Poker Face Sky
© Arclight Films/ Brook Rushton

Poker Face

Poker Face Sky
„Poker Face“ // Deutschland-Start: 19. November 2022 (Sky)

Inhalt / Kritik

Seit seiner Jugend ist Jake Foley (Russell Crowe) passionierter Spieler, vor allem Poker hat es ihm angetan. Gemeinsam mit seinen Freunden hat er unzählige Partien bestritten. Nun möchte der später zu großem Reichtum gekommene Jake mal wieder eine dieser Partien ansetzen und lädt zu dem Zweck seine Kindheitsfreunde Michael (Liam Hemsworth), Andrew (RZA), Paul (Steve Bastoni) und Alex (Aden Young) ein. Bald schon schwelgen sie in Erinnerungen, während sie sich immer tiefer in das Spiel hineinsteigern. Dabei ahnen die Gäste nicht, dass Jake im Geheimen ein ganz anderes Spiel spielt. Und das ist nicht die einzige Überraschung, welche der Abend für sie bereit hält …

Eine Rückkehr mit vielen Fragezeichen

Bekannt ist Russell Crowe natürlich in erster Linie für seine Arbeit als Schauspieler, Filme wie Gladiator, A Beautiful Mind oder Les Misérables haben ihm zu weltweitem Ruhm verholfen. Dann und wann fühlt sich der Australier aber wie so viele seiner Kollegen und Kolleginnen dazu berufen, auch selbst auf dem Regiestuhl Platz zunehmen. 2014 gab er in dieser Funktion sein Langfilmdebüt mit Das Versprechen meines Lebens. Viel Beachtung fand das Drama eher nicht. Und auch er selbst scheint im Anschluss kein allzu großes Verlangen verspürt zu haben, diese Nebenkarriere fortzusetzen. So dauerte es ganze achte Jahre, bis er mit Poker Face seinen zweiten Spielfilm vorlegt. Wie schon bei seinem ersten Werk führte er dabei nicht nur Regie, sondern übernahm auch die Hauptrolle. Dieses Mal schrieb er zudem auch das Drehbuch.

Ein Empfehlungsschreiben in eigener Sache verfasste er damit aber kaum. Wo das besagte Das Versprechen meines Lebens seinerzeit noch recht ordentliche Kritiken erhielt, da waren die Kritiken für sein Zweitwerk eher mäßig. Tatsächlich lässt einen der wirre Thriller mit der Frage zurück, welche Geschichte Crowe da denn eigentlich erzählen wollte. Eigentlich liegt der Verdachte nahe, dass es bei Poker Face tatsächlich um das Pokerspiel geht, welches Jake nach Jahren der allmählichen Entfremdung ansetzt. Schließlich wird gleich zu Beginn diese Partie vorbereitet, indem auf die gemeinsame Spielvergangenheit der Jungs verwiesen wird. Aber schon bald kommt es zu ersten Irritationen. Die betreffen einerseits die Besetzung, die vom Alter her überhaupt keinen seit der Kindheit bestehenden Freundeskreis bilden können. So ist Aden Young zwölf Jahre jünger als Crowe. Bei Hemsworth beträgt der Abstand sogar ein Vierteljahrhundert.

Ein Spiel ohne Sinn

Vor allem aber beim Inhalt kommen bald Fragezeichen auf. So geht das Pokerspiel, bei dem Jake seinen Mitspielern etwas entlocken will, in die Mystery-Thriller-Richtung. Jake selbst hat aber auch ein eigenes Geheimnis, was ein Drama vermuten ließe. Und dann eskaliert die Geschichte völlig, als noch andere Menschen bei dem Pokerspiel auftauchen und die handlung deutlich actionreicher wird. Was sie dort suchen, das ist klar. Warum Crowe es für eine gute Idee hielt, diesen Teil in seinen Film einzubauen, ist jedoch ein Rätsel, das auch nach dem Abspann ungelöst bleibt. Auf diese Weise wirkt Poker Face wie drei Filme, die versehentlich zusammengeschnitten wurde. Oder um beim Bild des Spiels zu bleiben: Da sitzen lauter Leute zusammen, bei denen jeder eigenen Spielregeln folgt, ohne dass sie sich dessen bewusst wären. Für sie selbst mag das Sinn ergeben. Als bloßer Zuschauer bzw. Zuschauerin nicht.

Der interessanteste Part ist noch der, wenn sich der Film auf das Spiel konzentriert. Eine Pokerpartie zu verwenden, um sich den Geheimnissen mehrerer Leute zu widmen, die Karte für Karte aufgedeckt werden, das ist als Szenario durchaus vielversprechend. Ein Kammerspiel, das ausschließlich am Pokertisch stattfindet? Warum nicht. Die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben, sind aber nicht der Rede wert. So sind die Figuren alle ziemlich nichtssagend und werden auf eine Eigenschaft oder ein Merkmal reduziert, an dem dann auch nicht wirklich gerüttelt wird. Selbst der allgegenwärtige Protagonist bringt nicht genug mit, um in dem Chaos für Halt zu sorgen. Am Ende ist Poker Face einer dieser Filme, bei denen ganz wahnsinnig viel geschieht und bei dem im Anschluss doch nicht genug bleibt, an das man sich erinnern müsste.

Credits

OT: „Poker Face“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Russell Crowe
Drehbuch: Russell Crowe
Musik: Antony Partos, Matteo Zingales
Kamera: Aaron McLisky
Besetzung: Russell Crowe, Liam Hemsworth, RZA, Aden Young, Steve Bastoni, Daniel MacPherson, Brooke Satchwell, Paul Tassone, Matt Nable, Benedict Hardie, Molly Grace

Trailer

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Poker Face
fazit
„Poker Face“ hat ein im Grunde vielversprechendes Szenario, wenn sich alte Freunde zu einem besonderen Pokerspiel treffen und dabei düstere Geheimnisse gelüftet werden. Spannend wird der Film aber nicht, da die Figuren trotz allem nichtssagend sind und stattdessen ganz viel anderes Zeug geschieht, das zu nichts führt.
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von 10