Kritik

„Coffy – Die Raubkatze“ // Deutschland-Start: 28. März 1974 (Kino) // 26. Juni 2020 (Blu-ray)

Während sie tagsüber ihrem Beruf als Krankenschwester nachgeht, verwandelt sich Coffy (Pam Grier) nachts in eine kaltblütige Killerin, die Rache nehmen will an denjenigen, die für den frühen Drogentod ihrer Schwester verantwortlich sind. Ihre Liebe gilt dem afroamerikanischen Anwalt und Politiker Howard Brunswick (Booker Bradshaw), der für einen höheren Posten innerhalb der Stadtverwaltung von Los Angeles kandidiert und sich für ein hartes Durchgreifen gegen Drogenkriminalität ausspricht. Jedoch hindert dies Coffy nicht, ihre eigene Form der Gerechtigkeit zu suchen, als sie mit dem Zuhälter King George (Robert DoQui) und dem Mafiosi Arturo Vitroni (Allan Arbus) einige der wichtigsten Dealer der Stadt ausfindig gemacht hat. Nachdem sie über beide einige Informationen gesammelt hat, gibt sie sich gegenüber King George als eine Frau aus Jamaika aus, die gern für ihn arbeiten würde. Überzeugt von ihren weiblichen Reizen, nimmt er sie schnell unter seine Fittiche und bei einer Party lernt sie tatsächlich Arturo kennen. Allerdings geht ihr Anschlag auf den Gangster schief, sodass Coffy in große Gefahr gerät, denn ohne es zu wissen ist sie in ein Netz des Verbrechens geraten, welches sich bis in die politischen Kreise der Stadt erstreckt.

Eine Raubkatze auf der Pirsch
Die Kollaborationen von Schauspielerin Pam Grier mit dem US-amerikanischen Regisseur Jack Hill gehören ohne Zweifel zu den interessantesten Einträgen im Genre des Blaxploitation. Neben dem 1973 entstandenen Coffy gehört Foxy Brown, der ein Jahr später folgte, zu den Rollen, die Grier zu einem der prominentesten Gesichter des afroamerikanischen Kinos machten und später dafür sorgten, dass sie von Quentin Tarantino in seinem meisterlichen Jackie Brown besetzt wurde. In Coffy spielt Grier eine Frau, die auf sich allein gestellt den Kampf gegen ein von Gewalt und Korruption geprägtes System aufnimmt.

Es ist schwierig, den Charme einer Darstellerin wie Pam Grier zu definieren, ohne diesem nicht auch etwas von seiner Magie zu nehmen. Doch einmal abgesehen von ihrer Schönheit sind es  ihre Augen, aus denen jene Mischung aus Verletzbarkeit und Liebe spricht, die blitzschnell in Hass und Aggression wechseln kann. Coffy hat gelernt sich zu verstellen in einer Welt, in der Authentizität und Emotionalität leicht ausgebeutet werden kann, nur gegenüber wenigen Männern wie dem von Booker Bradshaw gespielten Howard lässt sie diese Maske bisweilen fallen. Auf der anderen Seite ist sie fähig, ihre Reize einzusetzen, sich als Verführerin zu geben, welche in einem Moment der Schwäche des Gegenübers zuschlägt.

Wieder sind es jene Augen, auf welche die Kamera blickt, wenn sie geschlagen und verletzt wird. Es sind Bilder, welche die Emotionen dieser Frau einfangen, den Verrat, die Wut und natürlich die Liebe. Es sind Bilder, die eine Frau zeigen, die, wenn es die Situation erfordert, zum Raubtier werden kann und das im Dschungel der Großstadt auf die Pirsch geht.

Großstadtdschungel
Wie in anderen Ablegern des Genres, beispielsweise Shaft oder Super Fly, ist auch in Coffy der urbane Dschungel mit seinen dunklen Gassen der wichtigste Handlungsort. In diesem gilt das Gesetz des Stärkeren, wie Coffy an einer Stelle einem Polizisten erklärt, sprich die Regeln und Preise der Dealer, der Zuhälter und anderer Verbrecher, während viele Gesetzeshüter nur auf ihren Anteil an diesem Geschäft warten und damit zu einem Teil des Problems werden. Gewalt ist ein Mittel um zu überleben, eine Notwendigkeit, auch wenn Coffy immer noch Hoffnung auf einen anderen Weg setzt.

Credits

OT: „Coffy“
Land: USA
Jahr: 1973
Regie: Jack Hill
Drehbuch: Jack Hill
Musik: Roy Ayers
Kamera: Paul Lohmann
Besetzung: Pam Grier, Booker Bradshaw, Robert DoQui, William Elliott, Allan Arbus, Sid Haig

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Coffy – Die Raubkatze
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Coffy – Die Raubkatze
„Coffy – Die Raubkatze“ ist ein sehr unterhaltsamer Vertreter des Blaxploitation-Subgenre mit einer herausragenden Pam Grier in der Hauptrolle. Allein das Bild einer starken, charismatischen und dazu noch knallharten Heldin ist es wert, sich den Film anzusehen, denn auch 47 Jahre nach dem Erscheinen von Jack Hills Film sind solche Heldinnen im Actiongenre noch Seltenheit.
8von 10

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