Die drei ???: Toteninsel erzählt ein weiteres Abenteuer rund um die drei Freunde Justus Jonas (Julius Weckauf), Peter Shaw (Nevio Wendt) und Bob Andrews (Levi Brandl), die gemeinsam knifflige Fälle lösen müssen. Dieses Mal wollten sie eigentlich Urlaub machen, es ist bereits alles für den Roadtrip geplant. Doch dann bekommen sie einen rätselhaften Anruf. Ehe es sich die drei versehen, sind sie einem Geheimbund auf die Spur und müssen eine weite Reise antreten, bei denen ein großer Schatz auf sie wartet, aber auch viele Gefahren. Zum Kinostart am 22. Januar 2026 haben wir uns mit Jannik Schümann getroffen, der in dem Film den Expeditionsassistenten Olin spielt. Im Interview spricht er über seine Beziehung zu den drei ???, die Dreharbeiten und seine eigene Abenteuerlust.
Warum hast du bei Die drei ??? – Toteninsel mitgespielt? Was hat dich an dem Film gereizt?
Als ich die Casting-Einladung bekommen habe und gesehen habe, um welches Projekt es ging, habe ich meiner Agentin gesagt, dass sie für mich auf jeden Fall für das Casting zusagen kann. Es gibt in Deutschland nur wenig, was so kultig ist wie Die drei ???. Da ich zudem seit 17 Jahren den Justus Jonas in den Hörspielen von Die drei ??? Kids spreche, habe ich ein sehr enges Verhältnis zu den Detektiven. Für mich ist das ein Full-Circle-Moment. Ich habe als Kind die Hörspiele gehört. Danach habe ich den Justus in den beiden englischsprachigen Filmen synchronisiert und anschließend auch in den Kids-Hörspielen gesprochen und. Und jetzt stehe ich sogar in dem Drei-???-Universum vor der Kamera, zwar nicht als Justus, sondern als ein anderer Charakter. Für mich ist dennoch ein Traum in Erfüllung gegangen.
Und wenn du einen der drei hättest spielen dürfen, wen hättest du ausgesucht?
Justus. Das ist der, mit dem ich mich gezwungenermaßen inzwischen am meisten identifiziere. Aber ich liebe es auch, wie er mit Sprache jongliert. Und ich mag Menschen, die viel wissen. Das finde ich sehr attraktiv an Justus. Er ist einfach ein smarter Typ.
Du hast schon den Kult um Die drei ??? angesprochen. Woher kommt das deiner Meinung nach?
Zum einen sind sie Detektive. Und welches Kind – und welcher Erwachsene – träumt nicht davon, mal ein Detektiv zu sein? Dieses Suchen nach Lösungen ist etwas, das uns Menschen glaube ich schon immer angetrieben hat. Deswegen ist das ein perfektes Szenario für Kinder – oder eben auch für Erwachsene. Dann sind es drei Charaktere, die sich wirklich fantastisch ergänzen. Alle drei bringen eine besondere Stärke mit. Außerdem spielen die Geschichten in Kalifornien, das für viele ein Sehnsuchtsort ist. Da kommt so viel zusammen, das Die drei ??? zu der perfekten Geschichte macht.
Kanntest du den Roman Toteninsel vorher?
Ja, kannte ich. Aber es wurde schon viel für den Film geändert. Ich finde die Auswahl für die drei Filme fantastisch, weil du drei absolut verschiedene Genres bedienst. Du hast zuerst den Gruselfilm bei Erbe des Drachen. Dann kommt das Kammerspiel Karpatenhund. Wenn du Hardcore-Fans fragst, sagen bestimmt 8 von 10, dass Karpatenhund ihre Lieblingsfolge ist. Jetzt hast du den Abenteuerfilm. Ich finde es toll, wie hier innerhalb des Genres Kinderfilm so unterschiedliche Geschichten erzählt werden.
Was wäre denn dein Lieblingsgenre davon?
Der Abenteuerfilm. Aber auch Karpatenhund ist als Kammerspiel toll. Das ist fast wie ein Theaterstück. Zum Spielen ist aber Toteninsel fantastisch, weil wir da auch so Indiana-Jones-Momente hatten. Wir sind durch einen Dschungel gegangen, waren in Höhlen und haben einen Schatz gesucht. Wir mussten aufpassen, dass der Vulkan nicht ausbricht. Genauso habe ich mir damals als Kind den Beruf des Schauspielers vorgestellt. Das war wie ein großer Spielplatz.
Und was ist deine Lieblingsfolge?
Ich bin da sehr geprägt durch meinen älteren Bruder, der mich daran geführt hat. Sony hat zusätzlich zu den Hörspielen die Romanvorlagen als Hörbücher vertont. Ich durfte mir einen Band zum Einlesen aussuchen. Und da habe ich Der Phantomsee gewählt, der Lieblingsband von meinem Bruder. Da bin ich sehr von ihm inspiriert worden.
