
Wetterfrosch Clark Forrest (Jason Bateman) und Gebärdensprache-Übersetzer Floyd Smernitch (David Harbour) arbeiten nicht nur für denselben Fernsehsender. Sie sind auch gut miteinander befreundet, unternehmen in ihrer Freizeit viel zusammen. Als sie mal wieder eines Tages Zeit miteinander verbringen, kommt das Gespräch auf eine Dating-App, die unkomplizierte Treffen verspricht. Da beide in ihren Beziehungen nicht sehr glücklich sind, beschließen sie, das einmal auszuprobieren. Während Clark sich damit begnügt, einfach mit Floyds Frau Carol (Linda Cardellini) zu schlafen, wagt sich sein Mitverschwörer tatsächlich raus in die Welt. Das war jedoch vielleicht nicht die beste Idee, denn einige Zeit später ist er tot und Detective Donoghue Homer (Richard Jenkins) muss die Umstände seines Todes aufklären …
Ein komisches Rätsel
Manchmal kann so ein erster Eindruck täuschen. Wer sich die bloße Inhaltsangabe von DTF St. Louis durchliest, könnte schnell auf die Idee kommen, dass es sich hierbei um einen Krimi handelt. Schließlich wird mit einem klassischen Genre-Szenario gearbeitet, wenn zu Beginn der Geschichte eine Leiche gefunden wird und anschließend herausgefunden werden muss, was geschehen ist und wer das Verbrechen begangen hat. Es wird auch ermittelt während der sieben Folgen. Doch Serienschöpfer Steven Conrad, der zuvor unter anderem die Drehbücher für Das erstaunliche Leben des Walter Mitty und Wunder geschrieben hat, hat etwas anderes vor. Die HBO Max Produktion interessiert sich viel mehr für die beiden Männer und ihre jeweiligen Leben, weniger für die Frage, wer denn Floyd umgebracht haben könnte.
Zu diesem Zweck fährt die Serie zweigleisig. Auf der einen Seite erzählt sie von den besagten Ermittlungen, bei denen Homer herausfinden will, was denn nun genau geschehen ist. Diese Szenen wechseln sich ab mit solchen aus der Zeit davor. Das ähnelt ziemlich 56 Tage, eine kurze Zeit zuvor veröffentlichte Serie auf Amazon Prime Video. Auch dort wechseln sich Ermittlungsszenen um eine gefundene Leiche und Szenen über die beiden Hauptfiguren ab, welche die Hintergründe und Entwicklungen aufzeigen. Doch während das Konkurrenzprodukt dann doch eine Art Mystery-Thriller ist, verbunden mit viel Romantik, da ist DTF St. Louis in erster Linie eine Komödie über zwei Freunde, die zwar nicht wirklich unglücklich sind, aber irgendwie doch unzufrieden mit dem Verlauf, den ihr Leben gerade nimmt. Das versuchen sie zwar zu ändern, sind dabei aber nicht so wahnsinnig erfolgreich.
Das Herz hinter dem Hohn
Zunächst sieht das dann nach einer satirischen Midlife-Crisis-Abrechnung aus, welche zwei erbärmliche Männer vorführt. Doch im Laufe der Zeit lernt man sie näher kennen, sieht sie in verschiedenen Situationen und entwickelt durch die regelmäßigen Perspektivwechsel doch noch ein Mitgefühl. Denn es sind keine schlechten Menschen, mit denen wir es hier zu tun haben. Vor allem Floyd fällt immer wieder durch seine Warmherzigkeit aus, selbst in Momenten, die richtig peinlich sind oder wenn er sich mit seinem distanzierten Stiefsohn Richard (Arlan Ruf) herumplagt. Sie versuchen, sich irgendwie durchs Leben zu schlagen, was ihnen mal besser, mal schlechter gelingt. DTF St. Louis schafft dabei schon eine Art Identifikationsfläche, selbst wenn die zwei nicht unbedingt Leute sind, mit denen man sich identifizieren möchte.
Die sieben Folgen umfassende Miniserie lebt dabei von der durchgängig starken Besetzung. Im Mittelpunkt stehen dabei natürlich Jason Bateman (Black Rabbit) und David Harbour (Violent Night) als ungleiche Freunde, die mehr gemeinsam haben, als sie immer zugeben. Aber auch die übrigen Schauspieler und Schauspielerinnen tragen dazu bei, dass man gern bei dieser Demontage und Spurensuche dabei ist. Ein kleines Manko ist, dass DTF St. Louis so sehr damit beschäftigt ist, immer wieder von anderen Seiten zu beleuchten, dass die Geschichte nicht so wirklich vorankommt. Zu ungeduldig sollte man also nicht sein. Wer sich aber auf die eigenwillige Erzählweise und die gewöhnungsbedürftigen Figuren einlässt, findet hier eine weitere gute Serie des Streaminganbieters.
OT: „DTF St. Louis“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Steven Conrad
Drehbuch: Steven Conrad
Idee: Steven Conrad
Musik: Alex Wurman
Kamera: James Whitaker
Besetzung: Jason Bateman, David Harbour, Linda Cardellini, Richard Jenkins, Joy Sunday, Arlan Ruf
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