(„The Piano“ directed by Jane Campion, 1993)

Dieses bildstarke Drama von Jane Campion wartet mit einer traurigen Story und tiefgehenden, starken Charakteren auf. Eine stumme Frau, Ada McGarth (Holly Hunter) zieht gezwungenermaßen mit ihrer Tochter Flora (Anna Paquin) und ihrem geliebten Piano nach Neuseeland. Dort soll sie den Siedler und Farmer Alisdair Stewart (Sam Neill) heiraten. Bei der chaotischen Ankunft der beiden Frauen, wird Ada’s Piano von George Baines (Harvey Keitel), einem Engländer der auf Neuseeland mit den Maori lebt, in Besitz genommen. Er tauscht das Klavier mit Alisdair gegen ein Stück Land der Maori. Im Nachhinein bietet er Ada an das Instrument zurückzugeben, aber unter der Bedingung, dass sie ihm angeblichen Klavierunterricht geben muss. Angeblich deshalb, da er in Wirklichkeit ihre Nähe sucht und von ihr verlangt ihre Kleider abzulegen. Was zuerst wie eine Erpressung und anschließende Vergewaltigung aussieht, entwickelt sich bald zu einer Beziehung. Ada verliebt sich tatsächlich in den wortkargen Engländer, doch Alisdair kommt dahinter und bewaffnet mit einer Axt will er dem Spuk ein Ende setzen. Er bestraft dabei nicht George Baines, sondern trennt der armen Ada einen Finger ab und schwört ihr die restlichen neun abzuhacken sollte ein Seitensprung noch einmal vorkommen.
Der Film besticht durch die wirkliche intensive Atmosphäre und den interessant Dreiecksbeziehung. In ca. 120 Minuten Laufzeit, bekommt der Zuschauer eine nicht unbedingt durch Spannung glänzende Story geboten, dafür aber fein ausgearbeitete Charaktere und eine tolle Performance von Holly Hunter, sowie von Harvey Keitel geboten. Besonders toll, ist es Ada zu betrachten wie sie ihre Stummheit durch das Klavierspielen überwindet. Es scheint so, als verleihe das Piano der Frau eine Stimme. Zu erwähnen sind die oft sehr gut gelungenen Landschaftsaufnahmen, auch wenn ich von Neuseeland andere Bilder erwartet hätte.

Das Piano
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