Crimson Tide
© Walt Disney

Crimson Tide – In tiefster Gefahr

Crimson Tide
„Crimson Tide“ // Deutschland-Start: 13. Juli 1995 (Kino) // 11. September 2007 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Es ist die Zeit des Kalten Kriegs. Da sich der Konflikt zwischen USA und Russischen Nationalisten immer weiter zuspitzt, wird eine Militäroperation ins Leben gerufen. Daraufhin wird der junge Ron Hunter (Denzel Washington) zum ersten Offizier in dem Atom-U-Boot der Ohio-Klasse USS Alabama berufen. Dort angekommen ergibt sich jedoch schnell Streit, da er und Captain Frank Ramsey (Gene Hackman) nicht dieselbe Position zum Krieg teilen. Während Hunter – wenn möglich – einen Krieg vermeiden möchte und zögerlich beim Drücken des Abschussknopfes ist, so ist Ramsey, ein Hund der alten Schule, anderer Auffassung. Nach ihm ist die Sicherheit des eigenen Landes oberste Priorität. So ergibt sich rasch eine Uneinigkeit, die in Kombination mit der sinkenden Besatzungsmoral in einer Meuterei resultiert. So steht der Ausbruch eines nuklearen Krieges auf Messers Schneide.

Mehr als nur Unterhaltung

Mit Washington und Hackman, die den Teufel an die Wand spielen sowie Hans Zimmer, der den Soundtrack beisteuerte, erscheint Crimson Tide als ein typischer Blockbuster, zumindest auf dem ersten Blick. Und doch ist an ihm mehr dran, als man vermuten würde. Neben Michael Schiffer, der in den Credits für das Drehbuch als einziger auftaucht, gibt es nämlich noch einen weiteren. Tatsächlich hat niemand geringerer als Filmgenie Quentin Tarantino hier seine Finger mit im Spiel gehabt, der jedoch nirgendwo offiziell als Drehbuchautor aufgeführt wird. Die Gründe einmal dahingestellt, entpuppt sich das Kriegsdrama als vielschichtig und alles andere als reine Mainstream-Unterhaltung. Wie in Abyss, zu dem man sicherlich einige Parallelen ziehen könnte, so gibt es auch hier viel Substanz und das sowohl in politischer als auch filmischer Hinsicht. Statt dem Fokus auf Action und Explosionen konzentriert sich Regisseur Tony Scott anders als in beispielsweise Top Gun mehr auf die Charaktere und den politischen Dialog.

Ambitioniertes Hollywoodkino

Mit einer dichten Spannung à la Jagd auf Roter Oktober und einer starken Atmosphäre à la Abyss schlägt der U-Boot Thriller eine hervorragende Goldenen Mitte ein. So bleibt es nicht nur bei einer spannenden Geschichte und hervorragenden Ausstattung, Crimson Tide schafft es wie James Camerons Produktion auf ein höheres Niveau. Dies liegt zu einem an seiner Intelligenz zum Thema des nuklearen Kriegs, darüber hinaus aber auch an einer grundsätzlichen stimmungsvollen Unvorhersehbarkeit. Da man dem Film nach den Streitereien zwischen Hunter und Ramsey etwas Zeit zum Atmen lässt und man als Zuschauer keinerlei Anhaltspunkte hat, in welche Richtung sich der Thriller ab der Hälfte noch weiterentwickelt, beschert Scotts Werk deutliche Pluspunkte. Bei dem Konflikt zwischen Jung und Alt wird dabei das Beste herausgeholt, wodurch die Figuren nicht gänzlich schwarz-weiß erscheinen. Stattdessen gibt es hier eher Grautöne, die an die Oberfläche dringen.

Tiefsee-Kino der Oberklasse

Während das U-Boot die dunkle Tiefsee anvisiert, so steuert es mit jedem Meter gleichzeitig in eine neue Zeit vor – entweder eine, in der die Welt durch Nuklearraketen zerstört wird oder in eine, die vor dem Krieg verschont bleibt. Dass man sich an einem realen Vorfall inspirieren ließ (im Jahre 1983 gab es mit einem Militär Stanislaw Petrow einen Oberstleutnant, der heutzutage gern als Mann, der die Welt vor dem dritten Weltkrieg rettete, betitelt wird), fügt sich dabei wunderbar in die restliche Dramaturgie ein. Da diese nur an wenigen Stellen zurechtgebogen wirkt, überzeugt Crimson Tide somit in optischer, schauspielerischer und atmosphärischer Hinsicht. Fans von Das Boot, Jagd auf Roter Oktober und den weiteren Tiefsee-Klassikern sollten sich Crimson Tide auf keinen Fall entgehen lassen.

Credits

OT: „Crimson Tide“
Land: USA
Jahr: 1995
Regie: Tony Scott
Drehbuch: Michael Schiffer
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Dariusz Wolski
Besetzung: Denzel Washington, Gene Hackman, George Dzundza, Viggo Mortensen, James Gandolfini, Matt Craven, Rick Schroder

Trailer

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Crimson Tide – In tiefster Gefahr
Fazit
Als in einem Atom-U-Boot ein Streit aufkommt, befindet sich die Welt nur einen Klick von einem nuklearen Krieg entfernt. Der Thriller ist spannend und atmosphärisch dicht, überzeugt auch schauspielerisch.
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