
Eigentlich hatte Ercell Bodden (Priyanka Chopra Jonas), die früher als Piratin „Bloody Mary“ gefürchtet war, beschlossen, das alles hinter sich zu lassen. Stattdessen führt sie ein ruhiges Leben zusammen mit ihrem Mann T.H. (Ismael Cruz Cordova), ihrem Sohn Isaac (Vedanten Naidoo) und ihrer Schwägerin Elizabeth (Safia Oakley-Green) auf den Cayman Islands. Das ändert sich aber, als der Freibeuter Connor (Karl Urban) auftaucht und ausgerechnet das Schiff von T.H. überfällt und ihn gefangen nimmt. Das kann Ercell natürlich nicht einfach so auf sich beruhen lassen, weshalb sie loszieht, um es ganz allein mit dem Schurken und seinen Männern aufzunehmen. Connor ist seinerseits zu allem entschlossen, da er noch eine alte Rechnung offen hat …
Piratin mit Anlaufschwierigkeiten
Zuletzt hat Amazon Prime Video mehrere düstere Serien ins Programm aufgenommen, darunter Wake über eine ebenso rätselhafte wie tödliche Schlaflosigkeit-Pandemie und 56 Tage, bei dem es um eine neue Liebe, alte Geheimnisse und eine übel zugerichtete Leiche ging. Beim Filmangebot setzte der Streamingdienst hingegen eher auf leichtere Stoffe, von der Komödie bis zum Liebesfilm. Mit The Bluff kommt nun ausnahmsweise mal ein Film heraus, bei dem es richtig hart zugehen darf. Dieser sticht aber auch anderweitig aus dem Angebot hervor, wenn wir es mit einem richtigen Piratenfilm zu tun bekommen – ein historisches Genre, das früher einmal sehr populär war, inzwischen mehr oder weniger tot ist.
Und tatsächlich war auch bei dem Film hier unklar, ob er nun kommt oder nicht. Ursprünglich war er bei Netflix in der Planung, damals noch mit Zoe Saldaña in der Hauptrolle. Ein paar Jahre wurden sowohl der Anbieter wie auch die Hauptdarstellerin gewechselt. Möglich, dass die Zweifel auch damit zusammenhängen, dass bei der Geschichte eben eine Frau die Heldin ist, was nach wie vor schwerer zu verkaufen ist. So war Die Piratenbraut, ein erster großer Hollywoodversuch um eine Piratin, ein gewaltiger Flop. Das geplante Spin-off von Fluch der Karibik, bei dem eine Protagonistin im Mittelpunkt steht, kommt irgendwie auch nicht voran. The Bluff hat es zwar noch über die Ziellinie geschafft, wird aber von Amazon eher wenig beworben – was zugegeben auf die meisten Produktionen des Streamingdienstes zutrifft.
Viel Action, wenig Inhalt
Wer wegen der Besetzung erwartet, dass der Film hier familienfreundlicher ausfällt, sieht sich aber getäuscht. Tatsächlich ist das Piratenabenteuer überraschend brutal und deftig. Am ehesten bieten sich Vergleiche mit den zahlreichen Thrillern an, wo die Hauptfigur von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Dar war beispielsweise In From the Cold über eine frühere Spionin der Sowjetunion, die dazu genötigt wird, wieder aktiv zu werden. So wie dort darf sich auch Ercell in The Bluff als kampferfahrene Protagonistin beweisen. Der Unterschied ist eben, dass das hier in einem historischen Setting spielt und Waffen zum Einsatz kommen, die nicht mehr ganz aktuell sind. Aber das muss ja nicht verkehrt sein. Die Mischung aus altmodischem drumherum und moderner Inszenierung funktioniert ganz gut.
Prinzipiell machen die Actionszenen auch Laune. Nicht nur, dass dabei immer wieder die Schauplätze gewechselt werden und damit das Auge einiges geboten bekommt. Auch schauspielerisch überzeigt das. Priyanka Chopra (Citadel) bringt die notwendige Intensität und Körperlichkeit mit, um in dieser Rolle zu überzeugen. Karl Urban (The Boys) hat ebenfalls viel Spaß an seiner Rolle, wenn er als bedrohlicher Pirat immer wieder das Geschehen bestimmt. Interessanter wäre The Bluff aber geworden, wenn der Inhalt ebenfalls Abwechslung geboten hätte. Oder überhaupt ein nennenswerter Inhalt da drin war. Aber es wird abwechselnd gekämpft und verfolgt, ansonsten ist da nicht viel im Hinblick auf Handlung, Geschichte oder Dialoge. Das muss einen nicht stören, der Film bietet quasi Genreelemente in Reinform. Auf Dauer ist das aber doch ein bisschen wenig, zumal auch die Figuren selbst nicht sonderlich einprägsam sind.
OT: „The Bluff“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Frank E. Flowers
Drehbuch: Joe Ballarini, Frank E. Flowers
Musik: Henry Jackman
Kamera: Greg Baldi
Besetzung: Priyanka Chopra, Karl Urban, Ismael Cruz Córdova, Safia Oakley-Green, Temuera Morrison
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