Boneyard
© Leonine

Boneyard

„Boneyard“ // Deutschland-Start: 8. November 2024 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß, als die Leichen von elf Frauen gefunden werden, die bei Albuquerque, New Mexico vergraben wurden. Wer könnte nur diese schreckliche Tat begangen haben? Detective Ortega (Brian Van Holt) und seine Kollegin Young (Nora Zehetner) von der örtlichen Polizei sollen eben das herausfinden. Unterstützt werden sie dabei von dem FBI-Agenten Petrovick (Mel Gibson), der viel Erfahrung als Profiler mitbringt. Doch auch mit vereinten Kräften haben sie zu kämpfen, um in dem Fall weiterzukommen. So gibt es zwar mehrere Theorien, wer dahinterstecken könnte, aber nur wenig konkrete Beweise. Außerdem gestaltet sich die Zusammenarbeit schwierig, auch weil es im Team einiges gibt, worüber nicht gesprochen wird …

Die Geschichte von ungeklärten Morden

Dass sich True Crime großer Beliebtheit erfreut, ist kein Geheimnis. Da werden ständig neue Filme und Serien produziert, die auf wahren Verbrechen basieren. Während manche dies mit dokumentarischen Mitteln tun, wählen andere fiktionalisierte Fassungen. Bei diesen ist man dann auch freier bei der Erzählung, muss sich nicht unbedingt an die Fakten halten, wenn es der Unterhaltung dient. Ein Beispiel hierfür ist Boneyard, welches an die West-Mesa-Morde erinnert. Bei diesen wurden elf Frauen zwischen 2001 und 2005 getötet und vergraben, 2009 wurden die Leichen entdeckt. Bei den Toten handelte es sich um Prostituierte, weshalb es klar war, dass der Beruf eine Rolle spielte bei den Morden. Unklar war aber, welche das genau war.

Das ist noch immer so, selbst rund zwanzig Jahre nach der Tat gibt es zwar einige Hypothesen, wer die Morde begangen haben könnte. Tatsächliche Beweise gibt es aber ebenso wenig wie Verurteilungen, der Fall ist nie abgeschlossen worden. Das ist für das Publikum von Boneyard potenziell frustrierend, wenn es gewohnt ist, dass man am Ende auch die Auflösung bekommt. Es muss aber nicht zwangsläufig schlecht sein. Beispiele für andere True-Crime-Filme mit einem ähnlichen Problem finden sich immer wieder, darunter die Klassiker Memories of Murder und Zodiac – Die Spur des Killers. Doch die hatten auch eine Menge zu erzählen, etwa über die damalige Gesellschaft. Die Filme waren zwar Genrebeiträge, investierten aber eben auch einiges in das Drumherum.

Nicht wirklich spannend

Regisseur Asif Akbar (MR-9: Secret Agent, Diamond Heist – Ein unmöglicher Auftrag) und die drei anderen, mit denen er das Drehbuch geschrieben hat, versucht zwar schon auch, über die eigentliche Tätersuche hinaus etwas zu erzählen. Gerade bei den Figuren wurde ein bisschen mehr getan, wenn es persönliche Hintergründe gibt. Damit sollten diese menschlicher werden, was ja nie verkehrt ist. Im vorliegenden Fall ist das dennoch nicht so wirklich zielführend. Vielleicht auch, weil der Krimipart so unbefriedigend ist, werden mehrere Stränge eröffnet, die für Abwechslung sorgen sollen. Es führt aber primär dazu, dass sich Boneyard in verschiedenen Geschichten verheddert, die nie wirklich zusammenfinden. Was komplex hätte sein sollen, ist so eher überfrachtet.

Es ist auch nicht so, als wären die Geschichten für sich genommen wahnsinnig interessant. Manches davon funktioniert zwar schon, auch weil zumindest einige im Ensemble die Ambition mitbringen, mehr als eine bloße Auftragsarbeit aus dem Film zu machen. Anderes hält nicht so wirklich die Aufmerksamkeit. Insgesamt ist Boneyard dann auch ein eher öder Beitrag zum umkämpften True-Crime-Segment. Das ist schade, weil das Verbrechen und die Besetzung schon das Potenzial hatten, ein guter Thriller zu werden. Das Setting der kargen Gegend kann sich auch sehen lassen. Das ist nur am Ende alles nicht genug. In der Summe ist die Mörderjagd ein eher langweiliger Film, der einen weder unterhält noch etwas für den weiteren Weg mitgibt.

Credits

OT: „Boneyard“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Asif Akbar
Drehbuch: Vincent E. McDaniel, Asif Akbar, Hank Byrd, Koji Steven Sakai
Musik: Eldad Guetta
Kamera: Joshua Reis
Besetzung: Mel Gibson, Curtis Jackson, Brian Van Holt, Nora Zehetner, Gabrielle Haugh, Weston Cage, Spice Williams-Crosby, Gail O’Grady

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Boneyard
fazit
Basierend auf einem wahren Verbrechen muss die Polizei in „Boneyard“ das Rätsel um elf vergrabene Frauenleichen lösen. Da die Vorlage selbst nie aufgeklärt wurde, könnte der Thriller für manche frustrierend sein. Er ist vor allem auch eher langweilig, wenn sich der Film in verschiedenen Strängen verheddert, ohne viel zu erzählen.
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