Kritik

American Gangster

„American Gangster“ // Deutschland-Start: 15. November 2007 (Kino) // 27. März 2008 (DVD/Blu-ray)

Eigentlich alles wie erwartet: Ein durchaus unterhaltsamer Film, aber eben ein typisches Hollywood-Produkt, so wie man es von Ridley Scott gewöhnt ist. Dass soll allerdings keine negative Kritik sein, aber man sollte dies stets im Hinterkopf behalten, wenn man sich die fast 180 Minuten Laufzeit (Unrated Version) antut. Die Laufzeit scheint auf den ersten Moment übertrieben lang, aber ich empfand sie als passend und auch als nötig.

Die Story basiert auf einer wahren Geschichte. Sie handelt von Frank Lucas (Denzel Washington), einem Schwarzen aus Harlem, New York, der lange Zeit der Chauffeur des Gangsterbosses Bumpy (Clarence Williams III) war. Nach dessen Tod Ende der Sechzigerjahre übernimmt der unauffällige Frank Bumbys Geschäfte und macht sich einen Namen in der Szene. Über seinen Cousin (Roger Guenveur Smith), der als Soldat im Vietnamkrieg dient, schafft er eine neue Connection, um Drogen in die USA zu schmuggeln. Er importiert gewaltige Mengen Heroin und verkauft es unter dem Markennamen „Blue Magic“ ungeschnitten und unter dem Marktpreis. Somit steigt er schnell auf und entreißt der italienischen Mafia ihren Markt. Lange bleibt Frank Lucas unbeobachtet, da er sich vorsichtig verhält. Er lässt schließlich seine ganze Familie nachkommen, die in seinem „Betrieb“ Arbeit bekommen soll. Einige seiner Brüder erwecken aber bald die Aufmerksamkeit der Drogen-Behörde, und als Frank schließlich mit der bildhübschen „Miss Puerto Rico“ Eva (Lymari Nadal) eine Beziehung beginnt, scheint es endgültig mit seinem Glück abwärts zu gehen. Einer der wenigen unbestechlichen Polizisten, Detective Richie Roberts (Russel Crowe), heftet sich mit seiner Crew (unter anderem RZA) an die Fersen von Frank und überführt diesen schließlich. Um seine Gefängnisstrafe zu erleichtern, bietet er dem Gangsterboss einen Deal an, den dieser unmöglich ablehnen kann…

Auf jeden Fall einen Blick wert, aber meines Erachtens ist der Film einfach überbewertet. Als negativ empfunden habe ich vor allem, dass es mir gar nicht vorkam, als ob ich eine Story in den 60er und 70er verfolgen würde, sondern ich fühlte mich ständig in der Jetztzeit. Russel Crowes Rolle hätte meiner Meinung nach besser besetzt werden können, die Rolle passt einfach nicht zu dem mit Preisen überschütteten Australier. Gut hingegen Washington, obwohl er nicht unbedingt einer meiner Lieblingsschauspieler ist. Außerdem noch erwähnenswert ist die kleinere Rolle von Josh Brolin als fieser, korrupter Bulle. Ich hätte mir ehrlich gesagt lieber eine Verfolgungsjagd zwischen Brolin und Washington gewünscht, als die schließlich ins Friede-Freue-Eierkuchen endende Russel-Denzel-Freundschaft. Inwieweit der Film den wahren Begebenheiten wirklich entspricht kann ich leider nicht beurteilen, bin aber aufgrund der vielen geschichtlichen Fehler die Ridley Scott in seinen anderen Filmen gemacht hat (allen voran Gladiator) eher skeptisch. Da ich den Film aber als pure Unterhaltung ohne nennenswerten Bildungsfaktor betrachte, kann man darüber getrost hinwegsehen und die durchaus funktionierende Story genießen.

Credits

OT: „American Gangster“
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Steven Zaillian
Vorlage: Mark Jacobson
Musik: Marc Streitenfeld
Kamera: Harris Savides
Besetzung: Denzel Washington, Russell Crowe, Chiwetel Ejiofor, Cuba Gooding Jr., Josh Brolin, Ted Levine, Ruby Dee

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 2009 Beste Nebendarstellerin Ruby Dee Nominierung
Bestes Szenenbild Arthur Max, Beth A. Rubino Nominierung
BAFTA Awards 2009 Bester Film Nominierung
Bestes Original-Drehbuch Steven Zaillian Nominierung
Beste Kamera Harris Savides Nominierung
Beste Musik Marc Streitenfeld Nominierung
Bester Schnitt Pietro Scalia Nominierung
Golden Globe Awards 2009 Bester Film – Drama Nominierung
Beste Regie Ridley Scott Nominierung
Bester Hauptdarsteller – Drama Denzel Washington Nominierung

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American Gangster
3.88 (77.6%) 25 Artikel bewerten

Eine Antwort

  1. Ijon Tichy

    Hab ihn neulich gesehen und kann mich grob dem anschließen, was du schon geschrieben hast. Insgesamt fand ich jedoch die ersten 2/3 sehr viel schlechter inszeniert als das letzte Drittel.

    Filmmusik und Schauspieler fand ich fad. Ich fand entgegen deinem Gefühl aber sehr wohl, dass hier in Punkto Kostüme, Songs oder Design sehr wohl der Zeitgeist der 60er/70er Jahre eingefangen wurde – allein schon die alberne Frisur von Crowe 😉

    Antworten

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