Mother Couch
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Mother, Couch

Mother Couch
„Mother, Couch“ // Deutschland-Start: 27. Februar 2026 (Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hat es David (Ewan McGregor) richtig eilig, da er zum Geburtstag seiner Tochter muss. Da kann er es gar nicht gebrauchen, dass seine Mutter (Ellen Burstyn) sich plötzlich so komisch verhält. Denn als die beiden und Davids älterer Bruder Gruff (Rhys Ifans) in ein Möbelgeschäft gehen, findet die Seniorin eine Couch, die ihr so gut gefällt, dass sie nicht wieder aufstehen will. Die beiden Brüder würden die Couch ja auch kaufen, aber selbst das will ihre Mutter nicht. Sie will bleiben, da wo sie jetzt ist. Unschlüssig, wie sie mit der Situation umgehen sollen, rufen sie ihre Schwester Linda (Lara Flynn Boyle) herbei. Eine Lösung hat diese aber ebenso wenig zu bieten. Während die Zeit voranschreitet und die Familie sich darauf einstellen muss, dass das alles noch länger dauern wird, kommen auch unterdrückte Konflikte an die Oberfläche …

Keine wirkliche Familie

Man kennt das Szenario aus zahlreichen Filmen: Eine Familie kommt für einen bestimmten Anlass zusammen und muss sich dann wohl oder übel mit zahlreichen Problemen auseinandersetzen, über die nie jemand sprechen wollte. Die Anlässe können dabei sehr unterschiedlich sein. Hoch im Kurs stehen Feierlichkeiten wie Weihnachten oder Geburtstage, aber auch Todesfälle bieten sich da an. Prinzipiell ist auch Mother, Couch ein Vertreter dieser Art Film, wenn drei Geschwister aufeinandertreffen, die sonst nicht viel miteinander zu tun haben, und dann diverse Geschichten ausgepackt werden. Während die meisten Filme aber nachvollziehbare Anlässe nehmen, die man auch aus dem eigenen Leben kennt, da ist die Situation hier schon sehr kurios.

Wer eine tatsächliche Antwort erhofft, warum die Matriarchin sich so komisch verhält, wird aber enttäuscht. Die Adaption eines Romans von Jerker Virdborg (Operation Schwarze Krabbe) hat über die Motivation nichts zu sagen. Sie hat auch über die Figur nicht viel zu sagen, es reicht nicht einmal für einen eigenen Namen. An einer Stelle erfahren wir zwar, dass sie keine Kinder wollte, weshalb der dreifache Nachwuchs von drei verschiedenen Vätern schon etwas seltsam anmutet. Aber das dient weniger der Charakterisierung der Mutter als vielmehr dem Aufzeigen der schwierigen Verhältnisse. Mother, Couch zeigt eine Familie, der mit der Bezeichnung „dysfunktional“ noch geschmeichelt wäre. Denn eigentlich ist das hier keine Familie, sondern eine Anhäufung von Individuen, die nur notdürftig zusammengehalten wird.

Faszinierend, aber nicht sehr tiefgründig

Wie es zu all dem kommen konnte, wird dabei nie ganz klar. Überhaupt scheint Regisseur und Drehbuchautor Niclas Larsson kein wirkliches Interesse daran zu haben, dem Publikum etwas zu erklären. Im Gegenteil: Mother, Couch ist ein Film, der sich gerade darin gefällt, dass er seltsam ist. Das betrifft nicht nur die besagte kuriose Ausgangssituation. Auch das Verhalten der Figuren ist in mehr als einer Hinsicht komisch, die Zuschauer und Zuschauerinnen sollen sich schließlich an den zwar nicht sehr tiefgründig beschriebenen, aber dafür eben schrägen Charakteren erfreuen. Gegen Ende hin verlässt Larsson dann sowieso jede Form der Wirklichkeit, wenn die Sinnsuche des Protagonisten ins Surreale führt.

Das Ergebnis ist gemischt, weshalb die Tragikomödie nach der Weltpremiere beim Toronto International Film Festival 2023 trotz Starbesetzung ziemlich untergegangen ist. So kann man sich hier nicht entscheiden, ob man nun über Alltägliches sprechen und Identifikationsfläche schaffen möchte oder doch lieber alles irgendwie verrückt sein soll. Und auch wenn da Themen dabei sind, die tiefgründig sind, die Beschäftigung damit ist es nicht. Insofern bleibt Mother, Couch dann doch unter den Möglichkeiten. Und doch ist der Film einen Blick wert. Ein gut aufgelegtes Ensemble, verbunden mit einigen originellen Einfällen und Metaphern, sorgt dafür, dass man doch irgendwie fasziniert auf dieses eigenartige Treiben in dem Möbelhaus blickt. Man darf nur nicht erwarten, im Anschluss sehr viel schlauer geworden zu sein und wertvolle Erkenntnisse gesammelt zu haben.

Credits

OT: „Mother, Couch“
Land: USA, Schweden, Dänemark
Jahr: 2023
Regie: Niclas Larsson
Drehbuch: Niclas Larsson
Vorlage: Jerker Virdborg
Musik: Christopher Bear
Kamera: Chayse Irvin
Besetzung: Ewan McGregor, Rhys Ifans, Taylor Russell, Lara Flynn Boyle, Lake Bell, F. Murray Abraham, Ellen Burstyn

Bilder

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Mother, Couch
fazit
In „Mother, Couch“ weigert sich eine Frau, die Couch in einem Möbelgeschäft zu verlassen, was zu diversen familiären Auseinandersetzungen führt. Die zunehmend surreale Romanadaption gefällt durch die kuriose Situation und ein gut aufgelegtes Ensemble. Man darf aber nicht zu viel Tiefgang erwarten.
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