The Family McMullen
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The Family McMullen

The Family McMullen
„The Family McMullen“// Deutschland-Start: 10. Januar 2026 (Sky/Wow)

Inhalt / Kritik

Thanksgiving steht vor der Tür. Das wäre doch eine schöne Gelegenheit, dass die Familie wieder zusammenkommt – so denkt zumindest Barry McMullen (Edward Burns). Und tatsächlich wird das Haus gut voll. Neben seinen Kindern Tommy (Pico Alexander) und Patty (Halston Sage) kommen auch sein Bruder Patrick (Mike McGlone) und Molly (Connie Britton), die Frau seines verstorbenen Bruders Jack. Ganz einfach ist das Zusammentreffen aber nicht, da sie alle mit Geschichten zu kämpfen haben. So fällt beispielsweise Patty aus allen Wolken, als ihr Verlobter Terrence Joseph (Bryan Fitzgerald) meint, dass sie sich probeweise mit anderen treffen sollen, um herauszufinden, ob sie wirklich füreinander bestimmt sind. Und auch bei den anderen stehen amouröse Veränderungen an …

Spätes Wiedersehen

Späte Fortsetzungen sind in Hollywood keine Seltenheit. Mit Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht, Top Gun: Maverick und Beverly Hills Cop: Axel F hat es eine Reihe von Beispielen dafür gegeben, dass Jahrzehnte später auf einmal ein Nachfolger da ist. Bei The Family McMullen handelt es sich ebenfalls um eine solche Spät-Fortsetzung. Genauer gibt es hier ein Wiedersehen mit den Figuren aus Kleine Sünden unter Brüdern – 30 Jahre nach dem Original. Jedoch findet diese Reunion ein wenig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So lief die Tragikomödie in den USA gerade mal einen Tag im Kino, als Special Event. Hierzulande sieht es noch magerer aus: kein Kinostart, kein DVD-Release, nicht einmal digital kann man den Film kaufen. Immerhin, Sky nimmt sich seiner an, sodass zumindest Abonnenten und Abonnentinnen ihn sehen können.

Dafür darf man durchaus dankbar sein, The Family McMullen ist eine schöne Erweiterung im Segment. Dass diese im Januar erscheint, Monate nach Thanksgiving, ist zwar etwas seltsam. Aber die in dem Film verhandelten Themen sind so zeitlos, dass sie zu jeder Jahreszeit funktionieren. Edward Burns, der wie schon beim ersten Teil Regie führte, das Drehbuch schrieb und eine der Hauptrollen übernahm, konzentriert sich stark auf die Figuren und ihre Verhältnisse untereinander. Die sind nicht immer ganz einfach, es kommt da schon zu dem einen oder anderen Konflikt. Richtig bitter wird es dabei aber nicht. Es wäre auch übertrieben, die Familie als dysfunktional zu beschreiben. Wo andere Filme über Familienzusammenkünfte es gern richtig krachen lassen – siehe etwa Im August in Osage County oder Das Fest –, da ist man hier deutlich freundlicher und versöhnlicher.

Alte und neue Geschichten

Vorkenntnisse braucht es dabei übrigens nicht, man muss den Vorgänger nicht unbedingt gesehen haben. Hilfreich ist es natürlich, um die Geschichte besser einschätzen und nachfühlen zu können. Beispielsweise war 1995 noch Jack dabei, der Bruder von Barry. Inzwischen ist die Figur gestorben, was natürlich Auswirkungen hat, die teils verbalisiert werden, teils aber auch nicht. Auch der Auftritt von Susan (Shari Albert), die im ersten Film noch mit Patrick zusammen war, hat eine stärkere Wirkung, wenn man sie von damals kennt. Gleichzeitig führt The Family McMullen eine Reihe neuer Figuren ein, vor allem die Kinder, die sowieso ganz eigene Geschichten haben und deshalb für ein neu einsteigendes Publikum genauso geeignet sind.

So oder so ist das hier ein Film, der gut unterhält, auch weil die Figuren so ihre Macken haben. Er geht zuweilen aber auch zu Herzen. Burns zieht es dabei vor, das aber alles eher entspannt darzustellen. Das ganz große Drama gibt es nicht, vieles ist hier leise und zurückhaltend erzählt. Das wird manchen vielleicht nicht genug sein, wird das zu gefällig und nett sein. Aber The Family McMullen ist eben ein wohltuender Film, der sich mit ganz alltäglichen Themen befasst, die viel Identifikationsfläche bieten. Ob es nun Liebe ist oder Einsamkeit, die Sehnsucht nach Anerkennung oder die Sorge um das Wohlergehen nahestehender Menschen, da gibt es reihenweise Gelegenheiten, sich in den Leuten wiederzufinden. Insofern ist es schön, dass doch noch mal alle zusammengekommen sind und wir dabei sein durften.

Credits

OT: „The Family McMullen“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Edward Burns
Drehbuch: Edward Burns
Musik: Séamus Egan
Kamera: William Rexer
Besetzung: Connie Britton, Edward Burns, Michael McGlone, Tracee Ellis Ross, Halston Sage, Juliana Canfield, Pico Alexander, Brian d’Arcy James

Trailer

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The Family McMullen
fazit
30 Jahre nach dem ersten Film kommt in „The Family McMullen“ die Familie noch einmal zusammen, um gemeinsam Thanksgiving zu feiern. Daraus wurde eine schöne Tragikomödie, die mit alltäglichen Themen viel Identifikationsfläche bietet. Das große Drama gibt es nicht, selbst bei Konflikten bleibt es nett. Das mag manchen zu wenig sein, ist aber auch irgendwie wohltuend.
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