
Als im Salzbergwerk Hallein die Leiche des Influencers, Abenteurers und Reiseleiters Ben Lackner (Maximilian Modl) gefunden wird, liegt diese dummerweise direkt auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Denn dieses Mal will eigentlich niemand den Fall übernehmen, Hubert Mur (Michael Fitz), Irene Russmeyer (Fanny Krausz) und Hofrat Alfons Seywald (Erwin Steinhauer) haben bereits private Pläne. Da stört so ein Mord nur. Dafür ist die neue Salzburger Kollegin und ehemalige Zielfahnderin Majorin Ludovika „Lu“ Frey (Patricia Aulitzky) umso eifriger – vor allem, wenn sie am Steuer eines Wagens sitzt. Bei den Ermittlungen rückt Selma Schwab (Runa Schymanski) in den Fokus, die schwangere Lebenspartnerin des Toten, aber auch Menschen, die gegen einen geplanten indischen Themenpark ankämpften …
Neuer Krach beim Team
Seit 2016 wird die Krimireihe Die Toten von Salzburg bereits im ZDF ausgestrahlt. Und auch wenn zwischenzeitlich große Unsicherheit herrschte, wie es nach dem Rauswurf des Hauptdarstellers mit der deutsch-österreichischen Produktion weitergeht, steht doch zumindest fest, dass das Publikum treu geblieben ist. Einmal im Jahr kommt ein neuer Film, der hierzulande von meist mehr als sechs Millionen Menschen gesehen wird. Zuletzt gelang dieses Kunststück vergangenes Jahr mit Mord in bester Lage, wo der Mord an einer Maklerin in die Abgründe der Salzburger Immobilienszene führte. Mit Die letzte Reise gibt es nun einen weiteren Film, es ist der zwölfte. Und auch wenn der Titel sich nach Abschied anhört, wird doch klar, dass man weiterhin fest mit dieser Reihe zu rechnen hat.
So wurde mit Lu Frey eine weitere Polizistin eingeführt, die wohl – so zumindest wirkt der erste Auftritt – als vierte Hauptfigur fortgeführt werden soll. Ob es unbedingt noch mehr Figuren braucht, darüber kann man sich zwar streiten. Aber sie sorgt bei ihrem Debüt doch für einige Dynamik, auch weil es durch sie zu einem Kompetenzgerangel kommt. Das ist zwar nicht originell, dieses Motiv findet sich andauernd in grenzüberschreitenden Krimis. Außerdem macht das die anfängliche Situation von Die Toten von Salzburg: Die letzte Reise etwas kaputt, wo ja ausnahmsweise niemand ermitteln will und sie alle den Fall jemand anderem zuschustern wollen. Aber es ist schon irgendwie ganz unterhaltsam, wie sich die beiden Dickschädel fetzen.
Zwischen skurril und einfallslos
Ansonsten setzt man beim neuen Teil vor allem auf skurrile Einfälle. Da ist zum einen das große Thema Bollywood, weil ein indischer Film dafür sorgt, dass das Bergwerk zum Tourismusmagneten wird. Da prallen schon zwei Welten aufeinander, was in Die Toten von Salzburg: Die letzte Reise auch wirklich genutzt wird, wenn das Provinziell-Urige auf das Knallbunt-Exzessive trifft. Ein anderes Beispiel ist der Ornithologe Dietrich Hamisch (Michael Fuith), einer der Gegner des geplanten Themenparks, mit dem der Tourismus weiter angekurbelt werden soll. Da meint man auf einmal, eine Folge von Inspector Barnaby oder Brokenwood – Mord in Neuseeland vor sich zu haben – nur eben mit einer österreichisch-deutschen Besetzung.
Während der Film hiermit schon zu unterhalten weiß und immer wieder zum Schmunzeln animiert, ist der Kriminalfall weniger interessant. In typischer Whodunit-Manier wird nach dem oder der Schuldigen gesucht, wobei die möglichen Motive wahlweise dem privaten oder beruflichen Umfeld entstammen. Das funktioniert zwar schon, ist aber einfallslos. Gerade die Auflösung ist bei Die Toten von Salzburg: Die letzte Reise recht langweilig geworden und kommt zudem mal wieder aus dem Nichts. Wer gern Krimis schaut, um selbst zu rätseln, wird das hier eher weniger befriedigend finden. Insgesamt ist der neue Teil der Reihe ganz brauchbar geworden. Weiteren Teilen muss man zwar nicht unbedingt entgegenfiebern, da von den schrägen Elementen abgesehen der Film wenig spannend ist. Aber es reicht, um es sich damit vor dem Fernseher gemütlich zu machen.
OT: „Die Toten von Salzburg: Die letzte Reise“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Erhard Riedlsperger
Drehbuch: Stefan Brunner
Musik: Dominik Giesriegl
Kamera: Kai Longorius
Besetzung: Fanny Krausz, Patricia Aulitzky, Michael Fitz, Erwin Steinhauer, Nikolaus Barton, Helmut Bohatsch, Natalie O’Hara, Sebastian Edtbauer, Runa Schymanski
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