
Edward ist tot. Und so kommt seine ganze Familie noch einmal zusammen, um gemeinsam zu trauern. Neben der Witwe Cynthia (Loretta Devine) sind da seine beiden Söhne Aaron (Chris Rock) und Ryan (Martin Lawrence), die sich beide der Kunst des Schreibens verschrieben haben – mit unterschiedlichem Ergebnis. Deren Cousine Elaine (Zoe Saldana) ist mit ihrem nervlich angespannten Verlobten Oscar (James Marsden) angereist. Elaines Vater Duncan (Ron Glass), ihr Bruder Jeff (Columbus Short) und Onkel Russell (Danny Glover) dürfen ebenfalls nicht fehlen. Doch wer ist dieser Frank (Peter Dinklage), den niemand kennt, der offensichtlich aber den Toten kannte? Die Familie wird das bald notgedrungen herausfinden, während sie eine Reihe von Problemen zu behandeln hat …
Überflüssiges Remake
Dass man in Hollywood gern mal bewährte Stoffe aus dem Ausland adaptiert, ist kein Geheimnis. Immer wieder werden Werke etwa aus Europa oder Fernost für den heimischen Markt adaptiert. Ein Grund dafür ist oft die Sprache, so heißt es zumindest. Das US-Publikum stand lange im Ruf, nur englischsprachige Filme sehen zu wollen. Kurios wird es jedoch, wenn das Original auch schon auf Englisch war. Ein Beispiel hierfür ist die britische Komödie Sterben für Anfänger, die 2010 noch einmal als US-Variante erschienen ist. Während Erstere aber einen gewissen Kultstatus genießt, da fand Sterben will gelernt sein sein Publikum nicht wirklich. Die Kritiken waren durchwachsen, hierzulande ist das Remake nur auf DVD erschienen. Und das trotz einer sehr namhaften Besetzung.
Womöglich hängt das damit zusammen, dass die Neuverfilmung inhaltlich nicht wirklich viel Eigenes zu bieten hat. Drehbuchautor Dean Craig, der auch schon beim Original die Feder führte, versuchte erst gar nicht, die US-amerikanische Version groß anzupassen. Der bedeutendste Unterschied ist eher optischer Natur, wenn ein Großteil der Figuren mit afroamerikanischen Schauspielern und Schauspielerinnen besetzt wurde. Das hätte man sicherlich auch inhaltlich aufgreifen können. Sterben will gelernt sein tut dies aber praktisch gar nicht. An einer Stelle wird die Hautfarbe für einen Witz genommen, der sogar vergleichsweise gut ist. Ansonsten spielt das keine Rolle. Natürlich muss es das nicht. Nur bleibt dann eben die Frage: wozu das Remake?
Regisseur Neil LaBute, der eigentlich für Thriller (Lakeview Terrace, Fear The Night) bekannt ist, hat darauf keine überzeugende Antwort. Es ist auch nicht so, als würde er seinem Ensemble Höchstleistungen entlocken. Tatsächlich sticht da kaum jemand wirklich hervor. Peter Dinklage, der dieselbe Rolle wie im britischen Original spielt, ist routiniert. James Marsden darf als drogenberauschter Partner mal eine andere Seite von sich zeigen und dabei auch alle Hüllen fallen lassen. Viel Charakter hat seine Figur aber nicht. Sterben will gelernt sein hat deshalb zum Ende hin etwas zu kämpfen, wenn es dann emotional ans Eingemachte gehen soll. Denn eigentlich ist es einem ziemlich egal, was mit diesen Menschen passiert. Dafür sind sie weder interessant noch sympathisch genug.
Das heißt nicht, dass das Ergebnis schlecht ist. Manches ist schon irgendwie witzig, sofern man diese Art derben Humor mag. Ob es um die geschmacklosen Gags rund um den Sarg geht oder den Versuch, die Beerdigung anderweitig zu nutzen, das ist schon ein Grund zum Schmunzeln. Nur eben nicht mehr. Es hätte durchaus Potenzial gegeben, mal etwas bissiger zu werden. Das wollte man aber wohl nicht, mehr als nett-harmlose Unterhaltung, die an manchen Stellen etwas absurder wird, hatte man nicht vor Augen. Am Ende ist Sterben will gelernt sein eine passable Komödie, die sich eng an das Original hält, viele Witze wirklich eins zu eins nacherzählt, dabei aber nicht dessen Charme einfängt. Wer nicht gerade ein großer Fan der US-amerikanischen Stars ist, kann sich das Remake daher sparen.
OT: „Death at a Funeral“
Land: USA
Jahr: 2010
Regie: Neil LaBute
Drehbuch: Dean Craig
Musik: Christophe Beck
Kamera: Rogier Stoffers
Besetzung: Loretta Devine, Peter Dinklage, Danny Glover, Regina Hall, Martin Lawrence, James Marsden, Tracy Morgan, Chris Rock, Zoë Saldaña, Columbus Short, Luke Wilson, Keith David, Ron Glass, Kevin Hart
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