Kritik

Der Teufel kam aus Akasava

„Der Teufel kam aus Akasava“ // Deutschland-Start: 5. März 1971 (Kino) // 16. Oktober 2020 (DVD)

Nachdem ein britischer Forscher unter mysteriösen Umständen in Südamerika verschwindet und in London ein Beamter von Scotland Yard nach Betreten des Büros des Wissenschaftlers tot aufgefunden wird, verdichten sich die Hinweise, im Dschungel habe man einen Stein gefunden, der angeblich die Macht habe durch eine intensive Strahlung wertloses Gestein in Gold zu verwandeln. Den Hinweisen eines Studienkollegen, Sir Philipp (Siegfrid Schürenberg), folgend, beauftragt Scotland Yard die Agentin Jane Morgan (Soledad Miranda) mit den Nachforschungen in dem Fall. Bei ihrer Ankunft in Akasava trifft sie nicht nur auf einen weiteren Mitarbeiter Scotland Yards, sondern zudem auf Rex Forrester (Fred Williams), Neffe des verschwundenen Wissenschaftlers, der ebenfalls auf der Suche nach seinem Onkel ist. Sowohl Jane als auch Rex treffen bei ihren Nachforschungen auf Dr. Andrew Thorrsen (Horst Tappert), der den Wissenschaftler vor seinem Verschwinden gesehen hat. Dieser ist vom Ableben seines Freundes überzeugt und vermutet, er habe tatsächlich jenen Stein gefunden, der seinem Finder eine große Macht verleiht, alleine schon, weil man den Goldmarkt kontrollieren kann mit diesem. Die Nachforschungen Janes und Rex’ sind jedoch nicht unbeobachtet geblieben und schon bald haben sie eifrige und teils skrupellose Konkurrenz bei der Jagd nach dem geheimnisvollen Stein.

Spione mit Sex-Appeal
Diese Verfilmung einer Kurzgeschichte von Edgar Wallace war die letzte Adaption des berühmten Schriftstellers, die Artur Brauner produzieren sollte, und zudem der letzte Film Soledad Mirandas, die bereits in Jess Francos Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula mitspielte. Kurz vor Fertigstellung des Films starb sie bei einem Autounfall mit ihrem Lebensgefährten, sodass Teile des Drehplans geändert werden mussten. Vielleicht mag dies erklären, warum vieles in dieser Mischung aus Agenten- und Abenteuerfilm, bei all dem Charme und Sex-Appeal, einfach nicht funktionieren will und bisweilen gar unüberlegt wirkt.

Im Kontext der späten 60er Jahre haben viele Produktionsfirmen und Filmemacher versucht, den Erfolg der James Bond-Reihe zu imitieren. Hinzu kommt noch der Name Edgar Wallace, der im Hinblick auf die sehr erfolgreichen Verfilmungen mit Joachim Fuchsberger und vielen anderen namhaften Darstellern ein weiterer Garant für volle Kinosäle war. In den Händen eines Jess Francos wurde die Vorlage zu einer Geschichte mit reichlich viel B-Movie-Charme sowie einer gehörigen Portion Haut, was vor allem an den Reizen von Darstellerinnen wie Soledad Miranda und Ewa Strömberg liegt, welche auch sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.

Hinzu kommt die für einen Film dieser Machart nötige Portion Chauvinismus sowie die Attraktivität einer Handlung, die sich an vielen Drehorten abspielt und somit einen gewissen exotischen Charme aufweist. Auch wenn die Urwaldgeräusche beispielsweise wohl eher im Nachhinein ihren Weg in den Film gefunden haben und vieles nicht wirklich nach Südamerika aussieht, sieht man dies der Geschichte so manches Mal nach, besonders wenn Fred Williams mit unverhohlenem Machismo seine Rolle als Frauenheld spielt.

Stein im Getriebe
Vielleicht sind es diese bereits genannten Elemente, die den abstrusen Plot vergessen machen. Dass die Geschichte um einen Stein, der Metall zu Gold werden lässt und Menschen durch seinen bloßen Anblick tötet, unlogisch und bisweilen reichlich albern ist, kann man vielleicht noch verschmerzen, aber die handwerklichen Mängel der Inszenierung fallen schon stärker ins Gewicht. Besonders der abrupte Schnitt, der mehr zur Verwirrung beiträgt, als dass er entlastet, ist einer der Hauptfaktoren, warum man sich als Zuschauer des Öfteren am Kopf kratzt über gewissen Wendungen und hinterher geschobene Szenen, die man sich im Nachhinein auch hätte schenken können.

Credits

OT: „Der Teufel kam aus Akasava“
Land: Deutschland, Spanien
Jahr: 1971
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Ladislas Fodor, Paul André, Jess Franco, Arne Elsholtz
Vorlage: Edgar Wallace
Musik: Manfred Hübler, Siegfrid Schwab, Odón Alonso
Kamera: Manuel Merino
Besetzung: Fred Williams, Soledad Miranda, Hort Tappert, Ewa Strömberg, Siegrid Schürenberg, Walter Rilla

Bilder

Kaufen/Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Der Teufel kam aus Akasava
"Der Teufel kam aus Asakava" ist ein mit reichlich B-Movie Glanz versehene Mischung aus Spionage- und Abenteuerfilm. Leider sind es vor allem handwerkliche Mängel, die den Erzählfluss behindern sowie das Verständnis der ohnehin schon verschwurbelten Handlung.
4von 10

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.