Trommeln am Mohawk Drum Along the Mohawk Tv Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© 1939 Twentieth Century Fox

Trommeln am Mohawk

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„Trommeln am Mohawk“ // Deutschland-Start: 9. Dezember 1949 (Kino) // 12. April 2018 (DVD)

Inhalt / Kritik

Der Soldat und Farmer Gilbert Martin (Henry Fonda) heiratet Lana Borst (Claudette Colbert), eine Tochter aus vornehmem Hause. Trotz der gewaltigen Umstände, die ein solcher Schritt bedeutet, willigt Lana ein, mit Gilbert im Mohawk Valley in New York zu leben und gemeinsam mit ihm eine Farm aufzubauen. Aufgrund des Unabhängigkeitskriegs ist die Region stark umkämpft, und immer wieder kommt es zu Manövern oder Angriffen britischer Truppen, die zusammen mit verbündeten Stämmen der indigenen Bevölkerung gegen die dortigen Siedler vorgehen.

Es dauert nicht lange, bis das junge Glück der Frischvermählten ein jähes Ende nimmt. Bei einem Angriff wird ihre Farm dem Erdboden gleichgemacht, die Ernte vernichtet und ihr Haus niedergebrannt. Bei Mrs. McKlennar (Edna May Oliver), einer alten Soldatenwitwe, finden die beiden eine neue Bleibe. Doch der Krieg rückt immer näher an sie und ihre Gemeinschaft heran. Als Gilbert sich den Milizen anschließt, um die Siedler gegen die Angriffe zu verteidigen, fürchtet Lana, dass sie durch den Konflikt alles verlieren könnten.

Leben in Zeiten des Krieges

1939 ist ein prägendes Jahr für Regisseur John Ford. Die drei Filme, die in diesem Jahr in die Kinos kommen – Ringo, Der junge Mr. Lincoln und Trommeln am Mohawk – zeigen die technische Begabung sowie die thematische Orientierung des Filmemachers, der einen Blick auf die amerikanischen Grundwerte und Narrative wirft, dies jedoch aus einer menschlichen und nicht immer unkritischen Perspektive. Wie er selbst einmal sagte, interessieren ihn Menschen mehr als Politik, denn sie seien es letztlich, die jene Befehle und Weisungen auszuführen haben und schließlich mit ihnen leben müssen. Während Ringo einen Blick auf die Siedler und ihren beschwerlichen Weg gen Westen wagt, geht es in Trommeln am Mohawk um das Leben dieser Menschen in Kriegszeiten. Lose basierend auf den Frontier Wars, insbesondere auf dem Cherry-Valley-Massaker von 1778, erzählt Fords Film von Entbehrungen, Trauma und – wie schon in Ringo – von der Gemeinschaft, die Schutz und Sicherheit bietet.

An der Grenze – der „frontier“ – darf man nichts als gegeben hinnehmen. Gilbert machte diese Erfahrung bereits mehrere Male und will Lana vor jener traumatisierenden Erfahrung schützen. Als britische Truppen und ein Stamm der Ureinwohner ihre Farm angreifen, ahnt er schon, dass nun alles verloren ist und sich bald in Flammen auflösen wird. Während ihnen nur die Flucht hinter die schützenden Wände des nahen Forts bleibt, warnt er Lana davor, zurückzublicken – doch sie tut es dennoch. Der Anblick der Flammen, die Ernte und Haus verschlingen, steht sinnbildlich für das Leben in Zeiten des Kriegs, in denen Schutz und Sicherheit ein rares Gut sind. Davor verfolgten wir als Zuschauer lange, wie die beiden Hauptfiguren und ihre Nachbarn gemeinsam auf den Feldern arbeiteten und die Farm erweiterten, bis binnen weniger Momente der scharfe Kontrast folgt und das gerade Erschaffene in den Flammen vernichtet wird. Ford blickt auf diese Ereignisse mit den Augen einfacher Menschen, die gegen ihren Willen in einen großen Konflikt geworfen werden. Die „Dinge, die wir planten“, wie Lana sagt, gelten nichts, wenn sie schnell wieder verschwinden können und nichts Bestand hat.

Trommelschläge und Marschieren

Wie schon im Titel angedeutet, spielt das bekannte „Yankee Doodle“ eine wichtige Rolle in Trommeln am Mohawk. Das Lied aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ertönt mehrmals im Film, doch es ist weit mehr als nur die Musik, zu deren Klang die Soldaten ihre Drills abhalten oder später in die Schlacht ziehen. Wie schon in seiner Inszenierung des Kriegs selbst gibt es auch hier nichts Heroisches und erst recht keinen Pathos. In Alfred Newmans Musik kommt das Thema des „Yankee Doodle“ immer wieder vor und zeigt zugleich die Instrumentalisierung der Menschen sowie die Verheerungen des Krieges. Es wird zur Melodie der Mobilmachung und des Todes – betont aber ebenso den Willen der Figuren, sich selbst zu verteidigen und notgedrungen gegen einen Feind zu Felde zu ziehen, der vor keiner Grausamkeit zurückschreckt.

Henry Fonda und Claudette Colbert betonen durch ihr Schauspiel diese Sichtweise auf den Krieg, die Ford so am Herzen lag. Mögen auch manche Momente aus heutiger Sicht etwas dick aufgetragen sein und gar kitschig wirken, zeigen sie doch, wie die kontinuierlichen Entbehrungen ihren Tribut bei den Menschen fordern. Beide zeigen die Entwicklung zweier Menschen zwischen Naivität und jugendlichem Idealismus hin zu einem eisernen Lebenswillen, der die Denkweise der Gemeinschaft widerspiegelt, die für sie mehr und mehr zu einem Schutzraum wird.

Credits

OT: „Drum Along the Mohawk“
Land: USA
Jahr: 1939
Regie: John Ford
Drehbuch: Lamar Trotti, Sonya Levien
Musik: Alfred Newman
Kamera: Ray Rennahan, Bert Glennon
Besetzung: Henry Fonda, Claudette Colbert, Edna May Oliver, John Carradine

Bilder

Trailer

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Trommeln am Mohawk
fazit
„Trommeln am Mohawk“ ist eine Mischung aus Western und Kriegsfilm über Entbehrungen und das Leben in einem Konflikt. Regisseur John Ford zeigt die Zerstörung von Schutzräumen und das Entstehen neuer in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter. Er zeigt, wie das Überleben über jeglicher Ideologie steht.
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