Scarlet
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Scarlet
„Scarlet“ // Deutschland-Start: 24. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Scarlet wächst als Tochter des Königs Amelth, den sie über alles liebt, glücklich und behütet auf. Das Verhältnis zu ihrer Mutter Gertrude ist hingegen deutlich angespannter. Der strengen Königin ist es sogar ein Dorn im Auge, wie eng ihr Mann und ihre Tochter sind. Sie ist es auch, die mit Amelths Bruder Claudius ein Komplott schmiedet. So wird dem König vorgeworfen, sein Land verraten zu haben, worauf die Todesstrafe steht. Kaum wurde diese vollstreckt, besteigt der skrupellose Intrigant auch selbst den Thron und beginnt, das Land zu unterwerfen. Jahre später ist aus dem Mädchen Scarlet eine junge Frau geworden, getrieben von Hass auf ihren Onkel und dem Wunsch, den Tod ihres Vaters zu rächen. Doch Claudius kommt ihr zuvor, wodurch sie plötzlich in einer jenseitigen Welt ist, in der vieles etwas anders …

Enttäuschendes Comeback

Eine Zeit lang galt Mamoru Hosoda als einer der wichtigsten Anime-Regisseure unserer Zeit. Seinen Filmen wurde entgegengefiebert, jede Veröffentlichung war in Japan ein Event. Das Mädchen, das durch die Zeit sprang (2006) oder Der Junge und das Biest (2015) gelten als moderne Klassiker. Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft (2018) wurde sogar für einen Oscar nominiert. Insofern ist es schon etwas verwunderlich, wie sehr das neueste Werk des Japaners ignoriert wurde. Zwar feierte Scarlet bei den Filmfestspielen von Venedig 2025 Weltpremiere, lief dort aber nicht im Hauptwettbewerb. Und auch bei den diversen anderen Festivals, wo das Fantasyabenteuer gezeigt wurde, ging das Werk eher unter. Es war Teil des Programms, mehr aber nicht. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, war der Film in Japan ein Flop.

Nun muss das nicht bedeuten, dass der Film deswegen schlecht ist. Auch hervorragende Werke werden manchmal nicht wahrgenommen. Im Fall von Scarlet ist es aber leider wirklich so, dass das Ergebnis eine Enttäuschung ist, gerade für jemanden wie Hosoda, der seit vielen Jahren zuverlässig gute bis sehr gute Animes gedreht hat. Das Problem fängt schon damit an, dass hier mal wieder Shakespeares Hamlet verarbeitet wird. Natürlich ist das Stück ein großer Klassiker, der auch Jahrhunderte später noch einiges zu erzählen hat. Nur gab es in den letzten eine ganze Reihe von Filmen, die auf die Geschichte um eine mörderische Königsfamilie Bezug nehmen, weshalb das schon etwas langweilig ist. Hosoda, der erneut auch das Drehbuch geschrieben hat, machte aus dem Prinzen zwar eine Prinzessin. Das allein reicht aber natürlich nicht aus, damit das hier eine Daseinsberechtigung hat.

Alles und nichts

Und das gilt dann auch für die jenseitige Welt. Diese ist sicherlich der Höhepunkt des Films, wenn Tote aus allen Zeitaltern aufeinandertreffen. Das gibt dem Ganzen zuweilen eine surreale Note, wenn absurde Kombinationen zusammengestellt werden. Ganz so verrückt wie bei Summer Wars wird es dabei nicht, seine Momente hat dieser Abschnitt aber. Es sind nur nicht genug. Wenn sich die Titelheldin in Scarlet durch diese Welt schlägt, dann geschieht da erstaunlich wenig Interessantes, vor allem bei einer Laufzeit von knapp zwei Stunden. So ganz kann sich Hosoda nicht entscheiden, ob er nun ein klassisches Fantasyabenteuer auf die Beine stellen wollte oder eben einen verrückten Trip, bei dem er seiner Vorstellungskraft freien Lauf lassen kann. Also macht er beides und zugleich nichts.

Es ist nicht einmal so, dass diese Parallelwelt spannende Erkenntnisse mit sich bringen würde zu der Geschichte um die rachsüchtige Prinzessin. Die Absicht hinter dem Film war zwar gut, wenn die Protagonistin auf einen Rettungssanitäter der Gegenwart trifft, der eine pazifistische Grundeinstellung hat. Überzeugend umgesetzt ist das aber weniger, Scarlet macht es sich da schon recht einfach. An manchen Stellen macht der Anime das durch die Optik wett, gerade auch bei den großen Szenen, wenn ganz viele Figuren auftreten. Die Settings sind auch stimmungsvoll, selbst wenn da mehr Fantasie ebenfalls Wunder gewirkt hätte. Aber das reicht dann doch nicht aus, der Film ist insgesamt eher öde geworden. Nachdem man so lange hat warten müssen, ist das Comeback Hosodas doch ernüchternd.

Credits

OT: „Hateshinaki Sukāretto“
Land: Japan
Jahr: 2025
Regie: Mamoru Hosoda
Drehbuch: Mamoru Hosoda
Musik: Taisei Iwasaki
Animation: Studio Chizu

Bilder

Trailer

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Scarlet 
fazit
„Scarlet“ folgt einer Prinzessin, die den Mord an ihrem Vater rächen möchte und dabei in einer jenseitigen Welt landet. Letztere ist der Höhepunkt des Films, wenn unterschiedlichste Elemente zusammenkommen können. Leider wird das Potenzial zu wenig genutzt, weshalb die Geschichte etwas zäh ist. Und so gut gemeint die pazifistische Aussage des Fantasyabenteuers auch ist, die Umsetzung überzeugt nicht wirklich.
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