Kritik

All Her Dying Lovers

„All Her Dying Lovers“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Eigentlich würde man bei dem Titel All Her Dying Lovers ein melancholisches Drama erwarten, vielleicht von einer älteren Dame, die sich ihrer eigenen Vergänglichkeit stellen muss. Tatsächlich ist die besagte Vergänglichkeit in dem dokumentarischen Kurzfilm aber eine bewusst herbeigeführte. Genauer berichten Anna Benner und Eluned Zoe Aiano darin von einer tschechischen Frau, die im Zweiten Weltkrieg eine von vielen war, die vergewaltigt wurde. Anstatt sich aber ihrem Schicksal zu fügen, suchte sie sich eine ungewöhnliche Methode der Rache aus: Sie verführte Soldaten und steckte sie mit Geschlechtskrankheiten an.

Was sich nach einem irrsinnigen B-Movie-Plot anhört, basiert aber auf einer wahren Geschichte und wird hier in Form eines Animationsfilms wiedergegeben. Genauer hören wir verschiedenen Leuten zu, die Benner und Aiano zu dem Thema interviewten, während wir einer gezeichneten Frau zusehen, die sich zurechtmacht. Diese Mischung aus schönen Bildern und grausigem Inhalt ist schon recht eigen, funktioniert aber gut. Sonderlich in die Tiefe geht All Her Dying Lovers dabei aber nicht, dafür sind fünf Minuten dann doch zu wenig. Aber es ist ein interessanter Fall, und natürlich tragisch, der von den Schrecken des Krieges erzählt und den verschiedensten Opfern, die dieser zur Folge hatte.

Credits

OT: „All Her Dying Lovers“
Land: Deutschland, Tschechische Republik
Jahr: 2020
Regie: Anna Benner, Eluned Zoe Aiano
Musik: Raphael Tschernuth

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All Her Dying Lovers
„All Her Dying Lovers“ ist ein animierter, dokumentarischer Kurzfilm über eine tschechische Frau, die im Zweiten Weltkrieg mit Soldaten schlief, um sie mit Geschlechtskrankheiten anzustecken. Dabei ist sowohl die Geschichte ungewöhnlich wie auch die Umsetzung als Interviews, die mit Zeichnungen illustriert werden.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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