Epic Elvis Presley in Concert
© Universal Pictures

EPIC: Elvis Presley in Concert

Epic Elvis Presley in Concert
„EPiC: Elvis Presley in Concert“ // Deutschland-Start: 26. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Las Vegas 1969. Acht Jahre nach seinem letzten Konzert kehrt Elvis Presley, der King of Rock, auf die Bühne zurück. Nachdem er sich die letzten Jahre als Schauspieler in Hollywood versucht hat, brennen seine Fans darauf, ihn wieder singen zu hören. Begleitet wird sein Comeback von Fernsehcrews und Kamerateams. Seine Rückkehr ist nicht nur für ein Livepublikum, sondern auch für Kino und Fernsehen bestimmt. Jahrzehntelang galten große Teile dieser Aufnahmen als verschollen. Bis Regisseur Baz Luhrmann sie 2022 im Rahmen seiner Recherche für die Biografie Elvis wiederfand. Zusammen mit seinem Editor Jonathan Redmond sichtet, restauriert und montiert Luhrmann mehr als 60 Stunden Rohmaterial. Vier Jahre nach dem Kinostart von Elvis veröffentlicht er nun als Folgewerk aus den Originalaufnahmen einen Konzertfilm, der nicht rekonstruiert, sondern Konserviertes neu inszeniert.

Material das für sich selbst spricht

Baz Luhrmann verzichtet in EPiC: Elvis Presley in Concert abseits einer kurzen Einleitung vollständig auf Kontextualisierung. Es erfolgt weder eine zusätzliche Einordnung durch Voice-over noch greift Luhrmann auf nachträgliche Reflexionsebenen zurück. Stattdessen ist es Elvis selbst, der seine Geschichte erzählt. Im Rahmen von Bandproben, Soundchecks, Autofahrten und Backstageaufnahmen bekommen Zuschauer einen intimen, rohen Blick auf den Charakter des King of Rock abseits der Bühne. Dabei bleibt der Film jedoch stets musikbezogen. Einen Blick hinter die Kunstfigur Elvis Presley vermag Luhrmann mit seinem Archivmaterial kaum zu geben. Während beispielsweise Sofia Coppolas Priscilla versucht, den Mythos Elvis durch einen Blick losgelöst von seinem Schaffen zu entzaubern, rekonstruiert Luhrmann private Stationen von Elvis’ Leben nahezu ausschließlich anhand seiner Karriere. In Archivaufnahmen von Interviews und Pressekonferenzen spricht Elvis über die Beziehung zu seiner Mutter, seinen Militärdienst und seine Schauspielkarriere in Hollywood.

Dabei bleibt EPiC: Elvis Presley in Concert jedoch meist kurz angebunden und dementsprechend oberflächlich. Mögliche Konflikte bleiben äußerlich kontrolliert, allerdings verrät die Hintergrundmusik innere Spannungen und dient als subtiles Stilmittel zur Charakterisierung einzelner Figuren. So ist ein Auftritt von Elvis’ berüchtigtem Manager Colonel Tom Parker durch das Lied „Devil in Disguise“ unterlegt. Anspielungen auf Elvis’ konfliktbehaftete Ehe, akzentuiert durch sein Lied „Liar“, werden sofort im Anschluss glattgebügelt durch kurze Aufnahmen seiner Familie und seinem emotionalen „Always on My Mind“. An anderer Stelle bekommen Zuschauer einen kleinen Einblick in seine körperliche und psychische Verfassung, dokumentiert durch Schweißausbrüche und seinen tranceartigen Zustand auf der Bühne.

Diese Nuancen angedeuteter Vielschichtigkeit schaffen immer wieder interessante Momente, die sich jedoch ebenso schnell wieder verflüchtigen. EPiC: Elvis Presley in Concert ist zu sehr Konzertfilm, um echten Raum für eine Charakterstudie oder eine Biografie des King of Rock zu sein. Auf der Bühne funktioniert der Film dementsprechend am besten. Die echten Aufnahmen des King of Rock spiegeln neben seinem Gesangstalent das wider, was Elvis Presley zu einer Lichtgestalt machte. EPiC: Elvis Presley in Concert trieft vor Charisma und Charme, von seiner ganz eigenen Art von Entertainment, wiedergespiegelt durch die extreme Nähe zu besonders seinen weiblichen Fans.

The great Presley

Abseits der auditiven Immersion der Greatest Hits des King of Rock besticht EPiC: Elvis Presley in Concert ebenso visuell. Die Qualität des aufbereiteten Archivmaterials ist nicht nur state of the art, Luhrmann und Redmond steigern die audiovisuelle Atmosphäre eines Konzerts Elvis Presleys zusätzlich durch Schnitt und Inszenierung. Historisches Material ergänzt durch moderne Stilmittel wie schnelle Gegenschnitte, Übergänge und Montagen aus unterschiedlichen Konzerten liefert eine abwechslungs- und temporeiche Kinoerfahrung. Besonders für Fans fühlt sich EPIC dadurch umso mehr wie eine musikalische Zeitreise an.

Credits

OT: „EPiC: Elvis Presley in Concert“
Land: USA, Australien
Jahr: 2025
Regie: Buz Luhrmann
Musik: Elvis Presley

Bilder

Trailer

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EPIC: Elvis Presley in Concert
fazit
Baz Luhrmanns "EPIC: Elvis Presley in Concert" ist eine musikalische Zeitreise, getragen von eindrucksvoll restaurierten Aufnahmen eines Künstlers auf dem Höhepunkt seiner Bühnenpräsenz. Selten wurden Talent, Charisma und magnetische Wirkung Elvis Presleys so unmittelbar erfahrbar wie in diesen Bildern, die er selbst durch seine Performance prägt. Über diesen audiovisuellen Sog hinaus jedoch bleibt der Film zurückhaltend. Neue Einblicke liefert Luhrmanns Konzertfilm nicht, unbequeme Kapitel von Elvis’ Biografie werden allenfalls angedeutet oder konsequent umgangen. Schlussendlich konserviert "EPIC: Elvis Presley in Concert" einen Mythos, statt ihn zu hinterfragen.
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