zuschauer und Zuschauerinnen bei Der Alte: Wunschkind eigene Hypothesen aufstellen, wer hinter allem steckt und warum dieser Mord geschehen ist. Auf dem Weg zur Erkenntnis warten wie immer falsche Fährten und verdächtige Leute, alles, was man für einen klassischen Whodunit braucht.
Blödes Ende
Hat ein Genrebeitrag aber weder gesellschaftliche Elemente noch ein interessantes Milieu zu bieten, braucht es schon auch einen guten Kriminalfall. Und der fehlt hier. Trotz des besagten Rätselstoffes ist die Folge letztendlich unbefriedigend. Die Auflösung ist tatsächlich überraschend, was in erster Linie mit einer Wendung zusammenhängt, die mindestens fragwürdig ist. Man darf sie sogar richtig bescheuert finden. Richtig Lust auf weitere Folgen macht Der Alte: Wunschkind daher nicht, da müssen die nächsten sieben Episoden doch bitte bessere Geschichten parat halten. Nächstes Mal geht es in Die Wahrheit im Dunkeln um einen Moderator eines True-Crime-Podcasts, der erschlagen wurde.
OT: „Der Alte: Wunschkind“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Herwig Fischer
Drehbuch: Arne Laser
Musik: Jens Langbein
Kamera: Fabian Rösler
Besetzung: Thomas Heinze, Stephanie Stumph, Yun Huang, Sidonie von Krosigk, Annika Blendl, Friedrich Witte, Jule Ronstedt, Anna Wagner, Marinus Hohmann, Theresa Löscher, Felix Phönix Lehmann
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