Ehrlich gesagt war es nicht der Überflieger, den ich mir eigentlich erwartet habe. Aber wenn man bedenkt, dass es Martin Scorseses erster Spielfilm war, mit einem minimalen Budget, dann wird einem klar, was der Mann wieder vollbracht hat.
Scorsese schafft es einmal mehr, das Treiben in New York, genauer gesagt Little Italy, wunderbar dem Zuschauer zu zeigen. Seine zwei Hauptdarsteller John „Johnny Boy“ Civello (Robert De Niro) und Charlie Cappa (Harvey Keitel) wissen zu überzeugen. Beide sind wie Scorsese selbst im New York der 50er aufgewachsen und sind wie für die Rollen geboren. Gut gefallen hat mir außerdem David Proval als Tony DeVienazo und sogar David Carradine kommt als namenloser Alkoholiker im Film kurz vor bevor er erschossen wird.
Eine Story ist eigentlich so gut wie nicht vorhanden. Es wird einfach das Leben in Little Italy diverser Männer und Frauen erzählt. Dabei spielen Werte wie Familie und Loyalität sehr wichtige Rollen und Scorsese greift auch das Thema Religion auf, indem er Harvey Keitel einen tief gläubigen Charakter verpasst. Der ganze Film dreht sich eigentlich nur darum, dass Familienmitglied Charlie versucht, Johnny Boy Vernunft einzureden. Der junge, egozentrische Johnny hat nämlich in ganz Little Italy Schulden. Als guter Kumpel und Freund seiner Cousine Teresa (Amy Robinson) versucht Charlie, Johnny zu helfen. Doch dieser hört auf niemanden und macht wie gewohnt weiter. Ein Mitglied der Familie, Michael Longo (Richard Romanus), lässt sich dies jedoch nicht mehr länger bieten und will sein Geld endlich zurück. Johnny taucht jedoch nicht an verschiedenen Zahltagen auf und Michael hetzt ihm einen Mörder (Martin Scorsese himself) auf den Hals.
Wie gesagt nicht gerade ein Hammerfilm. Doch in 90 Minuten Laufzeit kommt absolut keine Langeweile auf und der Soundtrack ist einfach grandios: Eric Clapton, die Rolling Stones u.a. kommen im Film vor und geben ihm den richtigen Pep.

Hexenkessel
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