
Es ist so weit: Karin Welsendorff (Katharina Schlothauer) und Jens Schulte-Bräucker (Golo Euler) werden sich das Jawort geben! Eigentlich ist das ein freudiger Anlass. Die Hochzeit bedeutet für alle Beteiligten aber auch viel Stress, zumal Karins Tochter Nele (Johanna Schraml) ihren in Ungnade gefallenen Großvater Horst (Herbert Knaup) dabeihaben möchte – was Jens und dessen Mutter Regine (Anke Sevenich) aber ablehnen. Karins Mutter Anna (Katerina Jacob) hat aber auch noch ein anderes Thema, das sie beschäftigt. Denn ihr Mitbewohner Werner Kurtz (Ernst Stötzner) hat das Mädchen Pia (Soraya Maria Efe) mit nach Hause gebracht, nachdem deren Mutter in der Tafel zusammengebrochen ist und ins Krankenhaus gebracht werden muss. Und als wäre das nicht schon Chaos genug, steht auch noch Werners Freund Klaus Schneider (Max Herbrechter) vor der Tür, weil er nach einem Ehekrach eine neue Bleibe braucht …
Fortsetzung folgt
Seit 2020 wird die Reihe Anna und ihr Untermieter inzwischen ausgestrahlt. Los ging es mit der Folge Aller Anfang ist schwer, das von dem ersten Aufeinandertreffen der beiden willensstarken Hauptfiguren erzählte. Seither produziert die ARD in unregelmäßigen Abständen neue Filme um die etwas andere Senioren-WG. Zuletzt wurde vor ziemlich genau einem Jahr Plötzlich Schwiegermutter gezeigt. Die Komödie handelte davon, wie Nele den Kinderarzt Jens heiraten möchte, was zu jeder Menge Streit führt, da dessen Vater Horst alle Frauen herumkommandiert – womit Anna verständlicherweise ein Problem hat. Nun gibt es mit Volles Haus den nächsten Teil, es ist der fünfte der Reihe, und erzählt, wie es mit dieser schwierigen Familienkonstellation weitergeht.
Tatsächlich sollte man den Vorgänger nach Möglichkeit gesehen haben. So stehen die einzelnen Filme der Reihe prinzipiell zwar für sich, wenn jedes Mal etwas Neues hinzukommt. Zumindest bei dem aktuellen ist die Verknüpfung zum vorangegangenen sehr eng. So erfährt man in Anna und ihr Untermieter: Volles Haus, dass Horst sich irgendwie danebenbenommen hat und deshalb die anderen in seiner Familie nichts mit ihm zu tun haben wollen. Wirklich ins Detail geht der Film dabei aber nicht. War man hingegen beim letzten Mal dabei und hat gesehen, wie unmöglich sich der Mann aufgeführt hat, lässt sich die Zurückhaltung von Frau und Sohn sehr viel besser verstehen. In der Hinsicht hätte man dem Publikum noch ein bisschen mehr mit auf den Weg geben dürfen, damit das mit der emotionalen Resonanz funktioniert.
Bisschen viele Beziehungsprobleme
Verbunden wird die Geschichte um die angehende Hochzeit mit zwei weiteren Strängen: das spontane Adoptivkind und die kriselnde Ehe des Freundes. Ein bisschen einseitig ist es schon, dass sich alle drei Stränge im weiteren Sinn um Beziehungsprobleme drehen. Zwar gibt es bei der Geschichte um das Kind noch eine soziale Komponente, wenn da auch Themen wie Alkoholismus und Armut geht, verbunden mit einer Kritik am System. Sonderlich tiefgründig ist Anna und ihr Untermieter: Volles Haus dabei aber nicht. Man macht es sich da zudem ein bisschen einfach, wenn die beiden Hauptfiguren einfach so ein fremdes Kind zu sich nehmen. Immerhin ist man sich dessen aber bewusst und spricht das auch an.
Insgesamt ist die Folge recht durchschnittlich geworden und damit etwas schwächer als die beiden vorangegangenen. Sie profitiert zwar von der guten Besetzung, die sowohl in den ernsten wie auch den heiteren Momenten zu überzeugen weiß. Der Humor ist dabei zurückgenommen, schwankt zwischen alltagsnah und ein wenig übertrieben, wenn sich Kurtz als Pseudo-Detektiv versucht. Richtig komisch wird Anna und ihr Untermieter: Volles Haus dabei nicht, es ist eher ein Anlass zum Schmunzeln, weniger zum Lachen. Es stört aber auch nicht weiter. So wie der Film nicht weiter stört und typische nette Freitagabendunterhaltung bietet, wie man sie im Ersten immer wieder findet.
OT: „Anna und ihr Untermieter: Volles Haus“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Michael Rowitz
Drehbuch: Martin Rauhaus
Musik: Dürbeck & Dohmen
Kamera: Roman Nowocien
Besetzung: Katerina Jacob, Ernst Stötzner, Max Herbrechter, Johanna Schraml, Katharina Schlothauer, Golo Euler, Herbert Knaup, Anke Sevenich, Soraya Maria Efe
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