Ninja Scroll
©1993 Yoshiaki Kawajiri / Madhouse / FlyingDog / TOHO CO., LTD. / MOVIC INC.
Ninja Scroll
„Ninja Scroll“ // Deutschland-Start: 25. Februar 2011 (DVD)

Inhalt / Kritik

Im Japan der Edo-Zeit streift Jubei Kibagami durchs Land und verdient seinen Lebensunterhalt als Schwertkämpfer. Als er eines Tages Zeuge wird, wie das Koga Ninja Team eine Reihe seltsamer Todesfälle untersucht, befreit Jubei, der früher selbst ein Ninja war, die Giftprüferin Kagero aus den Händen des mächtigen Tessai, der seine Haut in Stein verwandeln kann. Doch damit geht das Abenteuer erst los. So gehört Tessai zu den Acht Teufeln von Kimon, die jeweils übermenschliche Kräfte haben. Und diese haben es nun auf Jubei abgesehen. Dabei eilt ihm der Mönch Dakuan zur Hilfe, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Teufel zu besiegen …

Düsterer Anime mit viel Action

Auch wenn Yoshiaki Kawajiri nie einen vergleichbaren Status wie seine Kollegen Hayao Miyazaki oder Katsuhiro Otomo erreicht hat, ältere Animefans dürften mit dem Werk des Regisseurs vertraut sein. So hat der Japaner an mehreren Filmen gearbeitet, die in den 1980ern und 1990ern dazu beitrugen, auch ältere Zuschauer und Zuschauerinnen anzusprechen. Unter anderem inszenierte er den Kult-Horror Wicked City (1987), arbeitete an den Anthologien Manie Manie – Labyrinth-Geschichten (1987) und The Cockpit (1994). Auch Vampire Hunter D: Bloodlust (2000) geht auf sein Konto. Zu den bekanntesten Werken des Filmemachers zählt dabei zweifelsfrei Ninja Scroll, das ursprünglich 1993 herauskam und später auch in Deutschland fürs Heimkino veröffentlicht wurde.

Wie bei den anderen Werken von Kawajiri handelt es sich um einen recht düsteren Anime, der ein erwachsenes Publikum ansprechen soll – oder eines, das sich zumindest erwachsen fühlen will. Das bedeutet zum einen Action, wenn unser Held gegen das Böse antritt. Im Laufe der anderthalb Stunden muss da so mancher Teufel dran glauben. Und es bedeutet Sex. Dieser wird zwar nicht so explizit, wie man es aus anderen japanischen Animationsfilmen dieser Zeit gewohnt ist. Aber es wird doch immer mal wieder eingebracht. So muss unser Held die Giftexpertin retten, als diese vergewaltigt werden soll. Später bietet sie Jubei an, mit ihm zu schlafen, um ihn zu entgiften. Ninja Scroll hat da schon eine gewisse Zielgruppe vor Augen, notwendig sind diese Szenen für die Geschichte nun wirklich.

Atmosphärisch und noch immer beeindruckend

Inhaltlich darf man aber so oder so keine größeren Erwartungen haben. Kawajiri, der auch das Drehbuch geschrieben hat, hat erst gar nicht versucht, komplexe Figuren zu schaffen. Es gibt bei diesen keine nennenswerte Entwicklung, auch wenn die Guten langsam zusammenfinden. Die Gegenseite ist sowieso nichtssagend, ist mal an Reichtum, mal an Sex, mal an Terror interessiert. Das ist alles nur ein Mittel zum Zweck. Spannender sind in Ninja Scroll schon die diversen Fähigkeiten, mit denen die Figuren so ausgestattet sind. Der Film geht da stark in eine Fantasyrichtung, mit gelegentlichen Ausflügen in das Horrorgenre. Ein Teil des Spaßes besteht in der Neugierde, welchen Gefahren unsere Truppe bei ihrem Feldzug noch alles begegnen muss.

Aber letztendlich ist das hier auch kein Film, den man sich der Geschichte wegen anschaut. Wichtiger sind die Action und die Atmosphäre. Letztere hängt auch maßgeblich mit der Optik zusammen. Erneut arbeitete Kawajiri mit dem Traditionsstudio Madhouse zusammen, die seinerzeit als eines der besten überhaupt galten. Und Ninja Scroll zeigt: zurecht. Die Animationen sind flüssig, die Hintergründe ausgefeilt. Es gibt auch viele Details, die dafür sorgen, dass der Film voller Leben ist – selbst wenn alle sterben. Gleich, ob man nun den Anime nun mochte oder nicht, ist er doch auch mehr als drei Jahrzehnte später beeindruckend und stimmt einen nostalgisch. Das Abenteuer eines herumstreifenden Ninjas, der sich durch das Land kämpft, ist ein Beispiel aufgefeilter traditioneller Zeichentrickkunst, wie sie auch in Japan nur noch selten betrieben wird.

Credits

OT: „Jûbê ninpûchô“
Land: Japan
Jahr: 1993
Regie: Yoshiaki Kawajiri
Drehbuch: Yoshiaki Kawajiri
Musik: Kaoru Wada
Studio: Madhouse

Bilder

Trailer

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Ninja Scroll
fazit
In „Ninja Scroll“ treten ein ehemaliger Ninja und einige andere gegen Böse mit übermenschlichen Kräften an. Inhaltlich ist das alles schlicht. Doch der Anime ist so atmosphärisch, dass dies kaum eine Rolle spielt. Die Optik ist mehr als drei Jahrzehnte später noch immer beeindruckend.
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