
Eigentlich waren die Menschen nach Curaçao und Aruba gekommen, um sich dort zu entspannen. Doch als das Nachbarland Veragua aus heiterem Himmel die beiden Inseln angreift, ist es mit der Ruhe vorbei. Andy (Tarikh Janssen), der zur niederländischen Marine gehört und dessen Vater selbst auf der Insel lebt, wird ebenso überrascht wie die reguläre Bevölkerung. Gemeinsam mit Jack (Gijs Blom) und Noa (Ortál Vriend) muss er plötzlich um sein Überleben kämpfen, auch weil die Niederlande keine Truppen schicken können. Zur gleichen Zeit sucht der Diplomat Caan (Gijs Scholten van Aschat) nach einem Weg, aus diesem Chaos zu fliehen – und nur die drei können ihn jetzt noch retten …
Ein fiktiver Krieg
An Kriegsfilmen mangelt es eigentlich nicht. Besonders populär ist dabei nach wie vor der Zweite Weltkrieg, der gefühlt jede Woche einen neuen Film erhält – mehr als 80 Jahre nach Kriegsende. Und auch sonst sind es besonders historische Szenarien, die verarbeitet werden. Geschichten, die in der Gegenwart spielen, sind hingegen eher selten. Das liegt nicht nur daran, dass diese Kriege eben noch nicht vorbei sind. Auch politisch ist das zuweilen heikel, da das oft bedeutet, Position beziehen zu müssen. Zumindest, wenn man eindeutige Böse braucht. Beim Kampf gegen Terroristen geht das, bei Konflikten zwischen Ländern eher weniger. Invasion – Zwischen Paradies und Inferno machte es sich daher einfach und erfand den Feind einfach. Zwar ist es naheliegend, dass der Film von Venezuela spricht, wenn ein südamerikanisches Land die Insel überfällt. Offiziell ist es aber die erfundene Nation Veragua, die hier zum Angreifer wird.
Wobei sich der Film ohnehin nicht für die politische Dimension interessiert. Wichtiger ist hier die Action, wenn ständig etwas los ist. Invasion – Zwischen Paradies und Inferno startet zu diesem Zweck gleich eine ganze Reihe von Strängen, zwischen denen hin und her gesprungen wird. Zwar ist Andy so etwas wie die Hauptfigur des Geschehens. Regelmäßig geht es aber auch um andere Figuren und andere Schauplätze, etwa seinen Bruder Judsel (Jasha Rudge), der bei der Küstenwache arbeitet. Oder eben der Diplomat, der gerettet werden muss. Das Ergebnis ist gemischt. Auf der einen Seite wird auf diese Weise schon ganz gut das Chaos veranschaulicht, wenn überall etwas los ist und alle mit der Situation überfordert sind. Es gibt dann eben doch nicht nur einen Kriegsschauplatz.
Mehr Hektik als Geschichte
Der Nachteil ist, dass es schwierig ist, irgendwo auch mal tatsächlich mitzufühlen und eine Verbindung aufzubauen. Ganz am Anfang wird ein größerer Fokus auf Andy und dessen Familie gelegt, danach ist dann nur noch Gewusel angesagt. Es gelingt Regisseur Bobby Boermans (iHostage) dann auch nicht, wirklich viel Spannung aufzubauen. Invasion – Zwischen Paradies und Inferno kommt vor lauter Hektik nicht dazu, auch tatsächlich etwas zu erzählen. Das hat dann zuweilen mehr von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Szenen, die geschehen, weil man eben etwas brauchte, nicht weil da ein wirkliches Konzept hinter dem Gewusel steckt. Die Menschen sind alle nur ein Mittel zum Zweck. Über den Feind erfährt man sowieso nichts. Es hätten auch Aliens sein können.
Sinn und Glaubwürdigkeit sollte man ohnehin nicht erwarten, das war bei der niederländischen Produktion nicht vorgesehen. Beispielsweise ist es schon ein wenig billig, dass die Figuren der einzelnen Stränge so eng miteinander verbandelt sind, mehrfach durch Verwandtschaft. Und auch bei der Auflösung hat man es sich schon arg einfach gemacht. Hinzu kommt, dass Invasion – Zwischen Paradies und Inferno sicherlich nicht das größte Budget hatte, was sich dann an den Actionszenen bemerkbar macht. So richtig mitreißend sind die dann doch nicht. Wer sich ein bisschen vom Chaos mitreißen lassen möchte und den Inhalt dabei nicht weiter beachtet, kann es zwar schon einmal hiermit versuchen. Aber da gibt es in dem Segment doch zu viel Besseres, als dass das hier notwendig gewesen wäre.
OT: „Invasie“
Land: Niederlande
Jahr: 2024
Regie: Bobby Boermans
Drehbuch: Philip Delmaar, Lucas de Waard
Musik: Laurens Goedhart, Fons Merkies
Kamera: Daan Nieuwenhuijs
Besetzung: Tarikh Janssen, Gijs Blom, Ortál Vriend, Fedja van Huêt, Gijs Scholten van Aschat, Jasha Rudge
Amazon (DVD „Invasion – Zwischen Paradies und Inferno“)
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