
Eigentlich hat Inspektor „Schiffi“ Sifkovits (Thomas Stipsits) einen ganz wichtigen Fall, den er lösen muss: Jemand klaut die Hühner des Bauern Edi Brus (Kevin Brand). Doch als der Winzer Alois Fabsits (Heinz Arthur Boltuch), der für seinen Uhudler bekannt ist, tot in seinem Weinkeller gefunden wird, fühlt sich der Polizist dazu auserkoren, die Geschichte aufzuklären. Zwar besteht sein Chef darauf, dass dies nur ein Unfall war und keine Ermittlung gestartet werden soll. Schiffi ist das aber egal, weshalb er auf eigene Faust nach Spuren sucht, zumal der Tote alles andere als beliebt war. Unterstützt wird er dabei durch seine Mutter Baba (Erika Deutinger) und deren Freundinnen Hilda Resetarits (Linde Prelog) und Resl Grandits (Erika Mottl), die über alles und jeden Bescheid wissen …
Zweiter Teil der Krimireihe
Bekannt ist Thomas Stipsits eigentlich für seine Filme und Bühnenprogramme. Die von ihm mitgeschriebene Komödie Griechenland oder Der laufende Huhn war zum Beispiel 2022 ein riesiger Erfolg in den österreichischen Kinos. Daneben hat er aber auch eine Karriere als Autor von Romanen gestartet. Vor allem seine humorvollen, provinziell angelegten Stinatz-Krimis sind gefragt. So gefragt, dass diese jetzt auch verfilmt werden. Vor einem Jahr wurde mit Dorfkrimi: Die tote Braut ein erster Film auf arte ausgestrahlt, damals ging es um eine junge Frau, die einen Tag nach ihrer Hochzeit erschlagen wurde. Ein Jahr später gibt es mit Dorfkrimi: Die Uhudler Verschwörung einen zweiten Teil.
Den Vorgänger muss man dabei nicht gesehen haben. Eine richtige Fortsetzung ist das hier nicht, Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt. Fans wissen dabei natürlich schon, was einen erwartet. So handelt es sich bei diesen Filmen um Krimikomödien, die stark mit ihrem ländlichen Setting spielen. Das könnte manche an die Eberhofer-Filme erinnern, die in eine ähnliche Richtung gehen. Wo bei Letzteren aber immer wieder der Schwerpunkt auf die kauzigen Figuren gelegt wird und der Krimi dabei in den Hintergrund rückt, da ist bei Dorfkrimi: Die Uhudler Verschwörung die Mischung besser ausbalanciert. Es geht hier schon überwiegend darum, die beiden Fälle aufzuklären. Der Humor ist dabei unterstützend, weshalb man das hier durchaus als Krimi anschauen kann.
Überraschend tragisch
Schön ist dabei, dass auch wirklich ermittelt wird. Zwar wandelt Schiffi ein bisschen zu offensiv auf den Spuren von Columbo, der mehrfach zitiert wird. Auch sonst wird nicht an Klischees gespart, wenn der eigensinnige Protagonist die Sache selbst in die Hand nimmt. Aber dabei wird noch richtige Polizeiarbeit geleistet. Die Auflösung fällt nicht einfach vom Himmel, sondern wird wirklich gesucht. Dorfkrimi: Die Uhudler Verschwörung ist bei den einzelnen Schritten auch nachvollziehbar. Es dauert jedoch recht lang, bis die entscheidenden Hinweise geliefert werden. So hat man anfangs keine Chance, von sich aus zu verstehen, was da vorgefallen ist. Der Fall bewegt sich auch in eine ganz andere Richtung, als es die meisten vorher ahnen werden. Rätselfans müssen sich daher darauf einstellen, dass sie das nicht selbst werden lösen können.
Dabei menschelt es auch sehr. Das betrifft nicht nur die schrägen Figuren wie etwa die Seniorinnen, die als ausgewiesene Tratschexpertinnen für Hintergrundwissen sorgen. Es betrifft auch die beiden Fälle. So stellt sich in Dorfkrimi: Die Uhudler Verschwörung heraus, dass die Figuren alle sehr persönliche Motive für ihre Handlungen haben. Und sehr ernste. Tatsächlich stellt sich gegen Ende heraus, wie tragisch die Geschichte eigentlich ist. Ob es einen so starken Kontrast und diese Änderung der Tonalität gebraucht hätte, darüber lässt sich streiten. Aber es bleibt doch in Erinnerung. Insgesamt ist der zweite Teil auch interessanter als der erste, weshalb man neugierig sein darf, wie der bereits angekündigte dritte Film sein wird.
OT: „Uhudler Verschwörung. Ein Stinatz Krimi“
Land: Österreich
Jahr: 2025
Regie: Daniel Geronimo Prochaska
Drehbuch: Stefan Hafner, Thomas Weingartner
Vorlage: Thomas Stipsits
Musik: Thomas Jarmer
Kamera: Adrian Bidron
Besetzung: Thomas Stipsits, Erika Deutinger, Linde Prelog, Erika Mottl, Clemens Berndorff, Christoph Krutzler, Lukas Walcher, Alexander Absenger, Julia Edtmeier, Sabrina Reiter
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