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Polizeiruf 110: Goldraub

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„Polizeiruf 110: Goldraub“ // Deutschland-Start: 29. März 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß, als Jan Michalski in seiner Goldschmiede-Manufaktur überfallen und getötet wird. Dabei wird auch eine wertvolle Schmucksammlung gestohlen, die Teil einer Ausstellung in einem nahegelegenen Museum ist. Vincent Ross (André Kaczmarczyk) und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) gehen der Sache nach und vermuten, dass eine polnische Bande dahintersteckt, die schon seit Längerem ihr Unwesen treibt und deren Markenzeichen die Clownsmasken sind, die sie tragen. Während Rogov mit der Potsdamer Kollegin Grit Klempke (Anne Müller) nach dem Täter sucht, befragt Ross das Umfeld des Toten, darunter dessen Ehefrau Bettina (Deborah Kaufmann), die Teilinhaberin des Geschäfts ist, sowie deren Sohn Nico Wilke (Jakob Fliess) …

Konventioneller Krimi

Zuletzt zeigte sich Polizeiruf 110 von einer ungewohnt produktiven Seite. Während man oft wochenlang warten muss, bis ein neuer Teil herauskommt, geht es aktuell Schlag auf Schlag. Zweimal schon war man diesen Monat im Einsatz und zeigte dabei eine große thematische Vielfalt. Da ging es beispielsweise in dem Magdeburger Beitrag Your Body My Choice um das Reizthema Abtreibung, als die Mitarbeiterin einer Arztpraxis ermordet wird. Anschließend befasste sich das Münchner Duo Ablass mit zwei rätselhaften Fällen, wo Geständnisse der Täter mehr Fragen aufwarfen, als sie zu beantworten. Jetzt reisen wir mit Goldraub wieder an die deutsch-polnische Grenze, wo seit einiger Zeit ein Team mit wechselnder Besetzung unterwegs ist. Dieses Mal sind wieder Ross und Rogov an der Reihe.

Der 426. Teil der der inzwischen von der ARD produzierten Krimireihe ist dabei ein ganz klassischer Genrevertreter. Während die beiden vorangegangenen Filme sich mit gesellschaftlichen Themen befassten und dabei auch schon mal zu Provokationen griffen, fehlt hier etwas Vergleichbares. Ein Mann wurde überfallen und ermordet, die Polizei muss herausfinden, wer das getan hat – ein typischer Whodunit eben. Kritik an sozialen Verhältnissen? Denkanstöße und Diskussionsgrundlagen? Das sucht man in Polizeiruf 110: Goldraub vergeblich. Manche werden sich vielleicht noch immer über das nicht ganz alltägliche Erscheinungsbild von Ross echauffieren. Das war es aber auch schon, ansonsten geht das hier alles sehr konventionell zu, ohne die Absicht oder zumindest die Gefahr, auch mal irgendwo anzuecken.

Unterhaltsam, aber schnell vergessen

Das ist je nach Ansicht positiv oder negativ. Wer einfach mal wieder einen „normalen“ Krimi sehen möchte, bei denen die Ermittlungen im Mittelpunkt stehen und nicht irgendwelche moralischen Überlegungen oder psychische Abgründe der Polizei, wird bedient. Das läuft alles kompetent und sauber ab, das Duo erledigt einfach seine Arbeit, ohne sich auf Nebenschauplätzen zu verlieren. Man kann sich bei Polizeiruf 110: Goldraub auf das Wesentliche konzentrieren. Anderen könnte das aber zu wenig sein. So findet man hier nichts, woran man sich in einem Monat noch erinnern würde und das irgendeinen Mehrwert bieten würde. Der Film ist schon recht beliebig geworden, was man gerade bei dieser Reihe doch eher selten hat.

Am prägnantesten ist noch das Duo selbst, mit dem man doch ganz gern seine Zeit verbringt. Sie sind unterschiedlich genug, damit es zu Reibungen kommt, ohne deswegen aber wie bei anderen Krimis ständig völlig unnötige Konflikte heraufzubeschwören. Der Unterhaltungsfaktor stimmt bei Polizeiruf 110: Goldraub zumindest. Der Fall an sich ist in Ordnung. Für einen Whodunit ist die Auswahl an tatsächlich in Frage kommenden Verdächtigen aber doch recht überschaubar, weshalb man nicht so wahnsinnig lang rätseln muss, wer es gewesen sein könnte. Man muss auch beim Motiv nicht wirklich überlegen, das ergibt sich bei dem Verbrechen mehr oder weniger von selbst. Wer in der Stimmung ist für einen geradlinigen Genrevertreter, schaltet ein.

Credits

OT: „Polizeiruf 110: Goldraub“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Felix Karolus
Drehbuch: Felix Karolus, Peter Dommaschk, Ralf Leuther
Musik: Andrej Melita
Kamera: Wolfgang Aichholzer
Besetzung: André Kaczmarczyk, Frank Leo Schröder, Deborah Kaufmann, Jakob Fliess, Meira Durand, Theo Trebs, Esther Esche

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Polizeiruf 110: Goldraub
fazit
In „Polizeiruf 110: Goldraub“ wird ein Goldschmied überfallen und getötet, die Spur führt zu einer Bande. Der Film ist ein Fall für Fans klassischer Krimis: Hier gibt es weder eine gesellschaftliche Komponente noch psychische Abgründe. Das Ergebnis ist ganz unterhaltsam, im Anschluss aber schnell vergessen.
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