Robots
© 20th Century Fox

(„Robots“ directed by Chris Wedge, Carlos Saldanha, 2005)

RobotsFür den kleinen Roboter Rodney Copperbottom stand schon lange fest, dass ihm sein Heimatkaff auf Dauer zu klein sein würde. Dafür sind seine Ambitionen zu groß und auch seine Leidenschaft fürs Tüfteln und Bauen. Beides wäre in dem Unternehmen Bigweld Industries besser aufgehoben, so seine Überzeugung, teilt er doch die Ideale von Firmenchef und Erfinderurgestein Bigweld. Als er sich eines Tages auf den Weg macht und seinen selbst kreierten Abwaschroboter im Schlepptau hat, muss er jedoch feststellen, dass in der großen Stadt niemand auf ihn gewartet hat. Und schon gar nicht Bigweld Industries, das mittlerweile von Ratchet geleitet wird. Und der hat keine Ideale. Außer dem, viel Geld zu verdienen, indem er keine Ersatzteile mehr anbietet, sondern nur noch teure Updates.

Auch wenn Disney und Pixar da teilweise noch in einer anderen Einspielklasse unterwegs sind, es war schon ein bemerkenswerter Erfolg, den das Animationsstudio Blue Sky Studios mit seinem Debütfilm Ice Age ablieferte. Kosten von „nur“ 60 Millionen Dollar standen Einnahmen von 380 Millionen Dollar gegenüber. Und so wurde das Budget bei Werk Nummer zwei dann noch einmal nach oben geschraubt und allerlei große Schauspieler engagiert, welche die Sprechrollen übernahmen: Ewan McGregor war ebenso dabei wie Halle Berry, Mel Brooks und Robin Williams. Schließlich sollte die lukrative Animationssparte noch ein bisschen mehr abwerfen.

Visuell hat sich der Versuch, beim Zweitfilm noch eine Stufe höher zu klettern, auf jeden Fall gelohnt. Bei allem Verständnis für die damaligen technischen Einschränkungen und auch die durch das Szenario vorgegebene Schlichtheit: Aus heutiger Sicht ist Ice Age teilweise eine Zumutung für die Augen. Das drei Jahre später erschienene Robots ist da schon deutlich angenehmer anzusehen, selbst über eine Dekade nach dem Release macht die Welt der Roboter eine gute Figur. Natürlich ging auch hier das Alter nicht spurlos vorbei, einige Elemente könnte man mit heutigen Möglichkeiten dann doch noch mal eine ganze Ecke besser machen. Dafür überzeugt der Film jedoch durch seine Designs. Gerade die Figuren sind so liebevoll und detailreich gestaltet, dass man an vielen Stellen zu beschäftigt ist, um auf den Inhalt zu achten. Und auch Robot City selbst hat optisch eine Menge zu bieten: Als Zuschauer die Stadt zu erkunden, da fühlt man sich wie ein Kind im Schlaraffenland.

Die sollen hier dann auch, wie bei den meisten amerikanischen Animationsfilmen, in erster Linie angesprochen werden. Wie bei Ice Age ist der Inhalt deshalb eher bescheidener Natur, ließe man das Roboterszenario weg, bleibt eine massengefertigte Geschichte übrig, die einen schon beim Erzählen das Gähnen ins Gesicht treibt. Ein paar gelungene Momente gibt es natürlich alleine dadurch, Menschen komplett durch Roboter zu ersetzen und so zu tun, als würden sie ein ganz normales Leben führen. Auch das ist kein Einzelfall, Cars oder Zoomania arbeiten mit ganz ähnlichen Gimmicks. Während Disney dabei aber noch eine überraschend ambitionierte Geschichte zu erzählen hatte, ruhen sich die Roboter wie auch die Autos zu sehr darauf aus, für einen ganzen Film reicht das nicht aus.

Wären die Witze gut, der banale Inhalt wäre recht leicht zu verschmerzen. Aber auch da zeigte man sich eher genügsam. An manchen Stellen werden durch Wortspiele oder die üblichen Popkultur-Zitate den erwachsenen Zuschauer kleinere Humorbrocken vorgeworfen. Dafür ist sich Robots an anderen auch für Furzwitze nicht zu schade, den Rest erledigen die gewohnten Slapstickeinlagen. Es ist daher schon eine Verschwendung, dass das an und für sich schöne Szenario letztendlich keinen wirklichen Mehrwert mit sich bringt, auch der zweite Spielfilm des Regieduos Chris Wedge und Carlos Saldanha nicht mehr als nette, manchmal sehr temporeiche und von Klischees geprägte Unterhaltung bietet.



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Robots (2005)
fazit
„Robots“ entführt einen in eine an und für sich witzige und vor allem schön designte Welt voller Roboter, welche auch elf Jahre später noch Spaß macht. Über die Geschichte und den Humor lässt sich das nur bedingt behaupten, beides ist hier erneut recht simpel und altbekannt.
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