„Tsotsi“ // Deutschland-Start: 4. Mai 2006 (Kino)

Ein wirklich wunderschöner und trauriger Film, den da Gavin Hood auf die Leinwand gebracht hat, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Athol Fugard. Beide stellen die Zustände in den Townships rund um Johannesburg in Südafrika dar.
Die Story handelt von David (Presley Chweneyagae), einem Jungen aus dem Ghetto, der von allen „Tsotsi“ (= Gangster, Verbrecher, Bandenmitglied) genannt wird. Gemeinsam mit seiner vierköpfigen Gang begeht er kleinere Überfälle, um sich ein wenig Geld zu beschaffen. Eines Tages stiehlt er ein Auto, doch kommt er damit nicht sehr weit, da er nicht fahren gelernt hat. Als er den Wagen an ein Schild gerammt hat, merkt er, dass sich im gestohlenen Wagen ein Baby befindet. Anstatt es zurückzubringen oder einfach liegen zu lassen, nimmt er es zu sich und versteckt es in seiner Baracke. Schnell wird für Tsotsi klar, dass er Hilfe braucht um das Kind zu stillen und zu pflegen.
Das Publikum hat in den ca. 90 Minuten Laufzeit eine mit wunderbaren Bildern dargestellte traurige Geschichte der Townships in Südafrika gesehen. Sehr eindrucksvoll ist dabei die Situation und Nähe zwischen den armen Slums und der reichen Stadt eingefangen. Der gesamte Film wird von einem wunderbaren Sound untermalen, dessen Genre sich Kwaito nennt und sehr stark an Hip-Hop erinnert.

Tsotsi
4 (80%) 3 Artikel bewerten

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9 Responses

  1. Der kleine Candide

    Filmtechnisch ist „City Of God“ für mich besser. Mich wundert dass dir der Film nicht gefallen hat, fand den klasse.

    Story-technisch sind sie sich sehr ähnlich, auch wenn ich den Schluss von „Tsotsi“ nicht unbeding mag.

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  2. justin slammer

    Ich fand City Of God in erster Linie stupide brutal. Jeder Charakter, der vorkam, wurde umgebracht. Für mich wirkt der Film wie ein Hollywood-Action-Streifen verpackt in einer Pseudo-Intellektuellen Hülle.

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  3. Der kleine Candide

    Interessante Argumentation. Finde jedoch dass genau diese harte, rohe Brutalität (ausgeführt von Kindern) extrem sensibilisieren kann. Ich weiss nicht in wie fern der Film die Zustände wiederspiegelt, ich war noch nie in Brasilien und auch in kein Township, aber für mein Wissen kommen beide Filme sehr authentisch rüber. Vielleicht können wir uns, als zivilisierte Europäer, bloss keine derartige Gewalt vorstellen. Ich persönlich bin der Meinung, dass Menschen tatsächlich solche Härte walten lassen können, man braucht sie nur zu sehr provozieren…

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  4. justin slammer

    Ich möchte damit nicht bestreiten, dass die Zustände realitätsnah dargestellt werden. Ich halte es dennoch für fragwürdig es auf diese Art und Weise darzustellen. Ich denke, dass er weder sensibilisierend noch augenöffnend wirkt, sondern viel mehr zur Abstumpfung beiträgt. Denn der Film ist nichts als eine extreme Art der Gewaltdarstellung.

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  5. Der kleine Candide

    Eindeutig interessant unsere unteschiedlichen Meinungen wie ich finde.

    Wenn du die Gewalt sinnlos und abstumpfend einstufst, verstehe ich nicht warum dir bspw. „In China essen sie Hunde“ gefällt. Mal abgesehen von dem verschiedenen Genre, trägt der Film mit seinen (brillanten) schwarzen Humor doch noch mehr zur Abstumpfung bei oder nicht?
    Ich denke es liegt vielmehr im Auge des Betrachters. Ich glaube nicht dass genannte Filme mich abgestumpft haben, sondern mir die (bereits bewusste) Problematik in zugebenen, teilweise schockierenden Bildern, dargestellt hat.
    Warum soll diese tatsächlich vorhandene Gewalt nicht dargestellt werden? Ist es nicht die Aufgabe der Kunst zu kritisieren, provozieren, wiedergeben ec.?

    Ein „Action-Hollywood-Streifen mit Pseudo-Intellektuellen-Hülle“ ist natürlich eine gewaltige Provokation finde ich, zumal ich mich nicht errinern kann die typische Hollywood-Moral erkannt zu haben, aber vll. kann ich mich auch nicht mehr genau errinern.

    Ich respektiere natürlich deine Meinung, d.h. aber nicht dass ich mit ihr einverstanden bin. Vermutlich ist es aber ohnehin nicht nötig dir das klarzumachen, ich weiss dass es auf Gegenseitigkeit beruht 🙂

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  6. justin slammer

    Der Unterschied ist, dass es in „In China essen sie Hunde“ nicht um Gewalt geht, sondern um die Frage was richtig und was falsch ist. Der Film hat mehr Ebenen, etwas dass über die 1 1/2 Stunden hinausgeht, worüber man nachdenken kann. Und genau das fehlt mir bei City Of God. Es wird plump rumgeballert wie in einem Actionstreifen. Der Film bleibt nur auf dieser Schiene und es kommt nichts dabei herum.

    Der letzte Punkt versteht sich von selbst.

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