A Knight of Seven Kingdoms HBO max Streamen online Video on Demand
© HBO Max

A Knight of Seven Kingdoms

A Knight of Seven Kingdoms HBO max Streamen online Video on Demand
„A Knight of Seven Kingdoms“ // Deutschland-Start: 19. Januar 2026 (HBO Max)

Inhalt / Kritik

Ser Duncan the Tall (Peter Claffey) ist ein Heckenritter, ein fahrender Ritter ohne Lehnsherrn und ohne Landbesitz. Nach dem Tod seines Mentors Ser Arlan of Pennytree (Danny Webb), der ihn kurz zuvor noch zum Ritter geschlagen hatte, muss Duncan sich mit Turnieren und Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Auf dem Weg zu einem solchen Turnier begegnet er Egg (Dexter Sol Ansell), einem Waisenjungen, der ihm seine Dienste als Knappe anbietet, was Duncan zunächst ablehnt. Bei dem Turnier angekommen, stellt er jedoch fest, dass er jede Hilfe gebrauchen kann, da ihm neben einer guten Ausrüstung und einem eigenen Wappen auch die nötige Erfahrung im Umgang mit den angereisten Vertretern der verschiedenen Adelshäuser fehlt.

Um sich als Ritter in das Turnier eintragen zu können, benötigt er einen Fürsprecher aus einer der herrschenden Familien Westeros’. Neben den Tyrells und den Baratheons führt ihn sein Weg schließlich zu den mächtigen Targaryens. Prinz Baelor (Bertie Carvel), die „Hand des Königs“, scheint dem Fremden gegenüber aufgeschlossen zu sein, während seinen Bruder Maekar Targaryen (Sam Spruell) vor allem die Eskapaden seines Sohnes Aerion (Finn Bennett) beschäftigen. Schnell wird Duncan bewusst, dass es bei dem Turnier um weit mehr geht als um ritterliche Tugenden. Mit Eggs Hilfe sowie der Unterstützung anderer Ritter versucht er, sich einen Weg zu bahnen zwischen den Intrigen der Mächtigen und zugleich Werte wie Ehre und Pflicht zu verteidigen.

Der Blick „von unten“

Viele Jahre sind vergangen seit dem Ende der achten Staffel von Game of Thrones, doch das Land Westeros und seine verschiedenen Königreiche lassen die Zuschauer nach wie vor nicht los. Nachdem mit House of the Dragon vor einer Weile bereits ein Spin-off startete, steht uns mit A Knight of Seven Kingdoms eine weitere Serie ins Haus, die im Game of Thrones-Universum angesiedelt ist. Basierend auf George R. R. Martins Der Heckenritter von Westeros erzählt die Serie die Geschichte des Ritters Ser Duncan the Tall, der aber – trotz seines großspurigen Namens – wenig mit den bekannten Edelmännern aus den anderen Serien zu tun hat. Martin, der als Produzent der Serie agiert, und Showrunner Ira Parker zeigen die Welt von Westeros aus einer anderen Perspektive, nämlich der „von unten“. Was in Game of Thrones immer wieder in einzelnen Erzählsträngen angedeutet wurde, ist in A Knight of Seven Kingdoms der erzählerische Kern – die Sicht eines einfachen Menschen, der nur aufgrund seiner Ambitionen für sein Leben mitten hineingeworfen wird in die Machtpolitik der Fürstenhäuser von Westeros.

Der große, weite Blick, der Game of Thrones und House of the Dragon definierte, wird in A Knight of Seven Kingdoms gegen eine reduzierte Sicht auf die Ereignisse in Westeros eingetauscht. Bei den beiden anderen Serien kommt man als Zuschauer nicht umhin, gewisse Parallelen zu Themen der Weltpolitik, der Wirtschaft und der Gesellschaft zu finden, doch in A Knight of Seven Kingdoms wird eine Perspektive hinzugezogen, die nicht minder reizvoll ist. Schon in den ersten fünf Minuten der ersten Episode bemerkt man diesen neuen Blickwinkel: Als die ersten Klänge von Ramin Djawadis bekannter Titelmelodie ertönen, erfolgt ein ironischer Einschnitt, und wir sehen, wie Duncan seine Notdurft an einem Baum verrichtet.

