„Mamma Mia! Here We Go Again“, UK/USA, 2018
Regie: Ol Parker; Drehbuch: Ol Parker, Richard Curtis, Catherine Johnson, Judy Craymer
Musik: Benny Andersson, Björn Ulvaeus, Anne Dudley
Darsteller: Lily James, Amanda Seyfried, Meryl Streep, Pierce Brosnan, Stellan Skarsgård, Colin Firth, Christine Baranski, Julie Walters, Andy Garcia, Jeremy Irvine, Josh Dylan, Hugh Skinner, Jessica Keenan Wynn, Alexa Davies, Cher

Mamma Mia Here We Go Again

„Mamma Mia! Here We Go Again“ läuft ab 19. Juli 2018 im Kino

Einige Jahre sind vergangen, seitdem sich Sophie (Amanda Seyfried) auf die Suche nach ihrem biologischen Vater gemacht hat. Das Rätsel wurde nie gelüftet, doch Sophie lebt nach wie vor auf der traumhaft schönen, griechischen Insel Kalokairi und verspricht sich, den Traum ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) zu erfüllen und das heruntergekommene Bauernhaus in ein Hotel zu verwandeln. Die große Eröffnungsfeier steht kurz bevor. Unter den angereisten Gästen sind Tanya (Christine Baranski) und Rosie (Julie Walters), die besten Freundinnen ihrer Mutter, die Sophie von den Abenteuern und wilden Romanzen der jungen Donna (Lily James) erzählen.

Rückkehr ins Paradies …
Nach 10 Jahren geht die Sonne über den malerischen Klippen der kleinen Insel Kalokairi endlich wieder auf. 2008 war Mamma Mia!, das auf dem gleichnamigen Musical basiert, welches wiederum um die größten Hits der legendären, schwedischen Band ABBA geschustert wurde, der Sommerhit des Jahres und spielte weltweit über 600 Millionen US Dollar ein. Das Erfolgsrezept war simpel: eine atemberaubende Landschaft, zeitlose Hits mit Ohrwurmqualität und ein Haufen sonnengebräunter, blond-gesträhnter Superstars versprechen den perfekten Traum einer unvergesslichen Sommerliebe, der die Zuschauer sehnsüchtig schmachtend in den Kinositzen versinken lässt.

Mamma Mia! Here We Go Again reproduziert nicht nur das erfolggekrönte Muster, sondern auch die nach Meersalz duftende Atmosphäre und trifft damit voll ins Schwarze. Dabei sind es nicht nur die wiederkehrenden Gesichter oder die rund 40 Jahre alten Schlager, kurz gesagt: der Nostalgie-Faktor, der die Qualität des Films ausmacht. Dem neuen Soundtrack wurden neben den gängigen Klassikern ein paar weniger bekannte ABBA-Hits hinzugefügt, die aber mindestens genauso mitreißen.

Aber vor allem funktioniert der zweite Teil, der im Gegensatz zu vielen anderen Nachfolgern erfolgreicher Kinohits nicht nur nach Geldmacherei stinkt, aufgrund eines innovativen, alternierenden Aufbaus aus Prequel und Sequel. Gleich zu Beginn des Films erfährt man, dass Donna seit einem Jahr nicht mehr lebt. Während Sophie in Erinnerung an ihre Mutter in der Gegenwart auf eine große Eröffnungsfeier des renovierten Hotels hinfiebert, lernt man im parallelen Handlungsstrang der Vergangenheit die junge Donna kennen, die mit Uni-Abschluss in der Tasche und ohne Plan und Ziel in die große, weite Welt hinauszieht. Auf dem Weg zur verzauberten, griechischen Insel, auf der sie den Rest ihres Lebens verbringen wird, lernt sie nacheinander drei junge, attraktive Männer kennen, die sich bald als jüngere Ausgaben der möglichen Väter ihrer Tochter entpuppen. Obwohl die Handlung um Sophie und ihr Hotel teilweise ein wenig zäh verläuft und die Geschichte um Donna und ihre Liebhaber eigentlich nur ein Revival des originalen Plots ist, funktioniert die Abwechslung erstaunlich gut.

…ohne Meryl Streep?!
Aber wo ist die Frau, auf die alle gewartet und gehofft haben, als die erste Meldung über einen Mamma Mia!-Nachfolger verbreitet wurde? Der großartigen Meryl Streep, die im ersten Teil eine temperamentvolle und einzigartige Donna verkörperte, ist bedauerlicherweise nur ein kurzer Auftritt in den letzten Minuten gewährt. Dabei dreht sich die gesamte Handlung nur um ein Thema: Donna. Doch man sollte nicht zu früh verzweifeln. Denn die außerordentlich talentierte Lily James (Cinderella, Die dunkelste Stunde) rettet nicht nur den Tag, sondern auch den Film. Ihre Interpretation der jungen, neugierigen und impulsiven Donna überzeugt auf ganzer Linie. In jeder Szene verströmt die Schauspielerin ein Übermaß an Professionalität, Energie und strahlender Freude, sodass ihre Performance der Großmeisterin Meryl alle Ehre macht.

Nicht nur Lily James kann als jugendliche Ausgabe überzeugen. Jeder Neuzugang bringt einen individuellen, unterhaltenden Farbton mit und trägt somit zum knallbunten  Gesamtkunstwerk bei. Außerdem ist die Wahl der Jungdarsteller überaus gut getroffen, sodass man spätestens im brisanten Finale in der direkten Gegenüberstellung von Jung und Alt ins Schmunzeln gerät.

My my, how can I resist you?
Natürlich ist Mamma Mia! Here We Go Again schnulzig und kitschig und absurd und überspitzt. Aber ist das nicht genau der Traum der bunten Seifenblase, den man sich wünscht? Die Schwachpunkte des Films, wie Lücken im Plot, alberne Dialoge oder allzu ausgetüftelte Szenen, die nur existieren, weil irgendein ganz besonders wichtiger Song noch unbedingt von Cher gesungen werden muss, kann man leicht verdauen, wenn alles andere so verführerisch süß schmeckt.

Mamma Mia! Here We Go Again
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Mamma Mia! Here We Go Again
"Mamma Mia! Here We Go Again" erfüllt alle Wünsche, die man an den Nachfolger eines der größten Sommerfilme aller Zeiten stellt. Die bezaubernden Drehorte, das detailgetreue Setdesign und das erfrischende Kostüm vermitteln ab der ersten Sekunde das perfekte Urlaubsfeeling. Kombiniert mit wiederkehrenden Gesichtern, frischen, schwungvollen Darstellern, einer guten Dosis Humor und - nicht zu vergessen - großartigen Performances der größten ABBA-Hits entsteht einwandfreies und unterhaltendes Popcorn-Kino - und mit Sicherheit der Film dieses Sommers.
8von 10

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