Monsieur Robert kennt kein Pardon Les Vengeances de Maître Poutifard
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Monsieur Robert kennt kein Pardon

Monsieur Robert kennt kein Pardon Les Vengeances de Maître Poutifard
„Monsieur Robert kennt kein Pardon“ // Deutschland-Start: 5. März 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich arbeitet Robert Poutifard (Christian Clavier) ja gern als Lehrer und bringt den Kindern alles Mögliche bei. Wären da nur nicht einige besonders fiese Exemplare, die ihm sein tägliches Leben schwermachen. Richtig traurig ist er daher nicht, als er nach 30 Jahren in Rente geht und sich wieder anderen Themen widmen kann als dem Unterrichten. Eines liegt ihm besonders am Herzen: Er will Rache dafür, dass einige aus seiner Klasse seine große Liebe Claudine Haignerelle (Jennie-Anne Walker) vergrault haben. So hatte er seiner kanadischen Kollegin einen Antrag gemacht, was durch einen fiesen Streich sabotiert wurde. Viele Jahre hat er an einem Plan gearbeitet, wie er das Leben von vier ehemaligen Schülern und Schülerinnen zerstören kann. Nun endlich ist die Zeit kommen. Der erfolgreiche Chefkoch Anthony Lecain (Roby Schinasi), die populären Influencer-Zwillinge Camille (Salomé Partouche) und Mélanie Guillot (Noémie Chicheportiche) sowie die Pop-Diva Audrey Nabindibo (Kézia Quental) sollen dafür bezahlen, was sie ihm genommen haben …

Chaotisch, albern, peinlich

Eigentlich ist Pierre-François Martin-Laval primär als Schauspieler bekannt, seit seinem Debüt Mitte der 1990er hat der Franzose in Dutzenden Filmen und Serien mitgewirkt. Dann und wann wechselt er aber auch die Seiten und verlegt sich lieber auf das Inszenieren. Dabei haben es ihm vor allem komödiantische Stoffe angetan. Hierzulande sind unter anderem die beiden Comic-Adaptionen School Camp – Fies gegen mies und Gaston – Katastrophen am laufenden Band erschienen. Aber auch die biografische Schach-Tragikomödie Das Wunder von Marseille geht auf ihn zurück. Mit Monsieur Robert kennt kein Pardon kommt nun ein weiteres Werk des Filmemachers bei uns heraus, rund zweieinhalb Jahre nach dem französischen Kinostart. Warum man sich dafür entschieden hat, die Komödie doch noch bei uns zu veröffentlichen, wird dabei aber nicht ganz klar. Dafür ist sie nicht gut genug.

Das Szenario ist dabei sogar noch ganz vielversprechend. Ein Lehrer, der nach der Pensionierung Rache an einigen früheren Quälgeistern sucht? Doch, daraus hätte man etwas machen können. Der Stoff bietet sich für eine richtig böse Komödie an. Solche findet man in Frankreich immer wieder mal, etwa in der herrlich gemeinen Lotto-Anthologie Sechs Richtige – Glück ist nichts für Anfänger. Nur ist Martin-Laval offensichtlich der Falsche für eine solche Aufgabe. Denn er zeigt kein Interesse daran, auch mal einen etwas dunkleren Humor zu präsentieren. Stattdessen setzt er bei Monsieur Robert kennt kein Pardon bevorzugt auf Chaos und viel Albernheit, wenn die Figuren in peinliche Situationen geraten. Da kann dann schon einmal jemand die Hose runtergezogen oder mit Farbe überschüttet werden. Die Witze sind also schon sehr kindisch.

Aufruf zur Versöhnung

Vielleicht wollte man auch deshalb nicht so sehr in die Vollen gehen, weil das Ziel des Films ja eine versöhnliche Aussage ist. Das Publikum wird dazu angehalten, einander zu vergeben und auf eine Rache zu verzichten. Da ist klar, dass nicht zu viel Böses geschehen darf, was dann nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Grundsätzlich ist es ein nobles Anliegen, wenn Monsieur Robert kennt kein Pardon Gräben überwinden will. Und irgendwie tut es auch gut, als Ausgleich für die unzähligen Rachethriller, welche die ganze Zeit veröffentlicht werden, wo ein Verbrechen Dutzende von Morde nach sich zieht und Gewaltfantasien auf fragwürdige Weise legitimiert werden sollen. Man muss da nicht immer in die Vollen gehen.

Problematisch ist aber, wenn das Ergebnis dann langweilig wird. Und das ist hier der Fall. Über weite Strecken ist der Film so banal und harmlos, dass der Spaß auf der Strecke bleibt. Zwar ist Christian Clavier (Voilà Papa! Der fast perfekte Schwiegersohn) wieder mit großem Einsatz dabei, so wie man es von ihm gewohnt ist. Auch Isabelle Nanty in der Rolle seiner dominanten Mutter fällt durch ihre Spielfreude auf. Das reicht aber nicht, um das müde Drehbuch auszugleichen. Hin und wieder sind da schon noch amüsante Momente dabei, etwa wenn die Besessenheit des Protagonisten enthüllt wird. Insgesamt ist Monsieur Robert kennt kein Pardon aber eine Enttäuschung und bleibt weit unter dem, was möglich gewesen wäre.

Credits

OT: „Les Vengeances de Maître Poutifard“
Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2023
Regie: Pierre-François Martin-Laval
Drehbuch: Pierre-François Martin-Laval, Daive Cohen
Musik: Pascal Lengagne
Kamera: Nicolas Gaurin
Besetzung: Christian Clavier, Jennie-Anne Walker, Isabelle Nanty, Roby Schinasi, Kézia Quental, Salomé Partouche, Noémie Chicheportiche, Oussama Kheddam

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Monsieur Robert kennt kein Pardon
fazit
In „Monsieur Robert kennt kein Pardon“ will sich ein pensionierter Lehrer an den ehemaligen Schülern rächen, die seine Beziehung zerstört haben. Das Szenario hatte viel Potenzial. Es wurde aber nicht genug draus gemacht. Was sich als schwarze Komödie angeboten hätte, wird zu einer harmlos-albernen Angelegenheit, die eher langweilt als unterhält.
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