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Life on Mars: Gefangen in den 70ern – Staffel 1

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„Life on Mars: Gefangen in den 70ern“ // Deutschland-Start: 3. Februar 2007 (Kabel eins) // 14. Mai 2012 (DVD)

Inhalt / Kritik

Detective Sam Tyler (John Simm) steckt mitten in einem schwierigen Fall, als er von einem Auto angefahren wird. Als er wieder zu sich kommt, sieht auf einmal alles anders aus. Was ist nur geschehen? Nach einer anfänglichen Verwirrung stellt er fest: Anstatt sich in der gewohnten Umgebung zu befinden, ist er im Jahr 1973 gelandet. Während er nach einer Antwort sucht, was das alles zu bedeuten hat, beginnt er seine neue Stelle unter Gene Hunt (Philip Glenister). Bei der Polizeiarbeit kommen ihm seine Kenntnisse auf der Zukunft gerade recht, die ihm immer wieder Vorteile verschaffen. Aber es bedeutet auch, dass er sich an vieles erst gewöhnen muss. Nicht nur, dass ihm viele Hilfsmittel, die ihm selbstverständlich erscheinen, nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Regeln waren zudem noch ganz andere …

Klassischer Krimi trifft Zeitreise-Rätsel

Krimis erfreuen sich traditionell einer großen Beliebtheit: Seit Jahrzehnten werden fürs Fernsehen Serien produziert, in denen jede Woche ein neues Verbrechen gelöst werden muss. Doch gerade weil es ein verlässlich großes Publikum für diese Art Geschichten gibt, braucht es im Idealfall ein Alleinstellungsmerkmal, um sich von der unzähligen Konkurrenz zu unterscheiden. Matthew Graham, Tony Jordan und Ashley Pharoah wählten hierfür einfach das Motiv der Zeitreise. Das kennt man eigentlich aus dem Science-Fiction-Genre, dann und wann auch bei Fantasy-Abenteuern. Bei Life on Mars: Gefangen in den 70ern wird es aber mit einem Krimi verknüpft, der über weite Strecken eigentlich recht konventionell ist. Tatsächlich spielt es bei den zu lösenden Fällen oft überhaupt keine Rolle, dass Sam aus der Zukunft gekommen ist.

Anfangs ist auch nicht klar, was genau die Serie damit anzufangen gedenkt. So gibt es gerade zu Beginn einige komische Momente, wie man sie aus den Zeitreiseabenteuern kennt. Sam tut sich schwer damit, dass vieles anders ist. Das betrifft einerseits die Ausrüstung, die einfach nicht auf dem Stand ist, wie er sie kennt. So einfache Dinge wie Mobiltelefone oder Suchmaschinen fallen weg, auch bei der Spurensicherung war vieles schwieriger. Life on Mars: Gefangen in den 70ern setzt aber auch auf tatsächliche Culture-Clash-Elemente, vieles sah man damals noch anders. Da durften Polizisten schon mal Gewalt androhen, wenn es einer guten Sache dient. Rassismus und Homophobie wurden ungeniert ausgelebt. Von der allgegenwärtigen Korruption ganz zu schweigen, die regelmäßig zu Konflikten zwischen Sam und seinen Kollegen und Kolleginnen führt.

Achterbahn der Gefühle

Dann und wann hat die britische Produktion dann auch einen eher moralisierenden Ton, was etwas unglücklich ist. An anderen Stellen wird das aber genutzt, um knifflige Fragen zur Zweckmäßigkeit zu stellen. Das ist gerade auch bei Sam spannend, der zwischendurch immer mal wieder Ambivalenz zeigt. So muss er feststellen, dass seine guten Absichten ihn nicht immer ans Ziel führen, manchmal sogar schlimme Folgen haben können. Der anfänglich heitere Ton wird dann im Lauf der acht Folgen der ersten Staffel auch zunehmend abgelegt, es wird düsterer und trauriger. Gerade zum Ende von Life on Mars: Gefangen in den 70ern darf es sogar richtig bitter werden, das Kreativ-Trio nimmt das Publikum da mit auf eine Achterfahrt der Gefühle.

Konstant ist dafür die Leistung des Ensembles, insbesondere von Hauptdarsteller John Simm (Intruders), der die diversen Wechsel überzeugend mitmacht, wenn Sam immer wieder um die Kontrolle kämpft. Sehenswert ist die Serie aber auch für den Mystery-Aspekt. So wird zwar scheinbar recht früh verraten, was wirklich los ist und weshalb sich der Polizist in dieser seltsamen Lage befindet. Ganz so einfach ist es aber doch nicht, Life on Mars: Gefangen in den 70ern gibt den Zuschauern und Zuschauerinnen noch keine eindeutige Auflösung in der ersten Staffel, selbst als alles auserzählt scheint. Auch das trägt dazu bei, dass man gern bei der zweiten Staffel wieder vorbeischaut. Die Fälle an sich sind zwar nicht so außergewöhnlich, dass man sie unbedingt in Erinnerung behalten wird. Der Mix der verschiedenen Genres, das stimmungsvolle Retro-Setting und das ungewöhnliche Szenario machen den Krimi aber zu einer Ausnahmeerscheinung, die Jahre später nichts von ihrem Reiz verloren hat.

Credits

OT: „Life on Mars“
Land: UK
Jahr: 2006
Regie: Bharat Nalluri, John McKay, SJ Clarkson, John Alexander
Drehbuch: Matthew Graham, Ashley Pharoah, Tony Jordan, Chris Chibnall
Idee: Matthew Graham, Tony Jordan, Ashley Pharoah
Musik: Edmund Butt
Kamera: Adam Suschitzky
Besetzung: John Simm, Philip Glenister, Liz White, Dean Andrews, Marshall Lancaster, Noreen Kershaw, Archie Panjabi, Sam Hazeldine

Bilder

Trailer

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Life on Mars: Gefangen in den 70ern – Staffel 1
fazit
„Life on Mars: Gefangen in den 70ern“ kombiniert einen herkömmlichen Krimi auf reizvolle Weise mit dem Zeitreise-Motiv und einer persönlichen Geschichte. Der Ton ist zuweilen ein bisschen arg moralisierend. Spaß macht der ungewöhnliche Genremix aber, trotz oder auch wegen der starken Stimmungsschwankungen von komisch bis tieftraurig.
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von 10