Escape Vermaechtnis der Wikinger Flukt
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Escape – Vermächtnis der Wikinger

Escape Vermaechtnis der Wikinger Flukt
„Escape – Vermächtnis der Wikinger“ // Deutschland-Start: 28. Juni 2013 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Norwegen im 14. Jahrhundert: Eine vierköpfige Familie zieht gerade durch das durch die Pest verwüstete Land, als sie einer Bande von Banditen begegnet, die von Dagmar (Ingrid Bolsø Berdal) angeführt wird. Diese fackelt auch nicht lange. Die Eltern werden sofort getötet, später ereilt auch den Sohn dieses Schicksal. Lediglich die Tochter Stigne (Isabel Christine Andreasen) wird verschont und ins Lager gebracht. Dort macht sie die Bekanntschaft des Mädchens Frigg (Milla Olin), das von Dagmar erzogen wird. Während die beiden sich mit der Zeit näherkommen, droht von den Männern der Bande durchgängig Gefahr. Denn diese warten nur darauf, Stigne endlich vergewaltigen zu dürfen …

Fortwährender Überlebenskampf

Roar Uthaug gehört sicherlich zu den international bekannteren Regisseuren Norwegens, zumindest im Hinblick auf seine Filme. Dabei zeichnet er sich vor allem durch düstere Werke aus. Unter anderem gehen der Horrorfilm Cold Prey – Eiskalter Tod (2016), der Katastrophenüberlebenskampf The Wave – Die Todeswelle (2015) sowie der Netflix-Beitrag Troll (2022) und dessen Fortsetzung auf sein Konto. Der Mann kennt sich also aus, wenn es darum geht, Spannung zu erzeugen. Ein eher weniger beachteter Eintrag seiner inzwischen 20 Jahre umfassenden Filmografie ist Escape – Vermächtnis der Wikinger aus dem Jahr 2013. Dabei hat auch das historische Abenteuer um eine Frau, die in die Hände von Banditen gerät und um ihr Überleben kämpfen muss, seine Vorzüge.

So muss man hier nicht lange warten, bis es zur Sache geht. Noch bevor wir wissen, wer diese ganzen Figuren sind, wird bereits auf Leben und Tod gekämpft. Bemerkenswert ist dabei auch, dass der jüngere Bruder recht schnell ermordet wird. Normalerweise würde man ja denken, so jemand sei tabu. Offensichtlich aber nicht. Auch später wird in Escape – Vermächtnis der Wikinger nicht unbedingt mit Gewalt gespart oder zumindest der Androhung einer solchen. So muss die Protagonistin immer befürchten, dass die Männer in der Bande über sie herfallen. Wäre da nicht Dagmar, es wäre ziemlich schnell um sie geschehen. Dabei denkt man anfangs noch, dass sich die Anführerin vielleicht des gemeinsamen Geschlechts wegen der Fremden annimmt. Stattdessen stellt sich mit der Zeit heraus, dass die Banditin ein anderes Ziel verfolgt.

Dünner Inhalt, spannende Verfolgung

Ein bisschen wird dabei auch versucht, der Antagonistin ein Profil zu geben, welches über ein simples „böse“ hinausgeht. Sonderlich erfolgreich ist man damit aber nicht, da wird nur ein bisschen an der Oberfläche gekratzt. Und dabei ist Dagmar noch die komplexeste der Figuren. Ob es nun die Heldin ist, das junge Mädchen Frigg oder die brutalen Männer der Bande, man erfährt praktisch nichts über sie. Natürlich erwartet niemand bei einem solchen Film, dass da wirklich tiefsinnige Porträts angelegt werden. Wer gerade um sein Überleben kämpft, macht sich eher weniger Gedanken darum, wer man selbst sein möchte. Allerdings macht Escape – Vermächtnis der Wikinger in der Hinsicht so wenig, dass es ein wenig schwierig wird, Anteilnahme zu zeigen. Man weiß hier schlicht und ergreifend nicht, wem man da eigentlich die Daumen drücken soll.

Die Handlung ist auch nicht komplexer geworden. Zunächst geht es darum, in dem Lager irgendwie zu überlegen, später steht eine gefährliche Flucht mit einer damit einhergehenden Verfolgung an. Das war es schon. Aber das ist eben ganz spannend umgesetzt. Escape – Vermächtnis der Wikinger hetzt uns durch eine naturbelassene, fast schon archaische Welt, in der überall der Tod lauert. Wenn es nicht die Banditen sind, ist es eben die Pest, der schwarze Tod. Dieser Überlebenskampf hat dabei immer wieder Duell-Charakter, wenn die Protagonistin lernen muss, sich selbst gegen die Gewalt zu verteidigen. Das ist intensiv gespielt von Ingrid Bolsø Berdal (La Palma) und Isabel Christine Andreasen. Insofern lohnt sich schon ein Blick auf das Werk des Norwegers, selbst wenn andere von ihm ein größeres Publikum gefunden haben.

Credits

OT: „Flukt“
Land: Norwegen
Jahr: 2012
Regie: Roar Uthaug
Drehbuch: Thomas Moldestad
Musik: Magnus Beite
Kamera: John Christian Rosenlund
Besetzung: Ingrid Bolsø Berdal, Isabel Christine Andreasen, Milla Olin

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Escape – Vermächtnis der Wikinger
fazit
In „Escape – Vermächtnis der Wikinger“ muss eine Frau mitansehen, wie eine Bande ihre Familie tötet, bevor sie selbst gefangengenommen wird. Inhaltlich ist das alles recht sparsam angelegt, sowohl im Hinblick auf die Figuren wie die Geschichte. Aber es ist doch streckenweise packend umgesetzt, dank der Besetzung und der Settings.
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