Blood Diamond
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Blood Diamond

Blood Diamond
„Blood Diamond“ // Deutschland-Start: 25. Januar 2007 (Kino) // 19. September 2007 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Im Bürgerkrieg von Sierra Leone wird Solomon Vandy (Djimon Hounsou) übel mitgespielt. Am helllichten Tag überfallen Rebellen sein Dorf und töten willkürlich Menschen. Zwar kann er seiner Familie zur Flucht verhelfen, er selbst wird aber vom Rebellenanführer Captain Poison (David Harewood) zur Arbeit in den Diamantminen des Landes verdonnert. Zeitgleich bemüht sich der in Simbabwe geborene, ehemalige Soldat Danny Archer (Leonardo DiCaprio), sich durch Diamantschmuggel von seinem ehemaligen Vorgesetzten, den Söldnerführer Colonel Coetzee (Arnold Vosloo), unabhängig zu machen. Als Solomon dann einen großen Edelstein findet und heimlich versteckt, machen die zwei gemeinsame Sache und begeben sich auf die schwierige Suche nach dem Stein. Dabei werden sie ebenfalls von der Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) begleitet, die hofft, auf die misslichen Umstände in Sri Lanka und den illegalen Diamantenhandel aufmerksam machen zu können. Es beginnt ein Wettlauf um den Edelstein, bei dem die drei grundverschiedenen Persönlichkeiten ihre eigenen Ziele vernachlässigen müssen, um den Rebellen sowie der Regierung zuvorzukommen.

Komplexe Erzählstruktur

Blood Diamond ist zugegeben kein seichter Actionthriller, sondern hat durchaus komplexes Storytelling aufzuweisen. So werden den Zuschauenden insgesamt drei Handlungsstränge offenbart, die früher oder später ineinanderlaufen und sich unlösbar miteinander verketten. Da ist zum einen der Familienvater Solomon, der unbedingt seine Frau und seine Kinder zurückgewinnen möchte. Die Schrecken des Krieges, bei dem Familien brutal getrennt und auseinandergerissen werden und junge Kinder zu Soldaten ausgebildet werden, könnten dabei nicht deutlicher aufgezeigt werden. Gerade die Verzweiflung, die Solomon oft ins Gesicht geschrieben steht, versteht durchaus mitzureißen.

Die anderen beiden Handlungsstränge rund um den Schmuggler Danny Archer, sowie die Journalistin Maddy Bowen verlaufen eher parallel und beleuchten dabei verschiedene westliche Sichten auf den Krieg. Da Archer für das amerikanische Diamantenkartell arbeitete, das sich rücksichtslos bereichert, sieht Maddy in ihm eine Chance auf die ganz große Story. Zwischen den beiden entspinnen sich dadurch immer wieder spannende Gespräche, die die Komplexität der Thematik deutlich aufzeigen. Zwar kann Maddy den Söldner Archer für dessen Taten verurteilen, allerdings bereichert sie sich ebenso an den traurigen Einzelschicksalen der Einwohner von Sierra Leone, um ihren Bericht interessanter zu machen. So wird immer wieder deutlich, dass es für komplexe Themen keine einfachen Lösungen gibt und Moralvorstellungen einzelner Figuren in Kriegszeiten oft auf der Strecke bleiben

Dabei beinhaltet jeder dieser drei Stränge gut und nachvollziehbar geschriebene Figuren, die das insgesamte Seherlebnis stark anheben, da sie an der Oberfläche eine spannende Geschichte erzählen und bei näherer Betrachtung vielschichtige Themen aufzeigen. Die vielen angestoßenen Themen beginnen sich dabei nach kurzer Zeit zu vermischen, wobei dann alles etwas unübersichtlich werden kann. Blood Diamond wirkt dann eher wie ein Rundumschlag oder eine Zusammenfassung aller mit dem Bürgerkrieg verbundener Aspekte, wobei nie einer dieser Aspekte näher und ausführlich betrachtet wird. Das kann gut funktionieren, lässt an einigen Stellen aber auch den Eindruck entstehen, man wollte unbedingt alles im Film abbilden.

Langatmige Action

Doch neben der thematischen Komplexität des Films wirkt Blood Diamond oft etwas eintönig und repetitiv. So dauert es zunächst fast eine ganze Stunde, bis sich die angeführten Handlungsstränge miteinander verknüpfen und der Film in Fahrt kommt. Und auch im weiteren Verlauf entsteht immer wieder der Eindruck, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Gefühlt hetzten DiCaprio und co. von Gefecht zu Gefecht und kommen nie zur Ruhe um die Handlung voranzutreiben. Wichtige und nötige Konversationen werden ständig unter- und abgebrochen, sodass der nötige Drive der Handlung nicht entstehen kann.

Credits

OT: „Blood Diamond“
Land: USA
Jahr: 2006
Regie: Edward Zwick
Drehbuch: Charles Leavitt
Musik: James Newton Howard
Kamera: Eduardo Serra
Besetzung: Leonardo DiCaprio, Djimon Hounsou, Jennifer Connelly, Arnold Vosloo, Kagiso Kuypers, Antony Coleman, Michael Sheen, Marius Weyers, Benu Mabhena, Anointing Lukola, David Harewood, Basil Wallace, Stephen Collins, Jimi Mistry

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 2007 Bester Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio Nominiert
Bester Nebendarsteller Djimon Hounsou Nominiert
Bester Schnitt Steven Rosenblum Nominiert
Bester Ton Andy Nelson, Anna Behlmer, Ivan Sharrock Nominiert
Bester Tonschnitt Lon Bender Nominiert
Golden Globes 2007 Bester Hauptdarsteller (Drama) Leonardo DiCaprio Nominiert

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Blood Diamond
fazit
„Blood Diamond“ vermischt viele Themen, wie die Schrecken des Krieges oder die Ausbeutung afrikanischer Länder miteinander und bietet thematisch eine tolle Komplexität. Fein gearbeitete Figuren sorgen dabei für ein tolles Seherlebnis, dass jedoch durchaus Sitzfleisch verlangt.
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