The Warriors

„The Warriors“ // Deutschland-Start: 13. Juli 1979 (Kino)

In einer Zukunftsvision von New York City wird die Stadt von hunderten von Gangs kontrolliert, welche alle ein jeweils anderes Gebiet der Stadt bewachen. Ein temporärer Waffenstillstand sichert den Frieden zwischen den teils verfeindeten Fraktionen, einberufen durch Cyrus (Roger Hill), den mächtigen Anführer der Gramercy Riffs. Eben dieser hat ein Treffen aller Gangs einberufen, in dem er seine Vision für die Zukunft der Stadt und aller Gangs mitteilen will. Die Warriors, die das Gebiet um Coney Island kontrollieren, reisen auch an zu dem Treffen. Zwar äußern viele von ihnen, darunter Swan (Michael Beck), der Vize-Anführer der Gang, ihre Bedenken, vor allem, da sie unbewaffnet zu dem Treffen gehen müssen, doch ihr Anführer Cleon (Dorsey Wright) zwingt sie alle mitzugehen. Jedoch stellen sich die Bedenken Swans als angebracht heraus, denn wenige Minuten nach der Rede Cyrus’ wird dieser ermordet. Zu Unrecht des Attentats beschuldigt werden die Warriors nun durch die nächtlichen Straßen New York City gejagt, wobei sie von allen Gangs der Stadt verfolgt werden.

Die dunklen Straßen der Stadt
The Warriors basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Sol Yurick, der innerhalb der Geschichte nicht nur das Bandenwesen in Großstädten thematisiert, sondern auch den soziopolitischen Kontext, der dieses zulässt. In den Händen von Regisseur Walter Hill (Driver, Straßen in Flammen) sieht man immer mal wieder Hinweise auf diese Themen, aber der Schwerpunkt lag viel mehr darauf, eine „einfache“ Geschichte zu erzählen, was Hill im Making-of zu The Warriors betont. Bereits in seinem zweiten Film Driver wird die Handlung auf einen Charakter, in diesem Falle den von Ryan O’Neal gespielten Fahrer, heruntergebrochen, was dem Film einen gewissen narrativen Sog gibt und sehr zur Spannung beiträgt.

Nun liegt in The Warriors eine ganze Parallelwelt von Banden vor, von der die Warriors nur einen Bruchteil ausmachen. Als Teil des Vorspanns werden einige dieser vorgestellt wie sie sich aufmachen zu dem Treffen mit Cyrus, jede von ihnen in dem für sie typischen Gang-Outfit bzw. ihrer Uniform. Das Zusammenspiel des detailreichen Kostüm-Designs von Bobbie Mannix sowie Mary Ellen Winstons und des Make-ups von Mike Maggi gibt nicht nur den einzelnen Gangs eine jeweils markante Charakteristik, sondern betont zudem ihre Zugehörigkeit zu dem jeweiligen Gebiet, welches sie kontrollieren. Hills Film öffnet seinem Zuschauer sehr schnell einen Blick in eine Stadt, in der diese Gangs das Sagen haben, die sie für sich markiert haben und in welcher die staatlichen Autoritäten bestenfalls noch eine Fußnote sind.

Feindliches Gebiet
Mit Bezug auf die Schlacht bei Kunaxa, die im Vorspann des Film erwähnt wird, wird die Geschichte rund um die Warriors als Heldengeschichte um „Mut und Ehre“ stilisiert. Visuell findet dies seine Entsprechung in den Bildern Andrew Lazlos, wobei jede Einstellung ähnlich einem „Panel” in einem Comic arrangiert ist. Diese visuelle Herangehensweise wird abermals betont durch die bereits erwähnten Entscheidungen im Bereich Kostüm und Make-up.

Dies heißt jedoch keinesfalls, dass Hills Film eine Distanz des Zuschauers zum Geschehen nahelegt. Durch die Wahl authentischer Schauplätze der Stadt, von U-Bahn-Stationen bis hin zu Parks, sowie die Besetzung des Films, die, teils gegen den Widerstand des Studios, mehrheitlich aus Afroamerikanern und Latinos besteht, wird erst die dunkle Dystopie des Filmes deutlich. Hinzu kommt noch, dass die Warriors sowie die anderen Gangs sich – mit einer interessanten Ausnahme – nie einer Schusswaffe bedienen und ihre Kämpfe mit Messern, Knüppeln oder den Fäusten bestreiten. Zudem sind sie auf das U-Bahn-Netz der Stadt angewiesen, wenn sie nicht gerade auf der Flucht vor Gangs durch die Straßen hetzen. Man könnte sich zu der Interpretation hinreißen lassen, dass der eigentliche Gegner nicht die Gangs sind, sondern die Stadt an sich, die sich als dunkles Labyrinth offenbart und die ihre „Kinder“ verschlingt, wo sie diese findet, wie es einst Rainer Werner Fassbinder in Der Müll, die Stadt und der Tod ausdrückte.

The Warriors
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The Warriors
„The Warriors“ ist ein geradliniger, dunkler Actionfilm mit vielen dystopischen Elementen. Der Detailgrad der Vision des Films – von den Kostümen angefangen bis hin zur Besetzung – macht Hills Film zu einem sehr sehenswerten Streifen, der zu Recht einen hohen Kultstatus genießt.
8von 10

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