Wuthering Heights 2026 Sturmhöhe
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Wuthering Heights – Sturmhöhe

Wuthering Heights 2026 Sturmhöhe
„Wuthering Heights – Sturmhöhe“ // Deutschland-Start: 12. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Mr. Earnshaw (Martin Clunes) lebt mit seiner Familie auf einem weitläufigen Anwesen namens Wuthering Heights. Einen Adelstitel hat er nicht, Geld eigentlich auch nicht. Und doch: Als er einen Jungen (Owen Cooper) entdeckt, der unter schwierigen Bedingungen aufwächst, nimmt er ihn bei sich auf und will aus ihm einen Gentleman machen. Catherine (Charlotte Mellington), die Tochter des Patriarchen, findet schnell Gefallen an dem Jungen und gibt ihm den Namen Heathcliff. Die beiden sind bald unzertrennlich, schwören einander, ewig zusammen zu sein. Jahre später sind die Gefühle zwischen Catherine (jetzt: Margot Robbie) und Heathcliff (jetzt: Jacob Elordi) eher noch gewachsen. Und doch ist für Catherine klar, dass sie den mittellosen Knecht nicht heiraten kann, wenn sie aus dem langsam verfallenden Haus entkommen will. Stattdessen wählt sie den vermögenden Nachbarn Edgar Linton (Shazad Latif) zum Mann, ohne zu ahnen, was sie damit anrichten wird …

Reduzierte Adaption eines Klassikers

Noch ist die Filmografie von Emerald Fennell überschaubar. Dafür hinterließen die beiden Regiearbeiten der Britin, die als Schauspielerin begann, bevor sie hinter die Kamera wechselte, großen Eindruck.  So erzählte sie 2020 in der schwarzhumorigen Thrillerkomödie Promising Young Woman von einer Frau, die Jagd auf vermeintlich nette, anständige Männer macht. Drei Jahre später setzte sie mit Saltburn auf eine ähnliche Genremischung. Dieses Mal ging es um einen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen, der eine ganz eigene Art von Klassenkampf startet. Nun meldet sie sich mit ihrem dritten eigenen Langfilm Wuthering Heights – Sturmhöhe zurück und hat sich dafür einen der großen Klassiker der englischen Literaturgeschichte ausgesucht: der gleichnamige Roman von Emily Brontë, veröffentlicht 1847 unter einem Pseudonym und anschließend bereits mehrere Male adaptiert.

Dabei geht Fennell in ihrer Version durchaus eigene Wege, weshalb der Titel offiziell in Anführungszeichen gesetzt wird. Beispielsweise hat sie eine Reihe von Figuren ersatzlos gestrichen, darunter Catherines Bruder und alle Kinder – womit auch die zweite Hälfte der Geschichte wegfällt. Stattdessen konzentriert sie sich auf die stürmische bis toxische Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren. Wuthering Heights – Sturmhöhe ändert zu dem Zweck auch die Namensgebung: War es im Roman noch der Vater, der Heathcliff seinen Namen gab, ist es hier Catherine. Damit einher geht ein Besitzanspruch der Protagonistin, die über ihren Seelenverwandten frei verfügen will, ohne selbst Rücksicht auf ihn zu nehmen. Heathcliff verwandelt sich dabei selbst von einem Opfer zum Täter, wenn er im weiteren Verlauf eine grausame Seite demonstriert. Überhaupt: Es gibt im Film praktisch keine guten Menschen, auf die eine oder andere Weise sind sie hier alle verkorkst.

Kunstvoller Fiebertraum

Diese allgegenwärtigen Abgründe treffen auf eine extrem farbenfrohe Optik. Wuthering Heights – Sturmhöhe verabschiedet sich von dem Realismus, den Andrea Arnolds Version von 2011 noch verfolgte, und schlägt eine bewusst überzogene Richtung ein. Begleitet von Liedern der britischen Sängerin Charli XCX gleicht der Film einem Fiebertraum. Das ist visuell überwältigend, da sind so viele Szenen dabei, die kunstvoll komponiert und symbolisch aufgeladen sind. Allerdings trägt das dazu bei, dass das Drama ein Film der Exzesse ist, bei dem alles größer ist, theatralisch und übertrieben. Und damit auch künstlich: Der Film erzählt zwar die ganze Zeit von Gefühlen, ist aber so weit vom menschlichen Alltag entfernt, dass diese nie wirklich echt wirken.

Style over substance wird dann sicherlich auch ein häufiger Vorwurf lauten, wenn der Film die Komplexität des Romans aufgibt, um stattdessen eine Liebe als grell-bizarre Geisterbahn zu inszenieren. Nahezu alles wird gestrichen, was nicht dieser amour fou dient. Und damit auch dem Paar, das nie eins ist. Das heißt nicht, dass die Nebenfiguren nicht auch ihre wirkungsvollen Momente haben. Hong Chau als intrigante Bedienstete, Alison Oliver in der Rolle der kurios-mädchenhaften Isabella oder die Darstellung von Martin Clunes als scheiternder Patriarch, das ist alles sehenswert. Aber es sind doch Margot Robbie und Jacob Elordi, die im Mittelpunkt stehen als zwei Menschen, die so voneinander besessen sind, dass sie alles und jeden in den Abgrund reißen. Man mag bei Wuthering Heights – Sturmhöhe oft nicht glauben, was sich da vor den eigenen Augen abspielt. Wegschauen kann man aber ebenso wenig.

Credits

OT: „Wuthering Heights“
Land: UK, USA
Jahr: 2026
Regie: Emerald Fennell
Drehbuch: Emerald Fennell
Vorlage: Emily Brontë
Musik: Anthony Willis, Charli XCX
Kamera: Linus Sandgren
Besetzung: Margot Robbie, Jacob Elordi, Hong Chau, Shazad Latif, Alison Oliver, Martin Clunes

Bilder

Trailer

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Wuthering Heights – Sturmhöhe
fazit
Basierend auf dem Romanklassiker erzählt „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ von zwei Menschen, die in ihrer Obsession voneinander alles und jeden in den Abgrund reißen. Die Adaption hat dabei vieles gestrichen und geändert, wodurch einiges von der Komplexität auf der Strecke geblieben ist. Echt fühlt sich bei dieser bewusst theatralischen Inszenierung nichts an. Dafür ist der Film in vielerlei Hinsicht überwältigend und dabei großartig gespielt.
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