(„The Hound of the Baskervilles“, directed by Sidney Lanfield, 1939)

The Hound of the Baskervilles war der erste Film der Twentieth Century Fox-Produktionsfirma über die legendäre Kriminalfigur Sherlock Holmes, gefolgt von Die Abenteuer des Sherlock Holmes kurze Zeit später – erneut mit Basil Rathbone in der Rolle der englischen Legende. Bedauerlicherweise verlor man dann bei Twentieth Century Fox das Interesse an der Reihe, die einige Jahre später von Universal fortgesetzt wurde. Zwar mit den gleichen Hauptdarstellern, allerdings weit kostengünstiger produziert als sog. B-Movies, verlegt vom viktorianischen Zeitalter in die Moderne, um Holmes als Propagandafigur einsetzen zu können (siehe Die Geheimwaffe).

Vorliegende Premiere der beliebten Reihe ist hingegen originalgetreuer und lässt den Meisterdetektiv 1889 ermitteln. An Holmes wendet sich ein gewisser Dr. Mortimer (Lionel Atwill), ein Freund der Familie Baskerville. Dieser berichtet dem Detektiv vom Tod des Schlossherren, zudem erzählt der Doktor eine alte Geschichte über einen riesigen Hund, der vor einigen Jahrhunderten bereits umherging und den damaligen Schlossherren umbrachte. Mortimer hatte Spuren von Hundepfoten am Tatort gefunden, aber niemandem davon erzählt – doch Sherlock Holmes ist bereit, ihm zu glauben. Das Dilemma ist auch, dass zu dieser Zeit der Neffe des Verstorbenen, Sir Henry Baskerville (Richard Greene) aus Kanada nach England kommt, um einen kurzen Aufenthalt in Baskervilles Anwesen zu verbringen. Mortimer fürchtet nun um das Leben des jungen Nachfolgers und so erklären sich Holmes und Watson (Nigel Bruce) dazu bereit, in dem Fall zu ermitteln sowie Henry zu beschützen. Zu diesem Zweck schickt er Dr. Watson mit auf das Anwesen, damit dieser auf die Sicherheit des Nachfolgers achtet. Schon bald geschehen mysteriöse Dinge …

Nicht nur, dass dieser Krimi noch im originalen Zeitalter spielt und für mehr Geld gedreht wurde – Dr. Watson ist hier in dem frühen Film noch weit entfernt von der unbeholfenen Schusselfigur, als die er in den späteren Werken dargestellt wird. So ist es primär er, den der Zuschauer hier ermitteln sieht, da Sherlock Holmes für einen Großteil der Zeit leinwandabstinent ist. Das ist jedoch nicht der negative Punkt dieses Streifens, sondern dass man sich hier mit allerlei Nebensächlichkeiten aufgehalten hat wie dem irrealen Verloben zweier Personen, die sich erst seit zwei Tagen kennen oder einigen dümmlichen Dialogen, die zwar schmunzeln lassen, aber doch auch einen faden Nachgeschmack hinterlassen.

Davon abgesehen nimmt sich der Film viel Zeit, um den Zuschauer mit den Charakteren bekannt werden zu lassen. Dies ist durchaus geschickt gemacht, da es das Mitraten bei der Frage „Wer ist der Täter“ anhand der Menschenkenntnis interessanter zu gestalten weiß. Ohnehin sind die Figuren passend besetzt, besonders erwähnenswert ist jedoch das Set-Design mit zahlreichen stimmungsvollen Bildern durch die Landschaft im Moor, über welche stets dichter Nebel gelegt ist. So lädt Der Hund von Baskerville – übrigens die vierte Verfilmung des Romans von Arthur Conan Doyle – zum fröhlichen Mitraten ein, kann zudem auch mit einem ausgetüftelten und überraschenden Finale aufwarten. Hinzu kommt die stimmungsvolle Atmosphäre, prächtig eingefangen in den schön fotografierten Schwarzweiß-Bildern und der Zuschauer darf sich über einen überdurchschnittlichen Detektivfilm mit interessanten Charakteren, aber auch kleineren Problemen freuen.

Der Hund von Baskerville (1939)
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Der Hund von Baskerville (1939)
7von 10

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