
Mit seiner Theorie, dass Leben nicht zwangsläufig auf Wasser basieren muss, katapultierte sich der Wissenschaftler Dr. Ryland Grace (Ryan Gosling) ins Aus. Statt großer Forschungsprojekte steht nun Schulunterricht an. Damit hatte er sich eigentlich abgefunden, bis er von Eva Stratt (Sandra Hüller) für das ganz besondere Mission Project Hail Mary rekrutiert wird. Bei diesen müssen die Menschen zu einem fernen Planeten reisen, um herauszufinden, wie außerirdische Wesen aufgehalten werden können, die zu einer Bedrohung für die Sonne geworden sind – und nicht nur für diese. Grace ist zunächst skeptisch, ihm ist das alles eine Nummer zu groß. Wohl oder übel muss er aber, um die Erde zu retten. Immerhin ist er nicht allein …
Witze ohne Ende
Ehre, wem Ehre gebührt: Als der erste Trailer von Der Astronaut – Project Hail Mary online ging, brach er zahlreiche Rekorde. 400 Millionen Views innerhalb von nur einer Woche: Kein Film, der nicht Teil eines Franchises ist, wurde derart oft in so kurzer Zeit angeschaut. Warum nun ausgerechnet dieser Trailer so durch die Decke gegangen ist, wird wohl niemand genau erklären können. Aber tatsächlich ist der Hype im Vorfeld enorm gewesen – und das nicht einmal unverdient. Denn auch wenn da sicherlich einiges ist, was man an diesem Science-Fiction-Abenteuer kritisieren könnte, gehört es doch zu den unterhaltsamsten und sympathischsten Werken, die dieses Jahr bislang hervorgebracht hat. Und eines, das einem selbst in dunkelsten Zeiten das Herz erwärmt. Dabei dauert es eine Weile, bis wir an diesem Punkt ankommen. Das ist dann auch einer der größten Kritikpunkte, mal wieder: die Laufzeit.
Ganze zweieinhalb Stunden fordert der Film für sich ein. Zwar gelingt es, die Zeit auch so zu füllen, dass es nie langweilig wird. Dennoch, ganz so ausufernd hätte Der Astronaut – Project Hail Mary nicht sein müssen, da die Geschichte sich zwischenzeitlich kaum weiterentwickelt. Aber diese ist sowieso fast sekundär. Zwar wird mit einem kleinen Mystery-Element gearbeitet, wenn der Protagonist zu Beginn zu sich kommt, ohne viele Erinnerungen, nach und nach erst die Vorgeschichte enthüllt wird. Davon sollte man aber nicht zu viel erwarten. Und auch der Abenteueraspekt ist nicht ganz so prominent, wie man das bei einem derartigen Szenario erwarten sollte. Wie schon bei Der Marsianer – Rettet Mark Watney – beide Filme basieren auf Romanen von Andy Weir – gibt es dafür viel Humor. Hier sogar noch etwas mehr, da kommt wirklich eine witzige Situation nach der anderen.
Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft
Maßgeblich mitverantwortlich dafür ist, dass später – Achtung Spoiler – noch ein außerirdisches Wesen dazukommt, welches gemeinsam mit Grace die Mission verfolgt. Denn es ist die Beziehung zwischen den beiden ungleichen Protagonisten, welche letztendlich im Mittelpunkt steht, quasi das Herz der Geschichte. Anfangs dient auch diese Begegnung den Komödien-Spezialisten Phil Lord und Christopher Miller (21 Jump Street, The Lego Movie) ebenfalls als eine Quelle des Humors, wenn die Hauptfiguren lernen müssen, miteinander klarzukommen und zusammenzuarbeiten. Doch diese Culture-Clash-Passagen werden weniger, im Grunde ist Der Astronaut – Project Hail Mary die Geschichte einer zwar ungewöhnlichen, dafür umso schöneren Freundschaft.
Getragen wird dies vor allem durch Ryan Gosling, der über weite Strecken der einzige menschliche Schauspieler ist und entsprechend viel allein stemmen muss. Und es gelingt ihm, aus seiner Figur einen liebenswerten Nerd zu machen, der mal durch Einfallsreichtum und mal durch pures Glück ans Ziel kommt. Wenn er mit seinem kuriosen Gegenüber agiert, dann lässt einen das Schwächen vergessen wie die besagte Überlänge oder auch die wissenschaftlichen Momente, an denen das Regie-Duo wohl so wenig Interesse hatte, dass sie einfach nur runtergerattert werden. Wen vor allem der Science-Fiction-Part interessiert, wird mit Der Astronaut – Project Hail Mary wohl eher weniger glücklich sein. Dafür ist der für Amazon Prime Video produzierte Film ein Wohlfühlfilm, der die ganze Familie anspricht und dabei so charmant ist, dass alles andere drumherum völlig verschwindet.
OT: „Project Hail Mary“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Phil Lord, Christopher Miller
Drehbuch: Drew Goddard
Vorlage: Andy Weir
Musik: Daniel Pemberton
Kamera: Greig Fraser
Besetzung: Ryan Gosling, Sandra Hüller
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