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Dirty Harry

geschrieben von am 29 Oktober, 2009 Action, Crime, Thriller 1 Kommentar

(“Dirty Harry” directed by Don Siegel, 1971)

Harry Callahan (Clint Eastwood) ist Detective im San Francisco Police Department und für seine unkonventionellen Methoden berüchtigt. Da er für einen dreckigen Job immer zu haben ist nennen ihn seine Kollegen schlicht Dirty Harry. Dass gerade jetzt ein wahnsinniger und  (bis auf die Geldforderung) scheinbar motivationsloser Serienkiller (Andrew Robinson) sein Unwesen treibt kann den allein lebenden Superbullen nur recht sein. Während der Bürgermeister (John Vernon) bereit ist das Spiel des Mörders mitzuspielen widersetzt sich Callahan den Anweisungen seiner Vorgesetzten und geht auf seine Weise in diesem Fall vor. Seine Gier nach Selbstjustiz führt allerdings dazu dass ihm der Killer, der seine schriftlichen Forderungen mit “Skorpion” unterzeichnet, ständig entkommt und die Anzahl der Toten steigt weiter an.
Der Film von Don Siegel führte seinerzeit zu heiß diskutierten Kontroversen und gilt auch heute noch als wichtiges Mosaik der Filmgeschichte. Vor Beginn des ca. 100 Minuten langen Streifens widmet der Regisseur sein Werk an die tapferen Polizisten von San Francisco die Tag ein Tag aus ihr Leben für das Wohle der Bevölkerung riskieren. Die Welt in der Dirty Harry lebt scheint allerdings sehr einfacher als das reale Leben zu sein. Der Film wirft keinerlei moralischen Fragen auf, sondern bietet lediglich Dirty Harry als Allheilmittel gegen eine scheinbar unverbesserliche und sowieso marode Gesellschaft. Zwar werden einige Hinweise gestreut dass der Mörder und Callahan selbst mögliche Opfer der Gesellschaft und ihrer Umwelt sind, die Wurzel des Problems will der Regisseur allerdings nicht anpacken und somit hinkt der intellektuelle Inhalt des Streifens leider hinterher. Lieber porträtiert hier Siegel ein paar Actionsequenzen mehr, die zugegebenermaßen aber meistens sehr cool wirken.
Callahans perverses Spiel mit seinen Opfern á la russisches Roulette zeichnet den Charakter des Bullens wohl am besten wieder und lässt Harry zeitweise sogar recht “sympathisch” wirken, schließlich haben die Verbrecher ja nichts anderes verdient, oder? Genau an diesem Punkt aber hätte Siegel besser ansetzten sollen. Callahan’s Vorgehen wird keineswegs kritisch hinterfragt sondern seine Methoden werden als Mittel zum Zweck sozusagen abgesegnet. Die Opfer des Skorpions werden im Streifen schnell wieder vergessen und wirken fast schon bedeutungslos. Wenn Dirty Harry durch Folterung und Einbruch es schlussendlich schafft den Mörder zu fassen wird dieser allerdings wegen unzulässigen und illegal erstandenen Beweisen freigelassen. Ein klarer Hieb gegen das Justizsystem, der allerdings dann dazu missbraucht wird Callahans letzten Akt zu rechtfertigen. In einem bildgewaltigen Finale erschießt Dirty Harry den unermüdlichen Skorpion und versenkt theatralisch seine Polizeimarke in einem Tümpel.
Mal abgesehen von den fragwürdigen Inhalten überzeugt der Flick sei es mit Schnitt und Kameratechnik. Nachdem Eastwood bereits durch die Leone-Western an Ruhm in der Filmbranche gewonnen hatte stellt “Dirty Harry” den endgültigen Durchbruch in Hollywood dar. Seine Performance ist super und haucht der Filmfigur vermutlich den gewollten eiskalten Touch ein.
Die Resonanz auf Don Siegels Film war anno 1971 trotz der angesprochenen Moralfrage dennoch sehr gut und dies führte zu vier weiteren Sequels (die hier demnächst noch besprochen werden). Erwähnenswert wenn auch nicht weiter auffallend ist der musikalische Beitrag vom Argentinier Lalo Schifrin.


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Ein Kommentar zu “Dirty Harry”

  1. Ach, ich persönlich würde da gar nicht soviel hineininterpretieren. Don Siegel ist für mich einfach ein super Genre-Regisseur und daher seh ich “Dirty Harry” auch in erster Linie als Unterhaltungsfilm. Mir persönlich gefällt einfach die Fuck You- Attitüde von Sgt. Callahan. Er ist vieleicht nicht politisch korrekt und seine Methoden sind brutal, aber sein Handeln ist immer sehr moralisch und am Ende steht er immer auf der richtigen Seite; wahlose Selbstjustiz kommt für Harry ja auch nicht in Frage ( siehe: “Magnum Force”).
    Neben dem Stinkefinger in Richtung political correctness, dem realistischen Look, muss man auch noch die tollen Dialoge und die Performance von Andrew Robinson loben. Schade das solche Filme nicht mehr gemacht werden.
    Von mir gibt es 6 Sterne für den Prototyp aller Cop-Thriller!

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