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Agatha und der Fluch von Ischtar

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„Agatha und der Fluch von Ischtar“ // Deutschland-Start: 11. März 2026 (ONE)

Inhalt / Kritik

Zwei Monate. So viel Zeit haben die Verleger der britischen Autorin Agatha Christie (Lyndsey Marshal) gegeben, damit sie einen neuen Krimiroman schreibt. Es braucht also eine Inspiration, dringend. Da trifft es sich doch gut, dass sie das Archäologen-Paar Leonard (Jack Deam) und Katharine Woolley (Katherine Kingsley) kennengelernt hat, die gerade im Irak mit Ausgrabungen beschäftigt sind. Kaum in dem Land angekommen, macht die Schriftstellerin die Bekanntschaft von Max Mallowan (Jonah Hauer-King), einem weiteren Archäologen, der gerade angeschossen wurde und dringend Hilfe braucht. Da er selbst mit den Woolleys bekannt sind, reisen die beiden gemeinsam weiter zu deren Anwesen. Und auch dort geht es hoch her, denn das Lieblingsäffchen der Hausdame wird erhängt aufgefunden …

Krimi mit realen Figuren

Eigentlich sollte man meinen, dass Agatha Christie genügend Original-Geschichten verfasst hat, um beständig Filme und Serien daraus machen zu können. Schließlich hat die Queen of Crime 66 Romane veröffentlicht, dazu 14 Kurzgeschichten-Sammlungen. Damit ist man erst einmal eine Weile beschäftigt. Und doch finden sich immer mal wieder Titel, die nur von ihren Werken und den darin auftauchenden Figuren inspiriert wurden und dabei eigene Geschichten erzählen. Oder auch von Christie selbst. Ein Beispiel hierfür ist der 2018 veröffentliche britische Fernsehfilm Agatha und die Wahrheit des Verbrechens, der die Autorin selbst zu einer Detektivin machte und in der Heimat ein riesiger Erfolg war. So erfolgreich, dass ein Jahr später mit Agatha und der Fluch von Ischtar ein zweiter Film herauskam, der mit einigen Jahren Verspätung nun auch in Deutschland zu sehen ist.

Wer deshalb befürchtet, hier nicht folgen zu können, kann beruhigt sein. Ein paar Anspielungen gibt es hier zwar schon. Die eigentliche Geschichte ist aber völlig unabhängig. Es ist nicht einmal so, dass es personell Kontinuität gibt. Spielte beim letzten Mal noch Ruth Bradley die Hauptrolle, schlüpft nun Lyndsey Marshal in die Rolle von Christie. Die anderen Figuren sind sowieso neu. Wobei sie anderweitig bekannt sein könnten, zumindest bei einem Publikum, das sich mit Archäologie auskennt. Sowohl Max Mallowan wie auch die Woolleys gab es wirklich. Christie war mit ihnen im wahren Leben befreundet. Agatha und der Fluch von Ischtar nutzt die historischen Persönlichkeiten jedoch überwiegend als eine Art Namedropping, die hier geschilderten Abenteuer haben so nie stattgefunden.

Schön altmodisch

Tom Dalton, der schon beim ersten Film das Drehbuch geschrieben hat, verzichtet auch darauf, hier groß mit Meta-Elementen zu arbeiten, wie es etwa Murder by the Book getan hatte. Stattdessen ist Agatha und der Fluch von Ischtar ein klassischer Krimi, der immer mal wieder humoristisch aufgelockert wird. Am Anfang gibt es ein Verbrechen, tatsächlich sogar mehrere, danach wird anderthalb Stunden ermittelt. Mehrere Leute kommen in Frage, ein typischer Whodunit eben, auch weil da diverse moralisch eher flexible Figuren unterwegs sind. Am Ende gibt es sogar die Versammlung, wo die Protagonistin dann vor allen den Fall auflöst – wie es Christie in ihren Romanen oft getan hat.

Dieser ist weniger komplex als das, was in den Original oft geliefert wurde. Die Auflösung ist nachvollziehbar, kommt dennoch überraschend, da wie so oft entscheidende Informationen vorenthalten wurden. Aber als Krimi ist Agatha und der Fluch von Ischtar ohnehin nicht die erste Wahl, der Film bleibt nicht wirklich in Erinnerung. Und doch bietet er angenehme Fernsehunterhaltung. Das altmodische Flair, das auch mit den archäologisch-historischen Settings verbunden ist, ist irgendwie wohltuend. Die besagte humorvolle Ausrichtung hat ebenfalls ihren Anteil daran, dass man es sich hier auf dem Sofa schön gemütlich machen kann. Das sah wohl auch das heimische Publikum so, weshalb es ein Jahr später mit Agatha und die Mitternachtsmorde noch einen dritten Teil gab.

Credits

OT: „Agatha and the Curse of Ishtar“
Land: UK
Jahr: 2019
Regie: Sam Yates
Drehbuch: Tom Dalton
Musik: Oliver Coates
Kamera: Catherine Goldschmidt
Besetzung: Lyndsey Marshal, Jonah Hauer-King, Stanley Townsend, Jack Deam, Katherine Kingsley, Waj Ali, Rory Fleck Byrne, Bronagh Waugh, Crystal Clarke

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Agatha und der Fluch von Ischtar
fazit
In „Agatha und der Fluch von Ischtar“ reist die britische Krimiautorin Agatha Christie in den Irak, wo sie mehrere Verbrechen aufklären muss. Der Fall ist wenig spektakulär, das Meta-Potenzial wird kaum genutzt. Und doch ist der humorvoll angelegte Genrevertreter schön anzusehen, auch wegen der wohltuend altmodischen Atmosphäre.
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