The Creeping – Die Heimsuchung
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The Creeping – Die Heimsuchung

„The Creeping – Die Heimsuchung“ // Deutschland-Start: 26. Januar 2024 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Anna (Riann Steele) in das Haus ihrer Familie zurück, um sich um ihre Großmutter Lucy (Jane Lowe) zu kümmern. Einfach ist das nicht, da diese an einer fortschreitenden Demenz leidet. Oft verwechselt sie ihre Enkelin mit deren Mutter, obwohl die vor vielen Jahren schon gestorben ist. Trotz der tatkräftigen Unterstützung durch Karen (Sophie Thompson), die alles in Schuss hält und bei der Pflege hilft, kommt Anna immer wieder an ihre Belastungsgrenze. Dabei ist es nicht allein die Krankheit, die ihr zu schaffen macht. Je mehr Zeit sie in dem Haus verbringt, umso häufiger wird sie Zeugin seltsamer und unheimlicher Ereignisse. Mit der Zeit dämmert ihr, dass da etwas nicht stimmt und ihre Großmutter mehr weiß, als sie bislang zugegeben hat …

Der Horror der Demenz

Je mehr Menschen von einem Thema betroffen sind, umso häufiger wird es auch in Filmen angesprochen. Das zeigt sich etwa bei Demenz, das früher keine wirkliche Rolle spielte, inzwischen aber immer wieder auftaucht. Das naheliegendste Genre hierfür ist natürlich das Drama, da finden sich besonders viele Beispiele. Interessant ist, dass aber auch eines diese Krankheit für sich entdeckt, wo man es nicht vermuten würde: Horror. So wurde letztes Jahr Run Rabbit Run veröffentlicht, bei dem es um die Annäherung eines Mädchens mit ihrer demenzkranken Großmutter geht, zur Verwunderung der Mutter. Auch bei Relic – Dunkles Vermächtnis kommen drei weibliche Generationen zusammen, die unheimliche Erfahrungen im alten Familienhaus machen und bei der die älteste an Demenz leidet. The Creeping – Die Heimsuchung geht nun in eine sehr ähnliche Richtung.

Erneut ist die Großmutter dement, erneut kommen diese und die Enkelin sich näher. Erneut geht es auch um Geheimnisse und um alte Geschichten, die wieder ausgegraben werden. Dass da etwas sehr Böses lauert, ist hingegen kein Geheimnis. Noch bevor die eigentliche Geschichte beginnt, zeigt The Creeping – Die Heimsuchung eine Szene mit der noch jungen Anna, die vor etwas schreckliche Angst hat. Bis wir aber erfahren, was das ist, vergeht Zeit. Viel Zeit. Nach dem energischen Auftakt wird es ruhig. Lange Zeit passiert eigentlich gar nichts. Stattdessen konzentriert sich Regisseur und Drehbuchautor Jamie Hooper auf das Verhältnis zwischen den beiden Frauen und die Versuche von Anna, die Situation irgendwie in den Griff zu bekommen.

Überlieferte Traumata

Die Situationen sind bekannt. Meistens geht es darum, dass die Protagonistin mit ihrer Mutter verwechselt wird oder die Großmutter nicht mehr weiß, dass alle anderen tot sind. Da sind schon ein paar emotionalere Momente dabei, man fühlt mit Anna, die mit der Geschichte überfordert ist. Anfangs fehlt da noch der Bezug zum eigentlichen Horrorpart. Erst mit der Zeit wird deutlich, dass beides in The Creeping – Die Heimsuchung zusammenhängt. Wenn Lucy die geistige Kontrolle über die Zeiten verliert, dann passt das gut zu einem Familiendrama, bei dem sich alles um überlieferte und unbehandelte Traumata dreht. Mit Conjuring – Die Heimsuchung hat das hingegen gar nichts zu tun, auch wenn einem das Cover etwas anderes weismachen will.

Grundsätzlich funktioniert das gut, auch wenn die Geschichte ein bisschen braucht, bis sie in die Gänge kommt, und die großen inszenatorischen Einfälle ausbleiben. Dass beispielsweise jemand am Fenster auftaucht, das ist nun wirklich keine kreative Glanzleistung. Die schauspielerische Leistung passt dafür. Leider ist die Auflösung weniger spannend geworden. Nicht nur, dass dabei noch einmal ein ganz anderes Fass aufgemacht wird. Hooper muss zudem den Computer zur Hilfe rufen, mit einem eher bescheidenen Ergebnis. Effektiver waren da vorherige Szenen, in denen Lucy die Aufgabe zukam, für eine unheimliche Stimmung zu sorgen. Letzten Endes ist The Creeping – Die Heimsuchung ein brauchbarer Genrebeitrag, der den bekannten Themen nicht viel Eigenes hinzuzufügen hat, aber sich vor den meisten Kollegen auch nicht verstecken muss.

Credits

OT: „The Creeping“
Land: UK
Jahr: 2022
Regie: Jamie Hooper
Drehbuch: Jamie Hooper
Musik: Stephanie Taylor
Kamera: Ben Hecking
Besetzung: Riann Steele, Jane Lowe, Sophie Thompson

Bilder

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The Creeping – Die Heimsuchung
fazit
„The Creeping – Die Heimsuchung“ kombiniert Haunted House Horror mit Familiendrama und einer Demenzerkrankung. Das ist über längere Zeit ziemlich ruhig, funktioniert aber trotz fehlender inszenatorischer Ideen. Die Auflösung wollte hingegen zu viel, das passt dann nicht mehr wirklich rein.
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