Kritik

Parker

„Parker“ // Deutschland-Start: 7. Februar 2013 (Kino) // 11. Juli 2013 (DVD/Blu-ray)

Durch einen Kontakt über den Vater seiner Freundin gelingt es dem Dieb Parker (Jason Statham), Mitglied einer Gruppe zu werden, die, angeführt von Melander (Michael Chiklis), sich auf besonders lukrative Raubzüge spezialisiert hat. Ihr erster Job verläuft nicht ganz nach Plan, denn durch die Unachtsamkeit von August (Micah Hauptman), eines ihrer Mitglieder, geraten Menschenleben in Gefahr und es kommt zu einem Toten. Parker versucht daraufhin, aus der Gruppe auszusteigen, doch anstatt ihm seinen Anteil auszuzahlen, verprügeln sie ihn und lassen ihn vermeintlich tot am Straßengraben zurück. Jedoch kann sich Parker schnell erholen und verfolgt die Bande, mithilfe von Hurley (Nick Nolte), dem Vater seiner Freundin, bis nach Palm Beach, Florida, wo sie ihren nächsten großen Job durchziehen wollen. Dort gibt sich Parker als texanischer Ölbaron aus und engagiert die Immobilienmaklerin Leslie Rodgers (Jennifer Lopez), ihm ein Haus in der angesehenen Wohngegend zu verkaufen. Allerdings kommt Rodgers dem Dieb auf die Schliche und bietet ihm eine andere Form der Hilfe an: Für einen Anteil an der Beute will sie ihn mit Informationen über Palm Beach versorgen. Da sich mittlerweile zudem ein Killer der Mafia an die Fersen Parkers geheftet hat, kann er jede Hilfe gebrauchen.

Ein Dieb mit Prinzipien
Mit seiner Adaption des Kriminalromans Flashfire des US-amerikanischen Autors Richard Stark, ein Pseudonym des Schriftstellers Donald E. Westlake, hoffte Regisseur Taylor Hackford (Ray) nach eigenen Angaben seinen ersten Thriller zu drehen, der sich an den große Werken des film noir orientierte. Die klassischen und sehr populären Romane Westlakes zeichnen sich durch ihre Geradlinigkeit sowie die Besetzung eines Anti-Helden wie Parker als Protagonisten aus, sodass sie bereits mehrfach die Vorlage lieferten für Filme, beispielsweise Brian Helgelands Payback. Hackfords Film hat durchaus seine Vorzüge, die vor allem auf das Zusammenspiel von Lopez und Statham zurückzuführen sind, leidet aber an Aspekten wie dem schwachen Gegenspieler.

Oft wird moniert, Statham würde in vielen seiner Filme eigentlich immer wieder dieselben Charaktere spielen, wobei die Unterschiede bestenfalls minimal sind. Augenscheinlich weicht jemand wie Parker nicht von dieser Regel ab, Statham spielt ihn gänzlich humorbefreit als einen Mann mit Prinzipien, der abgebrüht und schlagfertigen Argumenten, was man durchaus wörtlich nehmen kann, einen Plan durchführt. Anders als der mit einer Portion Galgenhumor ausgestattete Mel Gibson in Payback ist Stathams Parker wesentlich geradliniger, aber dafür genauso fixiert auf ein Ziel, nämlich Rache dafür zu nehmen, dass man ihn dem Tode auslieferte. Parker wird damit zu einer Art Allzweckwaffe, die sich methodisch ihre Gegner aussucht und zu einer echten Gefahr für diese wird. Von diesem Blickwinkel betrachtet ist Stathams Darstellung durchaus, bedenkt man die Vorlage, der Art von Thriller verpflichtet, wie sie Westlake schreibt.

Ein Dieb unter den oberen Zehntausend
Die Inszenierung Hackfords sowie das Drehbuch John McLaughlins, welches die Handlung des Romans nach 2013 verlegt, zeigt eine Parallelwelt der USA, in der die Wirtschaftskrise scheinbar nur am Rande angekommen ist. Palm Beach mit seinen reichen Bürgern, den Villen, dem Blau der Pools sowie dem Grün der obligatorischen Palmen wirkt wie eine jener gated communities, wie sie sich die oberen Zehntausend geschaffen haben und somit zumindest symbolisch das Elend der Welt da draußen verbannen. Figuren wie die von Jennifer Lopez gespielte Leslie haben hier keinen Platz, erst recht nicht, wenn sie Schulden haben. Auch wenn sie bisweilen eher, wie es viele Kritiker des Films bemerkten, als „comic relief“ dient, so muss man dem Drehbuch wie auch ihrer Darstellung zugutehalten, wie sie das Drama einer Frau zeigen, die der reichen Elite Villen zeigt, aber es wegen ihrer Schulden nichts schafft, ihr Auto zu bezahlen.

Schlussendlich sind dies sehr gelungene Aspekte von Hackfords Film, der sich so, entgegen der Meinung vieler Rezensenten, durchaus abhebt von vielen Actionfilmen, in denen Statham die Hauptrolle spielt. Leider zeigen sich aber auch viele Gemeinsamkeiten, denn der von Michael Chiklis gespielte Bösewicht bleibt blass und ohne ist keine wirkliche Bedrohung für jemanden wie Parker. Hier hätte sich die Inszenierung ein Beispiel nehmen können an der Bösartigkeit und dem Wahnsinn eines Aidan Gillen, der Statham in dem unterschätzten Blitz die Stirn bietet.

Credits

OT: „Parker“
Land: USA
Jahr: 2013
Regie: Taylor Hackford
Drehbuch: John J. McLaughlin
Vorlage: Donald E. Westlake
Musik: David Buckley
Kamera: James Michael Muro
Besetzung: Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis, Wendell Pierce, Clifton Collins Jr., Nick Nolte

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3.67 (73.33%) 21 Artikel bewerten

Parker
„Parker“ ist eine unterhaltsame Mischung aus Actionfilm und Thriller. Zieht man einige wenige negative Aspekte ab, bekommt man als Zuschauer einen sehr geradlinigen Film geboten, der durch seine zwei Hauptdarsteller sowie die Wahl des Handlungsortes punkten kann.
7von 10

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