
USA, 1965: Die Teenagerin Heather Fasulo (Agnes Bruckner) fällt immer wieder durch ihre rebellische Art auf, an der bislang noch alle gescheitert sind. Also beschließen ihre Eltern Alice (Emma Campbell) und Joe (Bruce Campbell), sie auf die Falburn Academy zu schicken, ein Internat, welches mitten im Wald liegt und von Ms. Traverse (Patricia Clarkson) geleitet wird. Einfach ist es für Heather dort nicht. Zwar schließt sie Freundschaft mit Marcy Turner (Lauren Birkell), wird aber von der beliebten Samantha Wise (Rachel Nichols) schikaniert. Und auch mit den Lehrerinnen gerät sie immer mal wieder aneinander. Und die Probleme werden nur noch größer, als die Jugendliche wiederholt eigenartige Erfahrungen macht und Alpträume durchlebt …
Mehr Drama als Horror
Ein in Horrorfilmen immer wieder beliebtes Setting ist das des Waldes. Dieser ist gleichzeitig weitläufig und verschlungen, zuweilen auch sehr dunkel, was wie gemacht ist für irgendwelche Bedrohungen, die in den Schatten lauern. Tanz der Teufel und The Blair Witch Project sind zwei der bekanntesten Beispiele dafür, wie der Schauplatz zum Teil des Schreckens wird. Ebenfalls bewährt in dem Genre sind Schulen, insbesondere Internate, wo es zu unheimlichen Ereignissen kommt. Da ist es doch irgendwie eine gute Idee, beides miteinander zu verbinden, also ein abgelegenes Internat im Wald. Zumindest dürfte das eine Überlegung gewesen sein bei The Woods. So ganz ging diese Idee aber nicht auf. Bei seiner Veröffentlichung 2006 fiel der Streifen nicht übermäßig auf, heute wird auch nur noch selten über diesen geschrieben.
Wobei das Setting das geringste Problem ist. Schlimmer, zumindest für Genrefans, dürfte sein, dass der Film sich relativ wenig um den Horror an sich schert. Zwar macht der Film früh deutlich, dass da etwas nicht an dem Ort stimmt. Verbunden wird das mit seltsamen bis unheimlichen Visionen, die dazu dienen sollen, eine mysteriös-unheilvolle Stimmung zu erzeugen. Nur geschieht relativ wenig, was den Horror auch wirklich verdienen würde. Stattdessen konzentriert sich The Woods auf die Probleme, die Heather an der Schule hat mit den knöchernen Lehrerinnen und der fiesen Mitschülerin. Das funktioniert dann zwar schon, man leidet mit der Protagonistin mit. Es führt aber dazu, dass die eigentliche Geschichte kaum vorankommt, das ist mehr Teeniedrama als Gruselspaß.
Unter den Möglichkeiten geblieben
Hinzu kommt, dass man für das besagte Teeniedrama nur wenige Ideen hatte. So ist Gegenspielerin Samantha über weite Strecken nicht mehr als die archetypische Mobberin: gutaussehend, blond, beliebt. Was sie antreibt, bleibt ebenso verborgen wie die Frage, wer sie eigentlich sonst ist. Insgesamt ist The Woods inhaltlich recht dünn geworden oder bleibt frustrierend vage bei den Ausführungen. So wird an mehreren Stellen angedeutet, dass auch an Heather mehr dran ist, sie mehr ist als eine gewöhnliche Jugendliche mehr. Daraus wird aber nie etwas macht, es wirkt dann doch mehr wie ein Vorwand dafür, dass die Protagonistin etwas Besonderes ist. Auch in der Hinsicht bleibt man daher unter den Möglichkeiten.
Das ist schade, weil das Setting an und für sich ja durchaus atmosphärisch geworden ist. Das Schulhaus selbst macht einiges her, gerade auch durch die zum Teil eigenwillige Einrichtung. Auch schauspielerisch passt das alles ganz gut. Es gelingt aber Regisseur Lucky McKee (The Woman) nicht, aus all dem wirklich etwas zu machen. In Verbindung mit dem eher weniger aufregenden Drehbuch kommt auf diese Weise ein Horrorfilm heraus, der seinen Zweck erfüllt und mit dem man sich anderthalb Stunden lang die Zeit vertreiben kann. Aber nicht wirklich mehr als das. The Woods ist weder emotional genug, um als Drama in Erinnerung zu bleiben, noch bringt er die Spannung mit, die man sich von dem Genre erhoffen darf. Wenn man einen ruhigen Grusler sehen möchte und der Film sowieso im Fernsehen läuft, kann man reinschalten. Ihn extra raussuchen muss man hingegen kaum.
OT: „The Woods“
Land: USA
Jahr: 2006
Regie: Lucky McKee
Drehbuch: David Ross
Musik: John Frizzell
Kamera: John R. Leonetti
Besetzung: Agnes Bruckner, Patricia Clarkson, Emma Campbell, Bruce Campbell, Lauren Birkell, Rachel Nichols
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