
Birgit Reincke (Veronica Ferres) und Jonas Becker (Tim Oliver Schultz) haben gerade richtig viel zu tun. Erst verschwindet ein Tourist spurlos in den Alpen. Und dann wird ein völlig abgebranntes Holzhaus gefunden, in dem eine verkohlte Leiche liegt. Wenzel Hölzner (Christoph Luser) vermutet, dass es sich bei dem Toten um seinen Cousin Theo handelt. Zunächst sieht das alles nach einem schrecklichen Unglück aus. Doch als sich die Spezialistin Marie Sonnleitner (Salka Weber) das alles anschaut, entdeckt sie einige Ungereimtheiten. Offensichtlich wollte jemand, dass alles niederbrennt und nichts zurückbleibt. Aber weshalb? Und wer steckt dahinter?
Krimi vor tollen Landschaften
Bei den vielen Krimireihen, die RTL im Rahmen des „Tödlichen Dienst-Tags“ in den letzten Jahren ausprobiert hat, kann man schon mal den Überblick verlieren – zumal einige von ihnen bereits wieder eingestellt wurden. Bei dem 2025 gestarteten Alpentod – Ein Bergland-Krimi war der Einstieg zudem durchwachsen. Der erste Teil Alte Wunden über verschwundene Kinder war schon recht mäßig geworden. Beim Nachfolger Gemeinsame Ziele, wo das Rätsel um einen im Wald erschossenen Studenten gelöst werden muss, sah es zwar besser aus. Dennoch, mehr als Durchschnitt war das nicht. Der Sender scheint aber glücklich zu sein mit dem Ergebnis und den Einschaltquoten, weshalb es jetzt eine zweite Staffel gibt, erneut mit zwei Folgen. Den Auftakt macht dabei Tiefe Schluchten.
Der Film macht seinem Titel dann auch alle Ehre, wenn es gleich zu Beginn in die Klamm geht. An dieser und anderen Stellen werden dann auch schön die Stärken ausgespielt, die diese Reihe auszeichnen. Das Setting macht schon einiges her. Das gilt zugegeben für einige dieser Dienstag-Krimireihen. Während viele dabei aber auf ein maritimes Flair setzen, da geht es in Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Tiefe Schluchten eben in die Berge. Für den Inhalt ist das natürlich irrelevant. Und es ist auch nicht so, als wäre es eine absolute Innovation, in einem solchen Umfeld Geschichten zu erzählen. Aber es kann sich sehen lassen. Ein Teil des Spaßes besteht schon darin, dass die Leute durch tolle Landschaften laufen, die darauf Lust machen, selbst mal dort Urlaub zu machen.
Solider Inhalt
Wobei der Fall für sich genommen auch in Ordnung ist. Da werden am Anfang gleich mehrere Hinweise gestreut, dass an der Geschichte mehr dran ist als gedacht. Und ebenso klar ist, dass die zwei Fälle irgendwie zusammenhängen müssen – sonst hätte man sie nicht parallel eingeführt. Man darf aber schon eine ganze Weile grübeln, bevor Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Tiefe Schluchten sagt, worum es eigentlich geht. Auf dem Weg zum Finale kommt es zu einigen Wendungen und überraschenden Entdeckungen. Später wird dann noch versucht, mit brenzligen Situationen für Spannung zu sorgen. Die große Krimikunst ist das dann zwar alles nicht. Aber es funktioniert, man kann sich den Film schon anschauen.
Etwas nervig ist hingegen wieder das Personal. Wie schon bei den Teilen zuvor wird auf Konflikte innerhalb des Teams gesetzt, die man im Einzelnen nicht nachvollziehen können muss. Das kann ebenso nerven wie die persönlichen Geschichten, die zwischendurch eingebaut werden. Das betrifft vor allem mal wieder Reincke, die schon ziemlich auf die Nerven gehen kann, wenn sie anderen permanent reinredet und dabei zwischenmenschlich nicht die kompetenteste ist. Zum Glück ist das aber nicht ganz so oft der Fall, im Großen und Ganzen ist Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Tiefe Schluchten ein solider Krimi geworden. Ob es diesen braucht, darüber lässt sich zwar streiten, von der Landschaft abgesehen ist da nicht so wahnsinnig viel. Aber es gibt Schlimmeres im deutschen Fernsehen. Nächstes Mal handelt Im ewigen Eis von zwei Leichen. Die eine ist Hunderte von Jahren alt, die andere taufrisch.
OT: „Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Tiefe Schluchten“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Felix Herzogenrath
Drehbuch: Lucas Flasch
Musik: Till Metzner
Kamera: Dominik Berg
Besetzung: Veronica Ferres, Tim Oliver Schultz, Salka Weber, Heiko Ruprecht, Marcel Mohab, Sami Loris, Ferdinand Seebacher, Laura Schittke, Merle Wasmuth, Christoph Luser, Sophie Lutz
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