Ein Mops zum Verlieben

„Ein Mops zum Verlieben“ // Deutschland-Start: 11. Oktober 2019 (DVD/Blu-ray)

Für einen kurzen Moment kann Sarah (Beattie Edmondson) ihr Glück kaum fassen, als sie erfährt, dass sie von ihrer Großmutter deren wichtigsten Besitz erbt! Denn zuletzt lief es gar nicht gut für die Lehrerin, weder beruflich noch privat. Da kann sie ein bisschen Aufmunterung gut gebrauchen. Bis sie realisiert, dass es sich bei dem erhofften Schatz um Patrick handelt, den von ihr über alle Maßen gehassten Mops-Hund. Der ist laut, braucht ständig Aufmerksamkeit, zerstört ihre Wohnung und ist beim Essen überaus pingelig – ein einziger Albtraum eben. Andererseits, auf diese Weise lernt sie ständig nette Männer kennen, etwa den Tierarzt Oliver (Ed Skrein) oder auch Ben (Tom Bennett). Und das ist nicht die einzige positive Veränderung, die sie dem kleinen Vierbeiner zu verdanken hat …

Zuletzt durften Hundeliebhaber wieder jede Menge süßer auf Film gebannter Beispiele sehen. Bailey – Ein Hund kehrt zurück und Die unglaublichen Abenteuer von Bella schafften es dieses Jahr sogar auf die große Leinwand. Ein Mops zum Verlieben ist dieses Privileg vorenthalten geblieben und muss sich mit einer Auswertung fürs Heimkino zufriedengeben. Am Titelhelden dürfte das weniger liegen, denn der ist, wie der Titel schon verspricht, recht süß. Oder um es mit Loriot zu sagen: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Ganz so weit muss man hier nicht gehen, Regisseurin Mandie Fletcher und ihre beiden Co-Autor*innen Vanessa Davies und Paul de Vos geben sich aber schon Mühe, den ungeplanten Mitbewohner nicht allein zu Dekorationszwecken einzubauen.

Traumprinzen sind ausverkauft
Die Versuchung zu Letzterem war sicherlich groß, ebenso die, den Hund allein zu romantischen Zwecken zu missbrauchen. Frau mit Hund und schlechten Erfahrungen in Sachen Liebe findet ihren Traumprinzen. Zu einem Teil trifft das auf Ein Mops zum Verlieben sicherlich zu, wenn Sarah zufällig gleich zwei Männern begegnet, die jeweils auf ihre Weise toll sind. Die größte Stärke des Films ist es, diesen altbekannten Weg dann aber doch etwas abzuwandeln. Nicht nur, dass die Männer auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so traumhaft sind, Sarah ist es selbst nicht. Tatsächlich ist sie zu Beginn mindestens ebenso nervig wie der Kläffer und muss sich erst zusammenreißen und langsam finden.

Das ist als Idee grundsätzlich nicht verkehrt. Es ist sogar irgendwie sympathisch, wenn eine Liebeskomödie auf einmal aufzeigt, dass eine Frau auch ohne Mann glücklich sein kann. Zumal Sarah selbst einiges zu lernen hat, wenn sie durch Patrick dazu gezwungen wird, rauszugehen, mit anderen zu interagieren, Verantwortung zu übernehmen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Dass dies hier durch einen Hund geschieht, warum nicht? Man sagt ja manchmal, dass Kinder ein Haustier bekommen sollten, um auf diese Weise erwachsener zu werden. Und wie ein Kind verhält sie sich teilweise ja auch, obwohl sie als Lehrerin selbst welche unterrichten soll.

Ist das schon alles?
Doch so nett das alles ist, so langweilig ist es auch irgendwie. Grundsätzlich will Ein Mops zum Verlieben beides, zuerst viel Chaos-Humor, danach Nachdenklichkeit. Der erste Teil ist aber so einfältig, dass es nicht einmal dazu taugt, sich darüber aufzuregen. Ein Hund, der wegläuft, ein Hund, der die Einrichtung demoliert, mehrfach, na und? Das alleine ist noch nicht wirklich witzig, da wären schon noch mehr Einfälle nötig gewesen. Und auch beim zweiten Part ist der Esprit doch recht überschaubar. Die meisten Entwicklungen sind streng nach Vorschrift, egal ob nun dabei überzeugend oder nicht. Da gibt es ärgerliche Zufälligkeiten, unnötige Wendungen und viele Klischees.

Sicher, ein Film mit dem Titel Ein Mops zum Verlieben lässt auf keine besondere Tiefe oder Ambitionen hoffen. Das muss auch nicht bei jedem Film sein. Es dürfte zudem genügend Zuschauer, vor allem Zuschauerinnen geben, die sich damit gut genug unterhalten fühlen, am Ende vielleicht gar etwas aufgebaut und aufgemuntert. Das Leben kann noch so beschissen sein, so erfahren wir hier, es wird doch noch alles gut. Ein kleines Alltagsmärchen also, mit großen Hundeaugen versüßt. Das erfüllt dann alles seinen Zweck, ist letztendlich aber etwas, das so fluffig und gehaltlos, dass es schnell auf dem Grabbeltisch oder dem Sonntagnachmittagsfernsehen landen dürfte.



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Ein Mops zum Verlieben
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Ein Mops zum Verlieben
Auf den Hund gekommen: In „Ein Mops zum Verlieben“ muss sich eine Frau, in deren Leben so gar nichts funktioniert, um einen schwierigen Familienhund kümmern und lernt dadurch, ein besserer Mensch zu werden. Das ist teilweise nett, verweigert sich auch den üblichen Liebeskomödie-Schlüssen, bleibt letztendlich aber doch zu gehaltlos.
4von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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