Kritik

Stirb langsam Collection Die Hard

„Stirb Langsam: Jetzt erst recht“ // Deutschland-Start: 22. Juni 1995 (Kino) // 13. September 2018 (DVD/Blu-ray)

Nach seinem letzten Einsatz steht es nicht gut um John McClane (Bruce Willis), der schon länger vom Dienst bei der New Yorker Polizei suspendiert und zum Alkoholiker geworden ist. Mehrere Bombenanschläge mitten in der Stadt holt ihn allerdings wieder mitten ins Geschehen zurück, denn der Bombenleger, der sich unter dem Namen „Jack“ bei der Polizei gemeldet hat, will, dass ausgerechnet McClane eine Reihe von Aufgaben und Mutproben übernimmt. Auch wenn McClane alles andere als begeistert ist, muss er den Forderungen Folge leisten und schon die erste Aufgabe bringt ihn nach Harlem, wo er dank des Eingreifens Zeus Carvers (Samuel L. Jackson) nur knapp dem sicheren Tod entkommen kann. Carver, der wieder zurück zu seinem Laden möchte, ist nun auch im Fokus des Bombenlegers, der ihn zusammen mit McClane auf eine Schnitzeljagd quer durch New York City schickt. Nach einem erneuten Anschlag, dieses Mal auf die New Yorker U-Bahn, wird McClane darüber informiert, warum gerade es der Bombenleger gerade auf ihn abgesehen hat, denn hinter „Jack“ steckt Simon Peter Gruber (Jeremy Irons), dessen Bruder einst den Anschlag auf das Nakatomi Plaza in Los Angeles anführte und für dessen Tod Simon an McClane Rache nehmen will.

Spießrutenlauf durch New York City

Fünf Jahre nach seinem letzten Einsatz als John McClane kehrte Bruce Willis zurück als der beliebte Actionheld, dieses Mal mit John McTiernan als Regisseur, welcher schon die Regie beim ersten Teil der Reihe übernommen hatte. Nach den kommerziellen Erfolgen der beiden letzten Teile wollte vor allem Willis nicht noch einmal die Formel des ersten Teils wiederholen, was unter anderem ein Kritikpunkt von Stirb Langsam 2 gewesen war. So ist der dritte Teil der Reihe nicht nur eine direkte Verbindung zum ersten Teil der Reihe, sondern verändert auch die Formel im Rahmen der populären „buddy-action“, da McClane auf seiner Hetzjagd durch New York mit dem von Samuel L. Jackson gespielten Zeus ein Begleiter zur Seite gestellt wird.

Vor allem aber ist Stirb langsam: Jetzt erst recht ein waschechter New York-Film. Spielte schon im ersten Teil die Architektur, die Enge und das Verzweigte des Nakatomi Plaza eine wichtige Rolle für die Geschichte, sind es nun die verschiedenen Facetten der US-Metropole, von ihren Stadtteilen bis hin zu ihrer vielfältigen Bevölkerung. Wichtige Sehenswürdigkeiten wie der Central Park, Wall Street oder das Yankee Stadium sind keinesfalls nur bloße Kulisse, sondern spielen eine gewichtige Rolle im Kontext des Spießrutenlaufs, auf den sich Zeus und McClane gegen ihren Willen begeben. Jedoch, so richtig Zeit lassen können die beiden sich nicht, rennt ihnen doch eben diese davon, wobei ihnen der New Yorker Verkehr sowie die omnipräsente Hitze mehr als einmal im Wege stehen.

Ein ungleiches Duo

Jedoch muss man als entscheidenden Pluspunkt des dritten Teils der Reihe die Chemie zwischen Jackson und Willis zählen. Nur ein Jahr nach ihrem Auftritt in Quentin Tarantinos Meisterwerk Pulp Fiction, welcher vor allem Willis’ Karriere neue Energie gab, brillieren die beiden in McTiernans Film als ungleiches Duo, die wider Willen zusammenarbeiten müssen. Besonders die Wortgefechte der beiden Figuren, wenn sie beispielsweise eine neue Aufgabe oder ein neues Rätsel Grubers lösen müssen, sind geprägt von galligem Witz und erfrischender Respektlosigkeit, immer angereichert mit der kreativen Nutzung der ein oder anderen Beleidigung, bei der sich beide eine Art Wettstreit miteinander leisten. Bei allem Witz ist vor allem der von Jackson gespielte Zeus Carver eine interessante Figur, eigentlich ein Nebencharakter, dem der Schauspieler aber genügend Ausstrahlung verleiht.

Darüber hinaus bietet der dritte Teil der Stirb Langsam-Reihe schnörkelloses Actionkino, wie man es in den 1990er gewohnt war. Neben einer ganzen Reihe gekonnt gefilmter Verfolgungsjagden überzeugen vor allem die Sequenzen in der U-Bahn sowie die zahlreichen Parallelmontagen, welche diesen Actionfilm immer wieder sehr spannend und packend machen.

Credits

OT: „Die Hard with a Vengeance“
Land: USA
Jahr: 1995
Regie: John McTiernan
Drehbuch: Jonathan Hensleigh
Musik: Michael Kamen
Kamera: Peter Menzies jr.
Besetzung: Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Jeremy Irons, Graham Greene, Larry Bryggman, Colleen Camp, Anthony Peck

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Stirb Langsam: Jetzt erst recht
„Stirb Langsam: Jetzt erst recht“ ist eine mehr als solide Fortsetzung der beliebten Reihe um den Polizisten John McClane und wahrscheinlich der letzte wirklich gute Teil. John McTiernan liefert einen Film ab, der durch seine Actionsequenzen sowie durch seine beiden Hauptdarsteller zu überzeugen weiß und für nicht nur spannende, sondern immer auch sehr komische Momente sorgt.
7von 10

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