Kritik

Bataillon Der Verdammten

„Bataillon der Verdammten – Die Schlacht um Jangsari“ // Deutschland-Start: 26. Juni 2020 (DVD/Blu-ray)

Seit Beginn des Koreakrieges im Jahre 1950 ist die Armee des kommunistischen Nordens weit in den Süden vorgedrungen, sodass eine koordinierte Attacke des südkoreanischen Militärs nötig ist, damit dieses überhaupt noch eine Chance hat. Eines dieser Manöver, welches feindliche Armee ablenken sollte, war die Schlacht um Jangsari im Osten Südkoreas. Angeführt von dem erfahrenen General Myung-Joon Lee (Myung-min Kim) soll ein Bataillon, das hauptsächlich aus Schülern und Studenten besteht, die Mission durchführen, da das südkoreanische Militär jedoch von nordkoreanischen Spionen infiltriert wurde, ist schon viel über die Mission bekannt. Während die jungen Soldaten nach wenigen Wochen Grundausbildung sich im Laderaum des Frachters, der sie nach Jangsari bringen soll, darüber unterhalten, welche Andenken sie aus dem Krieg mitbringen können, ist selbst Lee klar, dass er und seine Männer ein Selbstmordkommando durchführen, denn die Nordkoreaner wissen, dass sie kommen. Parallel führt die Kriegsreporterin Marguerite Higgins (Megan Fox) einen schier aussichtslosen Kampf gegen ihre Vorgesetzten, die um die Operation der Südkoreaner wissen und sie in ihren Augen im Stich lassen. Während die durch ihre Fotos und Artikel versucht, die internationale Gemeinschaft auf die Lage der jungen Soldaten aufmerksam zu machen, müssen Lee und seine Männer mit wenig Ausrüstung und mit nur wenig Unterstützung den Strand Jangsaris stürmen.

Ein Himmelfahrtskommando
Nach Operation Chromite (2016) von John H. Lee ist Bataillon der Verdammten der zweite Film innerhalb einer geplanten Trilogie, die sich mit dem koordinierten Angriff Südkoreas im September 1950 befasst. In dem Werk Kyung-taek Kwaks und Tae-hoon Kims bildet aber nicht nur der eigentliche Angriff auf Jangsari den Fokus, sondern auch, inwiefern die US-Armee involviert war, speziell die Rolle von Kriegsberichterstattern wie der Figur, die Megan Fox im Film spielt. Herausgekommen ist dabei eine Geschichte, die besonders durch ihre technische Inszenierung sowie ihre Darsteller punktet, aber inhaltlich sich nicht von anderen, teils auch besseren Kriegsfilmen abhebt.

Genau genommen haben die Regisseure und Drehbuchautoren zwei Geschichten zu einer einzigen gestrickt. Parallel verfolgt man so die Geschichte der noch blutjungen Soldaten, die, weil sie ihre Grundausbildung nicht abschließen konnten, noch nicht einmal Kennziffern von der Armee bekamen, sodass sie identifiziert werden konnten, sowie das Engagement von Higgins, die symbolisch für jene Stimmen steht, welche die Soldaten unterstützen wollen. Lobenswert ist dieser Ansatz, weil er die Dimensionen des Einsatzes beleuchtet, der damit nicht nur zu einem menschlichen, sondern auch zu einem politischen Drama wird. Während die Soldaten mit ihren ersten, noch frischen Erfahrungen von Verlust und Tod kämpfen müssen und sich der emotionale Preis des Krieges zeigt, enthüllt ein Interview, welches Higgins mit einem ranghohen General führt, das Politikum hinter der Mission, welches menschliche Verluste nicht nur in Kauf nimmt, sondern sich auch schon einen Sündenbock gesucht hat, für die zu erwartende Diskussion um die Voraussetzungen der Mission an sich.

Unschuld und Krieg
Sinnbildlich für die insgesamt 772 Soldaten, die bei der Mission eingesetzt wurden, stehen Charaktere wie Choi Sung-Pil (Min-ho Choi) und Guk Man-Deuk (Ji-gun Jang), in deren Biografien und Unterhaltungen sich Patriotismus, Heimweh, Trauer und Verzweiflung widerspiegeln. Die jungen Darsteller transportieren sehr packend jenen Verlust der Unschuld, den der Krieg mit sich bringt, die Hilflosigkeit, wenn man dabei zusieht, wie Freunde im Kugelhagel sterben und den Versuch, an der eigenen Menschlichkeit festzuhalten. Nicht jeder Einfall oder Dialog mag hier gelingen und driftet bisweilen eher in die gängigen Klischees des Genres ab, doch gut gespielt ist das in jedem Fall.

Auch in technischer Hinsicht können sich viele Sequenzen in Bataillon der Verdammten sehen lassen. Mag der Einsatz der Handkamera gerade in den Kampfszenen manchmal auf Kosten der Übersicht gehen, schaffen es die Regisseure und Kameramann Seung-Hwan Kim dennoch die Brutalität und das Chaos des Krieges einzufangen. Zu diesen Bildern liefert die Musik Komeil S. Hosseinis den passenden Pathos, welcher das Thema des Verlusts von Unschuld abermals betont.

Credits

OT: „Jangsari: Yicheojin Yeongungdeul“
Land: Südkorea
Jahr: 2019
Regie: Kyung-taek Kwak, Tae-hoon Kim
Drehbuch: Man-Hee Lee, Tae-Won Jung
Musik: Komeil S. Hosseini
Kamera: Sung-Hwan Kim
Besetzung: Myung-min Kim, Megan Fox, Min-ho Choi, Sung-cheol Kim, In-kwon Kim

Bilder

Trailer

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Bataillon der Verdammten – Die Schlacht um Jangsari
„Bataillon der Verdammten – Die Schlacht um Jangsari“ ist ein packender Kriegsfilm, der sich besonders durch seine Darsteller und auf technischer Ebene auszeichnet. Die Geschichte, welche die Regisseure Kyung-taek Kwak und Tae-hoon Kim erzählen, geht innerhalb des Genres kaum neue Wege, ist aber dennoch solide inszeniert.
6von 10

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