Wie war es dann für dich, bei den Filmen die Bühne anderen überlassen zu müssen, nachdem Die drei ??? ein so fester Bestandteil deines Lebens waren?
Es war voll okay. Es war auch interessant, weil ich am Set lernen musste loszulassen. Ich kenne Justus Jonas so gut und habe meine Version von ihm so sehr verinnerlicht, dass ich zulassen musste, dass Julius ihn anders auslegt als ich in den Hörspielen. Das war eine tolle Erfahrung zu sehen, wie unterschiedlich eine Rolle interpretiert werden kann.
Habt ihr auch darüber ausgetauscht?
Wir haben uns allgemein viel ausgetauscht, weil wir vier Wochen zusammen auf einer Insel feststeckten. Über unsere verschiedenen Interpretationen haben wir aber gar nicht so viel gesprochen.
Dann reden wir über deine Figur. Wen spielst du?
Ich spiele Olin. Er ist Teil einer illegalen Expeditionsgruppe, die für einen sehr reichen Menschen aus Rocky Beach einen Schatz auf einer Insel suchen müssen.
Wie war es für dich, einen Bösen zu spielen?
Was die Rolle von anderen abgrenzt, die ich bisher spielen durfte: Ich hatte noch nie eine Figur gespielt, die für andere böse rüberkommen sollte. Gleichzeitig sollte er aber nicht dem Klischee eines Bösen entsprechen, wie man es in Kinderfilmen findet. Wir haben hier zwar einen Kinderfilm gedreht. Es war Regisseur Tim Dünschede aber ganz wichtig, dass wir nicht das Genre Kinderfilm stereotypisiert bedienen. Wir wollten die Rolle alle sehr ernst nehmen.
Würdest du gern auch mal so ein richtiges Arschloch spielen?
Das ist ja das Interessante an dem Beruf, dass wir uns immer auf die Suche danach machen müssen, warum jemand so ist. Ich glaube nicht, dass man böse oder als „Arschloch“ geboren wird. Man verändert sich durch sein Umfeld und den Einfluss der Menschen. Am Ende musst du, wenn du jemanden verkörperst, nachvollziehen können und verstehen, weshalb er sowas macht. Ich will daran glauben, dass der Kern jedes Bösen gut ist, aber durch äußere Einflüsse immer mehr verschwindet.
Und glaubst du, dass man diesen Kern auch wieder zurückholen kann?
In meinem naiven Optimismus ja. In der Realität wahrscheinlich nicht, aber man muss ja an etwas Positivem festhalten.
Dann reden wir über etwas Positives. Wie waren die Dreharbeiten für dich?
Die waren ganz toll, weil wir vier Wochen auf Gran Canaria abhängen durften. Ich habe dort natürlich nicht jeden Tag gedreht, das war für mich eine Mischung aus Urlaub und Dreharbeiten. Zum Glück darf ich meine Leidenschaften zum Beruf machen, weshalb sich jeder Drehtag für mich wie Spaß anfühlt. Ich habe während der Dreharbeiten eine ganz enge Freundschaft geschlossen zu Amal Keller, deren Figur Anne auch Teil der Expedition ist. Das passiert auch nicht alle Tage bei einem Dreh. Sie ist jetzt Teil meines Inner Circles. Wir waren auch mit den Jungs in einem Aqualand, ich bin ein riesiger Wasserrutschenfan. Wir waren alle ohne soziale Kontakte aus Deutschland dort, haben uns aber so gut verstanden, dass wir zusammen Wandern waren oder abends essen. Das waren vier Wochen Freude.
Bist du denn jemand, der in einem Dschungel Urlaub machen würde?
Ich habe mal drei Tage am Amazonas übernachtet, zusammen mit einem Guide. Da musste ich mir meinen Schlafplatz im Dschungel bauen und war nachts mit einem kleinen Kanu und einer Stirnlampe fischen, damit wir etwas zu essen haben. Ich liebe das, ich liebe Abenteuer.
Und wie sieht es mit deiner Rätselfähigkeit aus? Deine Expedition ist damit ja eher überfordert …
Auch das liebe ich. Es gibt für mich nichts Schöneres als Escape Rooms, weil ich Rätseln absolut liebe. Immer wenn ich reise, gehe ich in Escape Rooms, weil ich es interessant finde, die Escape Rooms weltweit kennenzulernen. Das bringt mir einfach extrem viel Spaß.
Und was steht als nächstes bei dir an? Was kommt nach der Toteninsel?
Zum einen kommt im Herbst eine Serie für die ARD Mediathek namens Jossi, die wir im Oktober und November in Prag gedreht haben. Das ist meine erste große Rolle in einer Komödie. Und ich habe vor einem halben Jahr den Podcast-Buchclub Zwischen Kotti und Kapiteln gegründet, wo wir ein Buch im Monat lesen. Endlich kann ich meine große Leidenschaft des Lesens mit einer wirklich tollen Community teilen.
Vielen Dank für das Interview!
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