Duncan hat mit den Rittern in Game of Thrones und House of the Dragon nur den Titel gemein – und selbst an dem haben die meisten seiner Mitmenschen ihre Zweifel, da niemand je von Ser Arlan of Pennytree gehört hat. Duncan ist ein Soldat, den die Fürsten für ihre Zwecke ohne mit der Wimper zu zucken verheizen würden und dem der Blick fehlt für das, was über seinen Horizont hinausgeht. Als Zuschauer ist man näher bei Duncan, dessen Sorgen unter anderem seinem leiblichen Befinden gelten, einem Dach über dem Kopf für die Nacht und der Suche nach seiner Bestimmung in einer Welt, deren wahre Komplexität er bestenfalls erahnen kann.

Ritterliche Tugenden und politische Machenschaften

Ganz ohne die bekannten Fürstenhäuser, allen voran die Targaryens, kann jedoch auch A Knight of Seven Kingdoms nicht. Da diese machtpolitisch das Zepter in der Hand halten, muss sich auch Duncan schon bald mit ihnen auseinandersetzen und ist auf ihre Gunst angewiesen, wenn er im Turnier und generell innerhalb der Gesellschaft aufsteigen will. Einmal mehr stehen die Targaryens sinnbildlich für die Dekadenz, den Zynismus und die Arroganz der Herrschenden, die zwar unbeliebt sind, aber aufgrund ihrer Stellung sowie ihres Rufes über allem stehen. In den einzelnen Episoden der Serie – spätestens aber ab der dritten – werden sie als Gegenposition zu den ritterlichen und bodenständigen Tugenden Duncans porträtiert. Die Perspektive, die in House of the Dragon oft schmerzlich fehlte, wird in A Knight of Seven Kingdoms gezeigt, wenn am Beispiel des Helden deutlich wird, wie manipulativ und ausbeuterisch die Herrschenden vorgehen. Erzählerisch ist A Knight of Seven Kingdoms daher weniger komplex als Game of Thrones oder House of the Dragon, versucht dies jedoch durch eine stärkere menschliche Komponente und narrative Linearität zu kompensieren.

Folglich darf man auch keine der bekannten Schlachtszenen erwarten, wie man sie aus den anderen beiden Serien kennt. Dennoch hat A Knight of Seven Kingdoms auch ästhetisch etwas zu bieten. Neben den zu erwartenden, teils sehr idyllischen Landschaften überzeugen vor allem die Szenen während des Turniers, die das Chaos, die Brutalität und die Schnelligkeit des Wettstreits der Ritter packend einfangen. Ein besonderes Highlight dürfte der Wechsel in die Ich-Perspektive während einer solchen Konfrontation sein, der die genannten Aspekte dem Zuschauer fast schon hautnah vermittelt.

Credits

OT: „A Knight of Seven Kingdoms“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Owen Harris, Sarah Adina Smith
Drehbuch: Ira Parker, Aziza Barnes, Hiram Martinez, Annie Julia Wyman, Ti Mikkel
Vorlage: George R. R. Martin
Musik: Dan Romer
Kamera: Federico Cesca, Gustav Danielsson
Besetzung: Peter Claffey, Dexter Sol Ansell, Sam Spruell, Daniel Ings, Finn Bennett, Bertie Carvel, Danny Webb

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

A Knight of Seven Kingdoms
fazit
“A Knight of Seven Kingdoms” ist eine weitere Spin-off-Serie aus dem “Game of Thrones”-Universum. Nicht die Perspektive der Herrschenden und ihre Machenschaften stehen im Vordergrund, sondern die Sicht eines „einfachen“ Menschen, der seinen Platz innerhalb dieser umkämpften sowie komplexen Welt zu finden versucht. Wer eine menschliche und bodenständige Perspektive auf die Geschehnisse in Westeros bislang vermisst hat, wird bei „A Knight of Seven Kingdoms“ fündig werden.
Leserwertung0 Bewertungen
0
8
von 10